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  • DE-80939 München, DE-81929 München
  • 12/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-289292)

Eggenfeldener Straße


  • 1. Preis

    Lageplan, © florian krieger architektur und städtebau gmbh / faktorgruen

    Architekten
    florian krieger architektur und städtebau gmbh, Darmstadt (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Florian Krieger

    Mitarbeit
    Tobias Preuß

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    „Die Arbeit findet eine adäquate Antwort auf die heterogene städtebauliche Umgebung des Baugrundstücks. Mit der städtebaulichen Typologie des Wohnblocks entstehen ruhige Wohnhöfe für die Bewohner.

    Die städtebauliche Struktur bietet eine klar ablesbare Zonierung im öffentlichen Raum an der Eggenfeldener Straße, der durch Vorplätze angemessen gegliedert wird. Als Eingangsplätze zu den Wohnhöfen bieten sie zudem eine Vorfahrt zu den Wohnquartieren an. Mit sinnvoll gewählten Mitteln erreichen die Verfasser eine gute Adressierung.

    Das Wettbewerbsgebiet wird in vier gut geschnittene Teilbereiche mit teilweise geöffneten Blöcken gegliedert. Die Proportionen der Blöcke und insbesondere der Innenräume wirkt harmonisch, auch weil die Größe der Innenräume trotz unterschiedlicher Blocktiefen jeweils ähnlich ist. Dies erreichen die Verfasser durch eine Drehung der Blockformate von einer „horizontalen“ Ausrichtung (Ost-West) im östlichen Abschnitt zu einer „vertikalen“ Hofausrichtung (Nord-Süd) im westlichen Abschnitt des Quartiers. Die Blöcke werden jeweils über Lärmschutzloggien verbunden, die leider nur unzureichend als Element der architektonischen Idee herausgearbeitet sind.

    Die Gebäude im südlichen Rand der Wohnquartiere sind mit fünf Geschossen geplant und haben jeweils einen Hochpunkt mit sechs Geschossen, der zu einer rhythmischen Betonung der städtebaulichen Figur entlang der Autobahn beiträgt. Entlang der Eggenfeldener Straße, gegenüber dem Gebäudebestand, reduzieren die Verfasser die Gebäude überwiegend auf vier Geschosse.

    Die Hochpunkte sind an der richtigen Stelle gesetzt und markieren jeweils die platzartigen Eingangssituationen in die Höfe. Zugleich schaffen die Verfasser durch ein Zurückweichen der Randbebauung eine Einleitung in die Höfe und gliedern gleichzeitig die Gebäudekanten. Die Höhenentwicklung steigt von Ost nach West an und endet im Westen in einem freistehenden Hochhaus.

    Die Arbeit schlägt innerhalb der Blöcke ein „Haus an Haus Prinzip“ vor, das eine lebendige Vielfalt in der architektonischen Umsetzung ermöglicht. Die Gebäudetiefen lassen Grundrisstypologien zu, die angemessen auf die jeweilige Lärmsituation reagieren können. Das Projekt eignet sich gut für eine abschnittsweise Realisierung. Die notwendigen Stellplätze sind nicht vollständig nachgewiesen. Die Lage der Anlieferung für den Supermarkt ist zu hinterfragen.

    Die Differenzierung des Freiraums in einen großzügigen öffentlichen Freiraum im Süden, gut proportionierte Wohnhöfe und kleine Eingangsplätze zur Eggenfeldener Straße verspricht viel Potential für die diversen Nutzeransprüche und eine angenehme Räumlichkeit.

    Der vorgeschlagene Platz an der Ecke Eggenfeldener Straße und Hultschiner Straße ist richtig positioniert. Er leitet in das neue Quartier ein und gibt dem Hochhaus einen angemessenen Vorbereich.

    Eine adäquate Ausgestaltung des vorgesehenen Grünzugs im Süden des Quartiers wird sehr vermisst. Hier wird die Chance, die Notwendigkeit des Lärmschutzes mit einer starken landschaftsarchitektonischen Idee zu verbinden, nicht genutzt. Das Funktionieren der Feuerwehrerschließung in den Innenhöfen wird allerdings hinterfragt.

    Das Bebauungskonzept verhindert einen großflächigen Lärmeintrag in das Plangebiet und schafft mit seinen vier Höfen lärmberuhigte Bereiche, die sich zur Anordnung von Kita-Freifläche, privaten Außenwohnbereichen und gemeinschaftlichen Freiflächen eignen. Höher belastet sind die Öffnungsbereiche der Höfe an der Eggenfeldener Straße. Zur Südseite wird mit einer Schallschutzanlage entlang der Autobahn sowie Grundrissgestaltung und Schallschutzloggien auf den Autobahnlärm reagiert. Auf die vom Gewerbe südlich der Autobahn ausgehenden Geräusche kann in dem betroffenen Bereich aufgrund der Grundrissgestaltung und Lüftungsmöglichkeiten adäquat reagiert werden.

    Der Wohnungsmix, die Wohnungstypologie und die gewählten Grundrissformen setzen die Anforderungen aus wohnungswirtschaftlicher Sicht gekonnt um. Insbesondere auch die Verlagerung der Erschließungskerne an die lärmbelastete Fassadenfront ist ein realisierbarer Lösungsansatz, der auf den besonderen Standort Rücksicht nimmt. Durch die Grundrissorganisation wird überzeugend auf die unterschiedlichen Gebäudeausrichtungen Bezug genommen.

    Insgesamt leistet die Arbeit einen sehr überzeugenden Beitrag. Sie bildet einen starken städtebaulichen Rahmen für das Quartier und ermöglicht zugleich Spielraum für eine vielfältige Differenzierung in der Realisierung.“


INFO-BOX

Angelegt am 12.01.2018, 12:01
Zuletzt aktualisiert 22.01.2018, 17:30
Beitrags-ID 4-150971
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