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  • DE-75059 Zaisenhausen, DE-75059 Zaisenhausen
  • 01/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-266971)

Neue Ortsmitte Zaisenhausen


  • 3. Preis

    Günter Hermann Architekten Modell: Bela Berec, Esslingen

    Stadtplaner
    Günter Hermann Architekten, Stuttgart (DE), Tuttlingen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Siegmund Landschaftsarchitektur, Schömberg (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit zeichnet sich durch die richtige Setzung des Rathauses im städtebaulichen Umfeld aus und bildet eine wohl proportionierte Mitte. Die Raumfolge von Nord nach Süd ist schlüssig von einem Kulturhof über den Rathaus- und Kirchplatz, dem Festplatz, der Wiese bis hin zum Spielplatz entwickelt. Sie wird von einem durchgehenden Pflasterbelag angemessen unterstützt und verknüpft.
    Die konkrete Einbindung ins Umfeld ist nur zum Teil gelöst. Insbesondere der Übergang vom Rathausplatz zum Kulturhof unter Einbeziehung der privaten Grundstücke erscheint problematisch, wohingegen der südlich gelegene Rathausgarten die Anbindung an vorhandene Gebäude gut löst. Auch die Erschließung der Zehntscheune, Bücherei und der privaten Flächen funktioniert sowohl zu Fuß als auch mit dem Pkw. Im südlichen Bereich (Farrenstall-Areal) liegt ein klar strukturierter Grünbereich mit Bürgertreff und Spielplatz. Letzterer liegt im Überschwemmungsbereich und sollte in seiner Lage überdacht werden. Die eingestreuten Themen bilden die Vielfalt der Wünsche der Bürger ab.
    Die Anbindung an den Südweg ist gelöst. Der Bürgertreff liegt richtig und wird gemeinsam mit dem Festbzw. Parkplatz durch einen grünen Sichtschutz gut von der Bebauung abgegrenzt. Der Grüne Teppich für die Kirche wird kritisch diskutiert.
    Die Idee nördlich der Kirche einen gemeinsamen Innenhof mit den privaten Grundstücken zu bilden wird grundsätzlich positiv gesehen, ist in der Umsetzung aber kaum vorstellbar.
    Der Belagsteppich aus gelb-grauem Granitpflaster ist hochwertig und scheint dem Ortsbild angemessen.
    Die Möblierung, wie zum Beispiel das Denkmal für Gefallene und die Spielwiese am Rathaus, sollte überdacht und vor allem präzisiert werden.

    Das Rathaus als Langhaus fügt sich grundsätzlich gut ins Ortsbild ein. Es wird als Pendant zum Kirchenschiff jedoch mit einem sehr steilen, überzogen wirkenden Satteldach entwickelt. Die Gebäudegliederung und die Fassade werden dabei zu stark von der Kirche abgeleitet und führen so zu einem sehr geschlossenen Gebäudetypus.
    Das Rathaus steht auf einem kleinen Podest, ca. zwei Stufen über dem Straßenniveau. Der Sockel des Gebäudes ist ein probates Mittel, die Höhenentwicklung des Geländes nach hinten aufzunehmen. Der Rathauseingang ist richtig positioniert, aber für die Ansprüche der Gemeinde nach Offenheit und Transparenz zu klein proportioniert. Der zweibündige Grundriss stellt eine wirtschaftliche Typologie dar. Alle Funktionen - auch der Ratssaal und der kleine Sitzungssaal im Obergeschoss - sind richtig angeordnet. Der überhohe Dachstuhl und vor allem die Trennung von Ratssaal und kleinem Sitzungssaal schränken die Nutzungsmöglichkeiten ein.
    Die vertikale Erschließung über ein abgetrenntes Treppenhaus ist schwer auffindbar und erfüllt nicht die Erwartungen an ein öffentliches Gebäude. Der Sandstein als Sockelmaterial ist ortsbildtypisch, weitere Aussagen zur Fassade und zum Dach fehlen.
    Die Wirtschaftlichkeit der Freiräume liegt mit den gewählten Materialen eher im oberen, das Rathaus im mittleren Bereich.

    Insgesamt stellt die Arbeit in städtebaulicher und freiräumlicher Hinsicht einen guten und angemessenen Beitrag dar. Insbesondere die Positionierung des Rathauses ist gelungen. Die architektonische Ausformung scheint jedoch nicht unbedingt dem Wunsch der Gemeinde nach einem offenen, einladenden Rathaus zu entsprechen.


INFO-BOX

Angelegt am 06.02.2018, 09:03
Zuletzt aktualisiert 06.02.2018, 15:39
Beitrags-ID 4-151890
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