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  • DE-03044 Cottbus, DE-03042 Cottbus
  • 01/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-269600)

Entwicklung und Neuerrichtung eines Hafenquartiers mit Stadthafen am zukünftigen Cottbuser Ostsee


  • Anerkennung

    Blick über den Hafenplatz, © Monokrom

    Landschaftsarchitekten
    hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Anja Schier, Henning Holk, Tamara Zimmermann

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner, Architekten: mayerwittig Architekten und Stadtplaner GbR, Cottbus (DE)

    Preisgeld
    3.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf besitzt eine übergeordnete Zonierung in private und öffentliche Investitionen. Diese sind nachvollziehbar und in Phasen gegliedert. Die Fassung der südlichen Promenade in geschwungener Form ist ein hervorragendes Gestaltungselement. Der Entwurf arbeitet zudem mit Parkelementen, die allerdings unter dem Aspekt der Urbanität kritisch hinsichtlich ihrer Funktion zu bewerten sind.

    Der Entwurf ist in die Landschaft eingegliedert und die Anbindung an die Umgebung erfolgt über die Fußgänger-/Rad-fahrerbrücke im Norden sowie über den bereits vorhandenen Knotenpunkt. Die zentrale Position des Hafenplatzes bestätigt die Anbindung für motorisierten Verkehr. Die Brücke für Fußgänger (Radfahrer) führt etwas überinstrumentiert auf die vorgesehenen Dachterrassen und zum Turm, wodurch zusammen mit dem Zukunftsfenster ein zweiter Platz erschlossen wird.

    Städtebaulich wird der Entwurf durch einen klaren Charakter geprägt. Die Vielfalt des öffentlichen Raums (Promenade, PocketParks, Zentraler Hafenplatz, Seedünenpark) garantieren eine hohe Qualität und Funktionalität. Die Gliederung ist nachvollziehbar und unterstreicht den Charakter des öffentlichen Raums. Als nachteilig und nicht überzeugend wird die umfängliche und übertriebene Nutzung von (Stütz)Mauern als gliedernde und leitende Elemente gesehen. Der Frei-raum wird so eingeengt und überreguliert. Der Raum / der Platz hat dies nicht nötig. Auch die umfangreiche Nutzung von Beton (mit verschiedenen Qualitätsmerkmalen, wie Farbe oder Strukturmatritze) ist zu dominant.
    Die vorgeschlagenen Nutzungen sind allgemein nachvollziehbar. Gastronomie findet sich am zentralen Hafenplatz, Bootshaus am Südende. Kontrovers diskutiert wird die Konzentration des Einzelhandels auf einen Gebäudekomplex gesehen. Eine Verteilung über das Gebäudeensemble entlang der Promenade wäre wünschenswert und attraktivitäts-erhöhend. Die Erstellung der Parkplatzflächen auf der „Rückseite“ des südlichen Gebäudeensembles führt allerdings zu einer Abwertung des rückwärtigen Raumes (seeabgewandter Raum).

    Der Charakter des Seedünenparks im Zusammenspiel mit dem öffentlichen Raum ist schlüssig mit dem Entwurfs-konzept (Verwandtschaft von Park und Pocketparks), allerdings nicht plausibel und überzeugend in Bezug zum gesamten See und dessen vorhandener Vegetationsareale. Das Hafenquartier sollte als Stadthafen vordergründig urbanen Charakter tragen.

    Die Erschließung des Wettbewerbsgebietes wird selbst unter der Annahme, dass die Zuwegung / Versorgung über die Fußgängerzone / Promenade mit reduzierter Geschwindigkeit erfolgt, kontrovers beurteilt. Die südliche Erschließungs-straße öffnet die Versorgung der südlichen „Privatwirtschaft“. Allerdings bleibt offen, wie die Slipanlage im Süden verkehrlich erschlossen werden soll. Anlieger- und Besucherverkehr sind voneinander getrennt. Stellflächen für den Besucherverkehr sind westlich der B168 (außerhalb des Projektgebietes) angesiedelt. Der ruhende Verkehr von Anwohnern ist an den Gebäuden vorgesehen, wenn auch unglücklich artikuliert.

    Die Integration eines energetischen Konzeptes und innovativen Ansatzes für Ver- und Entsorgung beschränken sich auf eine Reihe von einschlägigen und zeitgemäßen Standardtechniken zur Ver-/Entsorgung, die nachvollziehbar in das gesamte Konzept (hydrothermisches System, autarke Abwasserentsorgung und Photovoltaiksysteme) integriert sind. Als einzige Versorgung aus dem öffentlichen Netz ist Trinkwasser und Elektroenergie vorgesehen.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen guten Diskussionsbeitrag dar, die Klarheit und die Selbstverständlichkeit des Gesamt-konzeptes sind unbestreitbar, ein innovativer Charakter wird jedoch vermisst.