loading
  • 09/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-284090)

Stadt-/ Gebietsplanung

Titel der Ausschreibung für Mitglieder sichtbar. Jetzt Mitglied werden.

  • 3. Rang

    Städtebaulicher Entwurf Zähringen Nord, © Ernst Niklaus Fausch Partner AG

    Stadtplaner
    Ernst Niklaus Fausch Partner AG, Zürich (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: SCHNEIDER | Landschaftsarchitektur und Städtebau, Olten (CH), Aarau (CH)
    Verkehrsplaner: Prof. Dipl.-Ing. Klaus Zweibrücken Raum- und Umweltplaner, Verkehrsplaner, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Zähringen wächst weiter.

    Die zukünftige Entwicklung des neuen Stadtteils wird vom Zähringer Zentrum her gedacht:

    Die Fortschreibung der Zähringer-/Gundelfingerstrasse – begleitet von den wichtigen Nutzungen und Angeboten – vernetzt und verbindet die Quartiere beidseits der Gleise.
    Die Aufwertung des Dorfbachs und seine Einbettung in den attraktiven Freiraum beginnt schon am Nepomuk im Herzen von Zähringen.

    Der neue Stadtteil wird als Chance begriffen:
    Die Abstimmung mit den (Nutzungs-) Angeboten des Zentrum schafft Synergien und vermeidet Konkurrenz. Die Angebotserweiterung und -ergänzung mit attraktiven Freiflächen bietet den heutigen und zukünftigen Bewohnern viel Raum für Freizeit und Erholung.

    Die bestehenden Strukturen werden integriert, ein klarer Abschluss nach Gundelfingen wird ausformuliert.


    Die grüne Mitte bietet hohe Lebensqualität.

    Der neue Quartierpark wird zum bestimmenden Bestandteil des neuen Stadtteils.

    Gemeinsam mit dem Dorfbach spannt er sich auf zwischen dem Zentrum Zähringens, der neuen Bebauung entlang der Isfahanallee und der Gundelfingerstrasse. Seinen nördlichen Abschluss bildet das neu interpretierte Wäldchen, das zur Landschaftsfuge vermittelt. Die Landschaftsfuge ist gemeinsamer Freiraum mit Weitblick und klar ablesbarer Grenze zwischen den Gemeinden. Als räumliche Zäsur ist sie ein wichtiges Element in der Dramaturgie und Beitrag zur Identität der Orte.

    Der Dorfbach wird renaturiert und an geeigneten Stellen für kleine Wasserflächen aufgeweitet. Feuchte und trockene Bereiche bieten Standorte für eine vielfältige Flora und Fauna. Das dichte Unterholz wird gelichtet, attraktive Aufenthalts- und Spielflächen am Bachlauf werden geschaffen.
    Die durchlässigere Bepflanzung entlang des Baches ermöglicht Sichtbeziehungen zwischen den Teilgebieten östlich und westlich des Parkbandes.

    Die Gundelfingerstrasse wird mit ihrem geschwungenen Verlauf zu einem "Parkway", der zu den beiden Ortsmitten überleitet.


    Vielfalt ermöglicht Eigenständigkeit.

    Die heterogene Umgebung und die neue städtebauliche Ordnung schaffen eine spezifische Identität für den neuen Stadtteil.

    Klare räumliche Reaktionen auf die Topologie und die Lärmquellen bilden unterschiedliche Ränder aus. Eine Mischung von Gewerbe und Wohnen entlang der Gundelfingerstrasse schreibt den Bestand fort und schafft attraktive Adressen.

    Eine Vielfalt an Wohnungsangeboten bietet Raum für unterschiedlichste Lebensentwürfe. Spezifische Wohnformen ergänzen den Wohnungsbestand von Zähringen und machen es so attraktiv für Zähringer und Freiburger.

    Die gute Mischung der Wohnangebote erzeugt attraktive Nachbarschaften und bietet in jedem Lebensabschnitt Entwicklungsmöglichkeiten.

    Zähringen Nord wächst zu einem Quartier mit Charakter.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Bewertungskommission würdigt den Mut der Verfasser, die städtebauliche Situation anders zu denken und einen Entwurf einer „Idealstadt“ vorzustellen. Starke Baukörper und ein öffentlicher Park stehen im Vordergrund. Die Akzentuierung der Höhe an verschiedenen Punkten bildet eine Stadtsilhouette. Östlich der Gundelfinger Straße sieht der Entwurf als Siedlungstypologie Reihenhäuser mit verschiedenen Treffpunkten vor.
    Der Entwurf führt die Körnung und Dichte aus der Stadt nach Zähringen Nord weiter. Auf der westlichen Seite orientiert sich die Bebauung an den großen Baukörpern aus der Alban-Stolz-Siedlung. Auf der östlichen Seite orientiert sich die Bebauung an der Kleinteiligkeit aus Alt-Zähringen. Mit der urbanen Dichte entlang der Isfahanallee können die öffentlichen Parkflächen der Stadt mit großen Freiräumen ergänzt werden. Kleine Plätze werden entlang der Bebauung zur Isfahanallee hin ausgerichtet. Dadurch sind laute Nutzungen, wie eine Skate-Anlage oder ähnliches denkbar. Leise Nutzungen im öffentlichen Raum können hier nur bedingt realisiert werden.
    Kritisch wird angemerkt, dass der großflächige Parkraum keine Stadteingangssituation von Gundelfingen her darstellt. Auch bildet der Entwurf keinen öffentlichen Raum aus, da sich die Gebäude durch die Ausbildung von Garagen auf der einen Seite und Mietergärten auf der anderen Seite abgrenzen. Dies bedeutet eine qualitative Beeinträchtigung des Grünzugs.
    Kritisch werden auch die Höhen und die Dichte der Gebäude angesehen. Des Weiteren kann das intendierte städtebauliche Ergebnis nur erzielt werden, wenn der Entwurf vollständig umgesetzt wird. Der weitgehend ersatzlose Wegfall des Warenhauses wird kritisch bewertet.