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  • 12/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-267907)

Objektplanung Gebäude

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  • 1. Rang 1. Preis - Antrag auf Weiterbearbeitung


    Projekt
    Shinsen-do

    Architekten
    BERREL BERREL KRÄUTLER AG ARCHITEKTEN ETH BSA SIA, Zürich (CH), Basel (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: ASP Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH)

    Preisgeld
    40.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser ersetzen den bestehenden dreigeschossigen Winkelbau der Alterssiedlung durch einen fünfgeschossigen Neubau. Dieser schliesst an das bestehende südliche Treppenhaus des Hauptbaus an und umschliesst in C-Form einen Innenhof. Dieser bleibt verkehrsfrei und kann gut als Begegnungszone für alle Bewohner dienen. Die Zufahrt zur Tiefgarage mit 82 Autoabstellplätzen erfolgt ab der Kirchstrasse entlang der Nordgrenze des Wettbewerbsperimeters. Entlang der Südgrenze werden 21 oberirdische Parkplätze über einen Fahrweg erschlossen, der bis zum Haupteingang führt. Dies wird als störender Eingriff in den noch zusammenhängenden Grünraum kritisch beurteilt.

    Der Neubau wird ab der Kirchstrasse über eine grosszügige Eingangshalle erschlossen, die den Blick in den Innenhof freilässt. Ein Laubengang im Erdgeschoss erschliesst sämtliche allgemeinen Nutzungen (Verwaltung, Tagesheim, Gesundheit und Wellness) und dient auch als Verbindung zum bestehenden Hauptgebäude. Über zwei direkt bei der Eingangshalle angeordnete Treppenhäuser werden die Tiefgarage und die Kellerräume sowie die Wohnungen in den vier Obergeschossen erreicht, welche jeweils über zum Innenhof hin orientierte Laubengänge erschlossen werden. Diese verfügen alle über einen direkten Anschluss an das Hauptgebäude und dienen den Bewohnern der einzelnen Geschosse auch als gut nutzbare Gemeinschaftsflächen, da sie entsprechend breit dimensioniert sind. Demgegenüber verfügen sämtliche Wohnungen über sehr schmale umlaufende Balkone, die nur beschränkt als private Aussenräume dienen können.

    Bis auf jeweils vier Wohnungen pro Obergeschoss, von denen drei ausschliesslich nach Norden und eine nach Osten orientiert sind, werden sämtliche Wohnungen nach Südenoder Westen ausgerichtet und sind damit optimal belichtet und besonnt. Das gewählte Konstruktionsprinzip mit Infrastruktur- und Treppenhauskernen sowie Stützen entlang den Fassaden lässt eine hohe Nutzungsflexibilität zu. So können unterschiedlich grosse Wohnungen angeordnet und die Breite des Laubengangs gut auf den Bedarf der jeweiligen Gemeinschaftsnutzung abgestimmt werden.

    Mit einer Gebäudehöhe von 14.74 m und einer Länge von über 50 m wird entlang der Kirchstrasse, gegenüber den angrenzenden zwei- bis dreigeschossigen Einfamilienhäusern, der Massstab einer Grossform eingeführt. Damit orientiert sich der Neubau des Alterszentrums am Potential der gemäss Zonenplan und Baureglement in diesem zentrumsnahen Gebiet beabsichtigten Innenentwicklung. Durch das Zurückversetzen der Fassade entlang der Kirchstrasse entsteht ein grosszügiger Vorplatz vor der Eingangshalle und gleichzeitig eine Aufweitung des Strassenraums, die eine Integration des fünfgeschossigen Baukörpers in das umgebende Quartier fördert. Wohlproportioniert ist auch der klar gefasste Innenhof, wobei die Besonnung von Süden und Westen her infolge der Fünfgeschossigkeit der angrenzenden Bauten eher knapp ausfällt. Die darin vorgeschlagene Bepflanzung ist deshalb kaum denkbar. Bei der Südfassade wird aufzeigt, wie mit der gewählten Fünfgeschossigkeit eine überzeugende Einheitlichkeit der Gesamtkomposition des Alterszentrums und damit auch ein klarer Abschluss zum südlichen Freiraum des Friedhofs erreicht wird.

    Mit dem Ersatzbau wird die Grundstruktur der Gesamtanlage weitgehend beibehalten. Die Wohnungen werden wiederum über Laubengänge erschlossen, die weiterhin um einen Innenhof angeordnet sind. Dieser weist gegenüber dem heute bestehenden grössere Dimensionen auf, wird jedoch neu durch fünf- anstatt wie bisher durch dreigeschossige Gebäude begrenzt. Die geschätzten Baukosten liegen im Vergleich mit den anderen Projekten leicht über dem Durchschnitt.

    Insgesamt überzeugt der Vorschlag durch die klare Anordnung der Nutzungen und deren einfach verständliche Organisation. Als Nachteil müssen die zu gering dimensionierten privaten Aussenräume bei sämtlichen Wohnungen erwähnt werden. Die gewählte Konstruktionsart verspricht eine hohe Nutzungsflexibilität und die Materialisierung der Fassaden trägt zur Einheitlichkeit der Gesamtanlage bei. Demgegenüber muss eine knappe Besonnung des Innenhofs in Kauf genommen werden.


INFO-BOX

Angelegt am 15.12.2017, 13:29
Zuletzt aktualisiert 19.02.2018, 15:49
Beitrags-ID 4-149977
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