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  • DE-12357 Berlin, DE-12040 Berlin
  • 12/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-272967)

Zentrum für Sprache und Bewegung


  • Anerkennung


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    Architekten
    Chestnutt_Niess Architekten, Berlin (DE)

    Verfasser
    Prof. Robert Niess , Prof. Rebecca Chestnutt , Jonas Hofmann

    Mitarbeit
    Kerstin Schumacher, Justus Schäfer

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Bauer.Landschaftsarchitekten, Karlsruhe (DE)

    Preisgeld
    2.500 EUR

    Erläuterungstext
    Leitidee

    Die Umgebung des Grundstücks ist auffallend heterogen. Entlang der Fritz-Erler-Allee befinden sich großmaßstäbliche Massenwohnungsbauten der 60er Jahre, die gegenüberliegende Seite des Efeuweges ist durch kleinteilige Strukturen von Einfamilienhaus-Siedlungen geprägt. Die Idee für den Neubau als Zentrum für die gesamte Nachbarschaft möchte mit dem Entwurf architektonisch-städtebaulich zwischen den unterschiedlichen Maßstäben und Typologien vermitteln. Einerseits wird die kleinteilige Struktur der Einfamilienhäuser als Typologie des Giebelhauses aufgenommen, andererseits bedient der Entwurf als Gesamtgebäude das Großmaßstäbliche. Durch die Vermittlung zwischen den gegensätzlichen Strukturen entsteht ein „Flimmern“ zwischen einzelnen Häusern und Gesamtgebäude. Auf diese Weise wird die Nutzung des Gebäudes als Ort der Nachbarschaft und Gemeinschaft deutlich ablesbar und gleichzeitig im Städtebau verankert. Die Fassade aus Aluminiumpanelen, in denen sich die Umgebung abstrakt reflektiert, soll zum einen dieses „Flimmern“ unterstreichen, zum anderen dem Anspruch an den besonderen Auftakt des neuen Campus gerecht werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit geht dezidiert auf die städtebaulich heterogene Situation an der Schnittstelle zwischen Großwohnungsbau und Einfamilienhausgebiet ein. Einerseits setzt sie einen kompakten, im Grundriss rechteckigen, zweigeschossigen Baukörper, der sich auf die städtebaulichen Kanten der Nachbarbebauung bezieht, an die Ecke Fritz-Erler-Allee und Efeuweg. Andererseits erfindet sie eine abwechslungsvolle, eher zu kleinteilige, Dachlandschaft aus Satteldächern in Form und Maßstab bezogen auf die Kleinteiligkeit des Gegenübers. Dies schafft eine spannende Kubatur, die sich über das Café zu einem dorfartigen Campusplatz öffnet. Die Gestaltung und Nutzung des Platzes ist nicht befriedigend gelöst, ebenso erscheint die Lage der Südkante des Baukörpers, der nicht in der Flucht des Nachbargebäudes steht, unausgewogen.

    Vom Haupteingang am Efeuweg öffnen sich großzügig Foyer, Campusgalerie und Musikraum, die gemeinsam, aber auch einzeln gut zu nutzen sind und den Durchblick zum Pausenhof erlauben. Nachteilig wird gesehen, dass das auch von Schülern genutzte Café nur über das Foyer vom Pausenhof aus erreichbar ist.

    Ein zentral angeordneter Luftraum mit einer Sitztreppenlandschaft verbindet die großzügigen EG-Bereiche mit dem Obergeschoss. Dieser Raum erhält seine Qualität auch durch die Dachschrägen, die über Oberlichter Tageslicht in das Zentrum des Gebäudes leiten. So entsteht bei maximaler Kompaktheit des zweigeschossigen Baukörpers ein zentraler Gemeinschaftsraum über zwei Geschosse, der die Begegnung fördert. Um diesen Gemeinschaftsraum werden, sehr ökonomisch, die Seminar- und Bewegungsräume mit durch die Dachform unterschiedlichen, interessanten Deckenhöhen angeordnet.

    Wesentliche Nachteile in der Nutzung ergeben sich durch die brandschutztechnisch notwendige Binnenverbindung der Obergeschossräume. Dach und Wand sind gestalterisch über die Aluminiumbahnen der Fassadenverkleidung zusammengebunden.
    Insgesamt eine charmante Lösung, die der Aufgabe angemessen erscheint, aber einige Fragen offen lässt.


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