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  • DE-33098 Paderborn, DE-33098 Paderborn
  • 04/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-279650)

Abdinghof in Paderborn


  • 3. Preis

    © lindenkreuz-eggert.de

    Visualisierer
    LINDENKREUZ EGGERT | Bildermacherei & Utopografie, Dresden (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Georg Lindenkreuz , Enrico Eggert

    Mitarbeit
    Johanna Konopatzky

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Bolwin | Wulf Architekten, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: POLA, Berlin (DE), Hamburg (DE)

    Preisgeld
    23.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Spannend werden die Bezüge zu Paderborns Geschichte bewertet. Die Teilung des Raumprogramms in zwei Baukörper nimmt die alte Immunitätsgrenze wieder auf. Die Immunitätsmauer selbst wird durch die Zugänglichkeit der Innenhöfe erlebbar gemacht und mit dem Gassensystem Paderborns verwoben.

    Der Haupteingang selbst ist gut positioniert und adressbildend. Die geschlossene, fensterlose Fassade über dem Eingang erscheint abweisend. Dass das Erdgeschoss der Geländetopografie folgt, wird positiv gewertet. Der zweigeschossige innere Marktplatz ist offen und einladend gelöst. Die Lage des Marktplatzes unmittelbar am Marienplatz wird begrüßt. Die Nutzfläche ist um 7 % deutlich kleiner als in der Auslobung gefordert. Stellplätze für Räder sind für Besucher und Mitarbeiter gut gelöst. Lage und Belichtungsmöglichkeit der Kinderbibliothek überzeugt. Dagegen sind die dargestellten Grundrisse in den weiteren Obergeschossen unübersichtlich, unstrukturiert und vielfach mit dunkeln Fluren versehen. Insgesamt ist die Grundrisslösung in den Obergeschossen konventionell, hat lange Wege und ist unflexibel.

    Das Freiraumkonzept überzeugt: Die Platzfolge aus Marienplatz, Am Abdinghof und Abdinghof wird mit einem einheitlichen Belag aufgewertet. Das gewählte „passe verlegte“ Kleinsteinpflaster bleibt chiffrenhaft. Der Marienplatz wird weitgehend von Bäumen freigestellt und seiner geschichtlichen Bedeutung beraubt. Das Gefälle wird über eine aufwendige Freitreppenanlage überbrückt. Kritisch hinterfragt wird hier das Versetzen der Mariensäule selbst aus der vormaligen, historischen Sichtachse zum Brunnen am alten Rathaus. Positiv gewertet werden die angebotenen inneren Verbindungswege längs der Immunitätsmauer mit dem zusätzlichen, öffentlichen Ausgang am Gebäudeteil A/B hin zur Treppenanlage am Franz-Stock-Platz. Am Marienplatz gewinnen die gebäudenahen Flächen durch das Abrücken der Busspur deutlich an Qualität.

    Insgesamt ist der städtebauliche und freiräumliche Ansatz der Arbeit überzeugend. Deutliche Schwächen hat der Entwurf bezüglich der Fassade und der inneren Struktur.