loading
  • DE-55120 Mainz
  • 01/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-293549)

Zollhafen Mainz Baufeld Rheinallee 1


  • 1. Preis

    Neue Wohnungen und ein Hotel für den Zollhafen, © kbnk / bloomimages

    Architekten
    KBNK Architekten GmbH, Hamburg (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    25.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Hotel wird als eigenständiger, sechsgeschossiger Baukörper im Süden des Baufeldes gegenüber der Kunsthalle und zugleich am Quartierseingang platziert. Dadurch sind die öffentlichen Bereiche des Hotels (Foyer, Gastronomie) einem sehr wichtigen und belebten öffentlichen Freiraum zugeordnet. Zugleich wird der Zugang zum Quartier an dieser Stelle auch städtebaulich betont. Die Miet- und Eigentumswohnungen sind in den sich nördlich anschließenden Gebäudeteilen angeordnet. Die Mietwohnungen befinden sich in dem winkelförmigen äußeren Bauteil, während die Eigentumswohnungen die inneren Gebäudebereiche zum Hafen hin einnehmen. Durch die Herauslösung des Hotels aus dem Gesamtkomplex wird eine große Anzahl von (Miet-)Wohnungen entlang der Rheinallee angeordnet. Diese sind geschickt zoniert, so dass die Aufenthaltsräume zum Innenhof liegen, während entlang der Rheinallee Bäder, Küchen und Treppenräume platziert sind. Dies ermöglicht einen Verzicht auf Schallschutzmaßnahmen vor den Fenstern zur Rheinallee. Lediglich in den Wohnungen an den Außenecken zur Rheinallee besteht diesbezüglich Klärungs- bzw. Überarbeitungsbedarf. Auch die hier dargestellten Außenwohnbereiche sind so vermutlich nicht möglich. Eine besondere Qualität des Entwurfs ist die konsequent fünfgeschossige Ausbildung der Wohnbereiche, die zur Rheinallee hin eine wohltuende Reduzierung der Wandhöhen mit sich bringt. Die Sonderstellung des Hotelbaus wird dadurch zusätzlich unterstützt. Die Binnengliederung der Fassaden zur Rheinallee erscheint – auch in den Visualisierungen – als angemessen differenziert, wobei diese Differenzierung in weiteren Planungsschritten erhalten bzw. präzisiert werden müsste. Hierzu zählen insbesondere die horizontale Gliederung der Fassade an der Rheinallee mit den dazwischenliegenden, zurückversetzten geschosshohen Klinkerelementen und den ebenfalls geschosshohen Glasfeldern, die farblich unterschiedenen Fassaden- und Sockelbereiche sowie der in den Visualisierungen dargestellte vielfältige Umgang mit den Klinkerstrukturen. Der Bereich zwischen Hotel und Wohnungen wird in den Obergeschossen durch einen Annex an das Hotel geschlossen, der mit Hotelzimmern belegt ist. Im Bereich des Erdgeschosses bleibt dieser Bereich offen und bildet eine Vorfahrt- und Wendemöglichkeit, die – leicht versetzt – zugleich die Achse der Neckarstraße aufgreift und fortführt. Die städtebauliche Idee des Bebauungsplans wird damit in besonders hohem Maße aufgegriffen und umgesetzt. Die genaue geometrische Ausführung in Bezug auf die Festsetzungen des Bebauungsplans müsste im Rahmen der weiteren Planung geprüft werden, ebenso die Belange des Schall- und des Hochwasserschutzes im Bereich des Durchgangs. Diese Aspekte erscheinen jedoch lösbar, ohne die besondere Qualität des Entwurfs in Frage zu stellen. Wirtschaftlich erscheint der Entwurf insgesamt in einem eher günstigen Bereich – die von den Verfassern selbst angegebenen Kosten erscheinen im Vergleich mit den anderen Arbeiten und auch in der Beurteilung der Sachverständigen als zu hoch angesetzt. Die Flächenanforderungen für die Wohnungen werden unterschritten, die des Hotels überschritten. Hier sollten mögliche Verschiebungen und Korrekturen geprüft werden. Die Fassaden der Punkthäuser und »Gebäudeköpfe« zum Hafenbecken könnten gestalterisch noch differenzierter gestaltet werden. Insgesamt wird der Entwurf als wertvoller Beitrag zum Verfahren gewürdigt, der den Rahmenbedingungen und den Zielsetzungen der Aufgabe in besonders hohem Maße gerecht wird.


INFO-BOX

Angelegt am 23.02.2018, 14:58
Zuletzt aktualisiert 28.02.2018, 12:45
Beitrags-ID 4-152557
Seitenaufrufe 966