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  • DE-54290 Trier, DE-54293 Trier
  • 04/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-279957)

Ruwertalschule – Neubau Grund- und Realschule plus und Teilsanierung Mehrzweckhalle


  • 1. Preis

    Lageplan, © Friedrich Poerschke Zwink Architekten und Stadtplaner, silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Friedrich Poerschke Zwink Architekten und Stadtplaner BDA AIA, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Grundschule und Realschule sind als zwei klar ablesbare Baukörper mit separaten, über einen gemeinsamen Schulhof erreichbaren Zugängen angeordnet. Beide Baukörper sind auf Schulhofniveau über den Bibliotheksbereich verbunden. Im Unter- bzw. Gartengeschoss verbindet ein (einhüftiger) Fachraumbereich beide Gebäudeteile. Die Ganztagsbereiche werden zusammengefasst und konsequent im sogenannten Bestandserweiterungsbau angeordnet. Dieser sowie das vorhandene Mehrzweckgebäude werden hierbei baulich zusammengefasst und ergeben somit eine neue und überzeugende bauliche Einheit. Der Umbau und die gestalterische Überformung des Bestandserweiterungsbaus erscheinen dabei bautechnisch und ökonomisch plausibel umsetzbar. Das Problem des fehlenden zweiten baulichen Rettungsweges für das
    Gebäude wird gelöst.

    Die beiden Schulbaukörper für Grund- und Realschule sind als Atriumtypen konzipiert und bilden so für beide Schulformen »Lernhäuser« als attraktive, auf die Gemeinschaft bezogene und sehr gut nutzbare Einheiten von hoher räumlicher Qualität. Der zentrale Hofbereich der Grundschule ist als geschlossenes Atrium ausgebildet, die Realschule erhält einen offenen Lichthof.
    In der weiteren Entwicklung sollte eine Schließung auch dieses Innenhofs im Sinne einer erweiterten Nutzungsmöglichkeit und erhöhten Kompaktheit des Gebäudes geprüft werden. Die Freiräume der Schule sind klar zoniert. Der Vorplatz bildet durch einen inselartigen, baumbestandenen Warte- und Ein-/Ausstiegsbereich einen angemessenen Auftakt für die Schule. Der Schulhof ist als gemeinsamer Hof für beide Schularten konzipiert, der in verschiedene thematische Bereiche (Spiel und Sport, Ruhe und Verweilen) gegliedert ist.

    Ein Baumkarree spendet Schatten und stellt ein zusätzliches (frei-)raumbildendes Element dar. Die Lage und Erreichbarkeit der Eingänge zu den Schulgebäuden werden intensiv diskutiert. Die Erschließung über den Schulhof wird als richtig festgestellt. Allerdings sollte die genaue räumliche Ausformulierung der Eingangsbereiche in den Erdgeschossen der Gebäude nochmals überprüft werden, da hier durch die Jury Potentiale zur klareren Anordnung und räumlichen Optimierung gesehen werden. Der Verbindungsweg zwischen Vorplatz und Schulhof sollte räumlich/gestalterisch im Sinne seiner Bedeutung als Hauptzugang zum Schulgelände gestärkt werden. Die Anlieferung für Mensa und Mehrzweckgebäude erfolgt parallel zur Schulstraße am östlichen Rand des Grundstücks. Hier erscheint eine noch unmittelbarere Zugänglichkeit des Mehrzweckgebäudes möglich und sollte in weiteren Planungsschritten überprüft werden. Als ergänzende Angebote finden sich die Gartenterrasse mit Schulgarten im Nordwesten sowie die sogenannten Schulterrassen im Südwesten, deren Sitzstufen die Aussicht in das Ruwertal erlebbar machen. Der im Westen angrenzenden Wohnnutzung sind somit eher ruhige Außenbereiche zugeordnet, wodurch Nutzungskonflikte vermieden werden.

    Die Gebäude sollen in konventioneller Massivbauweise errichtet werden. Für die Fassaden werden durch Klinkervorsatzschalen sowie Holz-Aluminium-Fenster langlebige und robuste Materialien gewählt, bei denen sich höhere Erstellungskosten über den Lebenszyklus des Gebäudes hinweg durch geringere Betriebskosten amortisieren. Erweiterungsmöglichkeiten für den Bau sind sowohl durch räumliche Potentiale der Baukörper (Atrium Realschule, Rücksprünge der Eingangsbereiche, Verbindungsbereich im 1. OG) gegeben, als auch im Freibereich nördlich des Gebäudekomplexes. In Bezug auf die Gebäudetechnik werden über Solarthermie und Photovoltaik, Saisonspeicher in den Hanggeschossen sowie den Verzicht auf mechanische Lüftung und Konzepte zur Nachtauskühlung positive Angebote hinsichtlich ökonomischer wie ökologischer Fragestellungen unterbreitet. In Bezug auf die Flächen- und Volumenkennwerte liegt die Arbeit in einem mittleren Bereich. Leicht erhöhte Werte in Bezug auf den Brutto-Rauminhalt und die Hüllflächen könnten durch Optimierung der Geschosshöhen korrigiert werden. Der Entwurf überzeugt insgesamt durch ein kompaktes, räumlich und gestalterisch besonders qualitätsvolles Konzept, dem zudem eine hervorragende Einbindung der Bestandsbauten gelingt.


INFO-BOX

Angelegt am 20.04.2018, 09:11
Zuletzt aktualisiert 23.04.2018, 12:25
Beitrags-ID 4-155532
Seitenaufrufe 282