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  • DE-71522 Backnang, DE-71522 Backnang
  • 03/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-270517)

Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof Backnang


  • Anerkennung

    Städtebauliche Gesamtidee, © capattistaubach Landschaftsarchitekten/ vielmo architekten

    Landschaftsarchitekten
    capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: vielmo architekten, Stuttgart (DE), Berlin (DE)
    Tragwerksplaner: Mayr | Ludescher | Partner Beratende Ingenieure, München (DE), Stuttgart (DE)
    Verkehrsplaner: Breinlinger Ingenieure Hochbau GmbH, Tuttlingen (DE)
    Modellbauer: werk5 GmbH, Modellbau Berlin, Berlin (DE)

    Preisgeld
    9.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser der Arbeit verstehen das Bahnhofsplateau insgesamt als Stadtbalkon. Zwischen zwei mit flügelförmigen Metallfassaden verkleideten Parkhäusern inszenieren sie den ZOB und den Bahnhof als Säulenhallen und schaffen dadurch eine ruhige, ordnende Struktur. Ob damit jedoch ein Stadteingang definiert wird, ist fraglich.
    Der ZOB, die mit respektvollem Abstand integrierte Stadtbrücke und das Bahnhofsdach werden mit einem trapezförmigen Platz verbunden, der als Stadtterrasse oberhalb der Erbstetter Straße in die vorhandene Böschung auskragt.
    Über diesen Platz werden sinnvollerweise alle Fußgängerquerungen in und aus der Stadt abgewickelt. Die helle Struktur des Daches und der Säulen des ZOB erzeugen einen klaren aber auch schweren Gesamteindruck; sie könnten an Atmosphäre gewinnen, wenn sie insgesamt etwas leichter wirken würden.
    Die gläsernen Baukörper, die unter dem Bahnhofs-Säulendach angeordnet sind, sind durch einen Luftraum getrennt, der mit Treppen in die vorhandene Unterführung führt. Dieses Ensemble von Dach und Pavillon wird nicht als eigenständig und vor allem nicht als Bahnhof wahrgenommen.
    Die Freiraumqualitäten sind nur angedeutet, es fehlt eine weitere Durcharbeitung. Ob das kreisförmige Durchbrechen der vorhandenen Böschungsbäume durch die Terrasse und der angedeutete Baumhain zwischen Bahnhof und Parkhaus ausreichend räumliche Qualitäten bilden, wird kritisch diskutiert.
    Auch der Höhenunterschied zwischen Platz und Bahnhof wird als nachteilig empfunden.
    Der ZOB ist aufgrund der Stellung des Fahrleitungsmastes (Querspannwerk), der Ausprägung der Sägezähne und der Mittelinsel in der Ostausfahrt in der angebotenen Form nicht befahrbar. Die ausgegebenen Querneigungen und die Höhe der Trennmauer zwischen ZOB und Oberer Bahnhofstraße scheinen nicht optimal.
    Die ZOB-Überdachung ist eine klassische Konstruktion bestehend aus eingespannten Schleuderbeton-Stützen mit einer aufgelagerten Stahl-Fachwerkkonstruktion. Die Dachkonstruktion wird gebildet durch die Fachwerke, die Pfetten, das Trapezblech sowie die Aussteifungsverbände.
    Die Tragstruktur wird durch vergleichsweise standardisierte Konstruktionselemente gebildet.
    Die Wirtschaftlichkeit ist aufgrund von standardisierenden Konstruktionen gegeben.

    Insgesamt gelingt den Verfassern ein solider, städtebaulich ordnender Entwurf bei gleichzeitig eher einfachem Freiraumstandard. Die Halle des ZOB – als krönendes Bauwerk auf dem Bahnhofsplateau interpretiert – stellt einen anerkennenswerten Beitrag dar.