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  • DE-81667 München, DE-81667 München
  • 05/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-276718)

Generalsanierung Gasteig in München


  • Anerkennung

    Freianlagen, © PETER HAIMERL . ARCHITEKTUR und Keller Damm Kollegen GmbH Landschaftsarchitekten Stadtplaner

    Landschaftsarchitekten
    Keller Damm Kollegen GmbH Landschaftsarchitekten Stadtplaner, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: PETER HAIMERL . ARCHITEKTUR, München (DE)
    Architekten: LUDES Architekten - Ingenieure GmbH, Recklinghausen (DE), Bremen (DE), Duisburg (DE), München (DE)
    Visualisierer: sonaar - visualisierung & photographie, Innsbruck (AT)
    sonstige Fachplaner: CL MAP GmbH, München (DE)

    Preisgeld
    50.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser überraschen mit Ihrer Interpretation der gestellten Aufgabe und
    bieten unter dem Stichwort „Die große Rochade“ einen Platztausch zwischen
    Philharmonie und Stadtbibliothek an, um in abschnittsweiser Realisierung zumindest
    für die Philharmonie Aufwände für eine Interimslösung zu sparen.
    Diese Idee, die auch eine Würdigung des Gebäudebestands beinhaltet – so
    wird vorgeschlagen, den Saal der Philharmonie mit Teilen seines Innenausbaus
    zu erhalten und als Bibliothekssaal zu nutzen – wird in ihrer strategischen
    Grundaussage gewürdigt.

    Etliche Aussagen des Entwurfs sind aber widersprüchlich und werfen Fragen
    auf:

    Der als „neues Wahrzeichen“ auffällig fremdartig und für die Mehrheit der Jury
    unangemessen gestaltete Baukörper der neuen Philharmonie ist nicht zur Stadt
    orientiert und bei der Annäherung über die Brücke nicht wahrnehmbar.

    Die Fassadengestaltung der neuen Philharmonie wirkt dem gewünschten Einheitsgedanken aller Institutionen des Gasteig entgegen.

    Der Rückbau von Baukörperteilen im Bereich des Forums widerspricht dem Gedanken
    der Verfasser, dass der Bestandsbau – mit Ausnahme der Stadtbibliothek
    – gewürdigt und in weiten Teilen nur renoviert werden soll. Die Annäherung
    von der S-Bahn in der Rosenheimer Straße wird zu der heutigen Situation
    abgewertet.

    Die gewünschte Öffnung der Kulturinstitutionen zueinander wird durch die Fugen
    des Baukörpers verhindert, die neue Stadtbibliothek ist in Gänze von den
    anderen Institutionen getrennt, die Verbindung zur neuen Philharmonie durch
    einen eingeschossigen Verbindungsbaukörper ist nicht optimal gelöst.

    Am meisten enttäuscht jedoch, dass die Chance eines Neubaus für die Philharmonie
    nicht so genutzt wird, dass hochwertige Säle und kommunikative Foyerbereiche
    entstehen. Sowohl der neue Carl-Orff-Saal als auch die, mit fünf Balkonebenen
    überladene, neue Philharmonie können nicht überzeugen. Der neue
    Saal der Philharmonie erhält die klassische Form eines Rechtecksaals. Die Gestaltung
    des Podiums unterstützt das gegenseitige Hören der Musiker, sowie
    eine kompakte Schallabstrahlung in das Publikum. Die akustische Qualität auf
    den Balkonen ist zu hinterfragen und eine Vergrößerung des Saalvolumens
    könnte erforderlich sein.

    Die Nutzung des alten Philharmonie-Saals als neue Stadtbibliothek lässt einen
    ikonenhaften Raum entstehen, der in seiner architektonischen Inszenierung gewürdigt
    wird. In seiner Wirkung und Visualisierung entspricht die Atmosphäre
    aber nicht den gestellten Ansprüchen an eine zeitgenössische öffentliche Bibliothek,
    die zudem auf neun Ebenen angelegt ist, was wenig nutzerorientiert und
    kommunikationsfördernd ist. In der Bibliothek wird ein Lösungsansatz für die
    Raumakustik vermisst, kritisiert wird die unzureichende natürliche Belichtung.

    Der neu geschaffen Carl-Orff-Platz erscheint überdimensioniert. Der Erhalt der
    Bäume im Hof wird begrüßt. Der schwebende Steg wird als elegante Skulptur
    wahrgenommen. Als Verbindung dient er eher der Entschleunigung.

    In der dargestellten Form erscheinen Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit
    nicht gegeben.

    In dem Denkansatz und der Strategie der „großen Rochade“ wird – bei aller Kritik
    – ein die Diskussion bereichernder Wettbewerbsbeitrag gesehen.


INFO-BOX

Angelegt am 22.05.2018, 15:52
Zuletzt aktualisiert 09.07.2018, 12:01
Beitrags-ID 4-157126
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