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  • DE-48159 Münster, DE-48143 Münster
  • 04/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-278853)

Erweiterung des Schulzentrums Kinderhaus - Neubau einer 2-zügigen Grundschule mit Mensa in Münster


  • 2. Preis

    © scape Landschaftsarchitekten GmbH

    Landschaftsarchitekten
    scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Funk , Hiltrud Maria Lintel , Prof. Rainer Sachse

    Mitarbeit
    Chiara Linda Maria Galimberti, Ben Zemke

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: architekten h2 Haverkamp Holthaus, Emsdetten (DE)

    Erläuterungstext
    Das freiraumplanerische Konzept sieht die Erhaltung der Wallanlage und deren Einbindung als Spielort in die Grundschulfläche vor. Es werden verschiedene Ebenen geboten: Der Wall, die Bastion und der Pausenhof, verknüpft durch den Einsatz von Holzpfähle, die den umliegenden Wald widerspiegeln. Die Hauptstruktur besteht aus einem Netz-Turm mit Rutsche, welche die Grundform der Bastion aufgreift. Der Spiel-Parcours im Böschungsbereich erweitert die Spielfläche um ein Kletter- und Balanciergerüst mit Netzen und Seilen und ein Baumhaus. Das Freiraumkonzept strebt eine naturnahe Gestaltung an. Die gelb gefärbten Holzpfosten erhellen den Waldbereich und schaffen einen Bezug zum Farbkonzept der Schule. Der zentrale Pausenhofbereich der Grundschule wird als offene Bewegungsfläche geplant. Am nordöstlichen Rand des Neubaus befindet sich ein großer Baum mit Sitzelement. Die im Norden von der Böschung geschützte Bank dient zum Verweilen und als Rückzugsmöglichkeit; ihre Linienführung führt die Formensprache der Bestandsflächen konsequent fort. Der Vorplatz der Mensa wird als freie Fläche mit einem Holzpodest als Treffpunkt konzipiert. Entlang des vorhandenen Schulgebäudes wird die Bepflanzung ergänzt und durch Sitzmöglichkeiten mit den anderen Bereichen verknüpft. Als Übergang zum restlichen Teil der Anlage und als Anschluss an die baumbestandene Böschung wird im südlichen Teil eine Gehölz-Neupflanzung mit Holzpodest verortet.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtische Bezüge und Leitidee
    Es handelt sich um ein sehr interessantes Konzept mit hoher Eigenständigkeit und hoher architektonisch-räumlicher Qualität welches aber auch kontrovers diskutiert wurde.
    Das Besondere an diesem Konzept ist die gelungene Anordnung und besondere Formgebung der Klassen im Sinne von Klassenhäusern.
    In Richtung Deilmann–Bau wird ein quadratischer Baukörper gesetzt, der sich nach Süden in ein freies Prinzip auflöst. Durch Abbruch der Bestand-WC‘s entsteht hier ein angemessen proportionierter und mit Bestands- und Neubau gut gefasster Freiraum. Dieser ist mit der Gesamtkonzeption der Freiflächen gut verknüpft.
    Die innere und äußere Gestalt ist gelungen, in der Gestaltung bildet der Entwurf einen Kontrapunkt, den Leitgedanken des Funktionalismus der 70er Jahre greift er aber auf. Heutige funktionale und gestalterische Anforderungen werden mit einer eigenständigen Gestalt zum Ausdruck gebracht, und stellen in diesem Sinne ein “Weiterbauen“ im Bestand dar.

    Freiraumgestaltung
    Die Verfasser setzen für den Freiraum auf einen naturnahe Gestaltung im Umfeld des Neubaus. Der Text und die Darstellung suggerieren „waldbodenähnliche“ Flächen, die in Anbetracht des ganzjährigen Nutzungsdrucks nicht realistisch erscheinen.
    Der Vorschlag zur Ausbildung des Geschwister-Scholl-Platzes als Adresse und Verknüpfungspunkt wird gewürdigt.
    Der Pausen- und Spielbereich der Grundschule schafft vielfältige Angebote für die Kinder mit unmittelbarer Anbindung der Klassenräume.