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  • AT-5020 Salzburg, AT-5020 Salzburg
  • 03/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-303623)

Neugestaltung Kajetanerplatz in Salzburg


  • 2. Rang


    Landschaftsarchitekten
    lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Ursula Hochrein , Axel Lohrer

    Preisgeld
    2.000 EUR

    Erläuterungstext
    Konzept | Menschen und nicht überzogenen Ausstattung bespielen den öffentlichen Raum und prägen seinen Charakter. Diesen Protagonisten des gemeinschaftlichen städtischen Lebens wird eine größtmögliche Bühne eingeräumt.

    Der offene, freie Platz ist so Ausgangspunkt des Konzeptes. Der Kajetanerplatz wird in seiner Rolle als räumlicher Abschluss der engen Gassenfolge verstanden – ein sich öffnender Raum, gefasst von den rahmenden kraftvollen Fassaden, frei von verstellenden dauerhaften Einbauten und flexibel für die jeweilige temporäre Bespielung.
    Die dienenden Funktionen wie Radständer, Parken, WC Anschlüsse etc. werden in die Seitenräume verlagert. Dezent werden die Übergänge durch einen Schirmplatanen, die Konturierung des Haines oder durch eine Kunstinstallation („Obelisk“) räumlich akzentuiert. Der Platz bleibt offen, wird mit versenkten Versorgungspunkten für die unterschiedlichen Nutzungen ertüchtigt und steht den Besuchern und den temporären Nutzungen wie Markt oder randseitiger Gastronomie frei zur Verfügung.


    Verkehrsregime | Der gesamte Platz wird als Begegnungszone ausgewiesen. Aufgrund der reduzierten Geschwindigkeit im partnerschaftlichen Dialog werden weder Velo noch für PKW eigene Spuren ausgewiesen. Parken ist nicht erlaubt. Lediglich die geforderten reservierten Stellplätze Behinderte und für das Gericht sind im Stadtboden lesbar durch kleinteiligere Platten und Intarsiensteine markiert.
    Fahrradabstellplätze sind in allen drei seitlichen Räumen ausgewiesen.


    Stadtboden | Das Stadtbodenkonzept knüpft an die bisherigen Strukturen und neueren Maßnahmen in der Stadt an. Eine mittige „Kiesfläche“ wird durch ein breiteres Plattenband gerahmt.
    Ca. 40-60cm breite Granitplatten in wechselnden Längen bilden den Rahmen. Eine Plattenrinne begrenzt das Band. Die „Kiesfläche“ ist eine Asphaltdecke mit einer abschließenden Possehl -Beschichtung. Die Beschichtung hat sich bei Sanierungen im Autobahnbau bewährt und erlaubt es, den Granit der Seitenbordüre als feinkörniger Splitt gebrochen fest auf einer tragfähigen Asphaltdecken zu binden. Der Platz bekommt dadurch eine durchgehend einheitliche Farbgebung und lebt durch das Spiel der changierenden Nuancen der wechselnden Texturen von Splitt, Bändern und Rinne.
    Das Entwässerungskonzept nützt die grundsätzliche Neigung des Platzes nach Norden. Die fassenden Plattenrinnen bilden die Grundstruktur. Die Pattenbänder fallen von den Fassaden an in der Regel mit 2.5 % bis zu den Rinnen nach außen. Der Platz selber hängt zusätzlich zur Mitte hin leicht durch, was die umgebenden Fassaden unterstreicht und zusätzliche Entwässerungsoptionen bietet. Schlitzrinnen oder verdeckte Einläufe werden nicht verwendet.
    Die Platten werden dynamisch auf der Tragschicht verlegt. Die Asphaltdecke unter der Possehlschicht ist den Anforderungen entsprechend ausgebaut.

    Leitsystem | Im Plattenbelag werden auf der Außenseite taktile Streifen und Gelenkpunkte für das Leitsystem eingefräst.


    Ausstattungen | Die Ausstattung ist bewusst reduziert, um der freien Bespielung größte Flexibilität einzuräumen. Schmale Fahrradbügel aus glimmerantrazitem Stahl bieten Befestigungsmöglichkeiten in den Randbereichen. Anschlüsse für temporäre WC und Senkelektranten befinden sich in den Seitenstreifen am Justizgebäude. Feingliedrige Steinbänke flankieren dessen Portal. Locker eingestreut werden insbesondere unter dem Platanendach schwerere farbenfrohe Stahlstühle zur freien Aneignung verortet. Zu Paaren gekoppelt können sie leicht bewegt aber nur schwer von Dritten entfernt werden
    Neben diesen non-kommerziellen sitzangeboten sind die geforderten Flächen für die Gastronomie ausgewiesen. Deren Möblierung sollte einheitlich mit hochwertigem Holzmobiliar und hellen naturfarbenen Sonnenschirmen ohne Werbung erfolgen. Abgrenzungen zum öffentlichen Raum sollten nicht erlaubt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Als besonders positiv wird von der Jury die Anordnung der Schirmplatanen im Bereich des bestehenden Brunnens angemerkt. Eine erhöhte Aufenthaltsqualität wird in diesem Bereich angeboten. Die Behandlung des gesamten Wettbewerbsbereiches als eine durchgehende Fläche mit breitem Band zu den Umgebungsgebäuden wird ebenfalls sehr positiv gesehen. Eine Ausweisung der Standflächen für die Marktstände wird vermisst bzw. ist nur in einem Rendering erkennbar. Die darin ablesbare Anordnung der Marktstände vor dem Eingang zum Justizgebäude wird von der Jury kritisch beurteilt und ist dies auch im Vorbericht der SVK so angemerkt. Die Einhaltung des Kostenrahmens wäre nur durch eine Reduktion der Granitplattenfläche oder durch einen Austausch dieser Fläche in der Materialität (Betonplatten o.ä.) möglich.


INFO-BOX

Angelegt am 30.05.2018, 14:49
Zuletzt aktualisiert 04.06.2018, 09:37
Beitrags-ID 4-157499
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