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  • DE-40225 Düsseldorf, DE-40225 Düsseldorf
  • 05/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-281881)

Innovatives und Interdisziplinäres Lehr- und Lernzentrum Medizin (i2L2med) des Universitätsklinikums Düsseldorf


  • ein 3. Preis

    Lageplan Außenanlagen

    Landschaftsarchitekten
    plan b - Jürgensmann Landers Landschaftsarchitekten Partnerschaft mbB, Duisburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: hks | architekten GmbH, Aachen (DE), Erfurt (DE), Bad Neuenahr (DE)

    Preisgeld
    30.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Neubau fügt sich als kompakter, viergeschossiger Solitär in seiner Lage und Ausrichtung in den städtebaulichen Kontext des Campusgeländes ein. Durch die Viergeschossigkeit gelingt ein kompakter Baukörper, der sich städtebaulich gut positioniert und zu dem angrenzenden östlichen Wohngebiet ausreichend Abstand hält. Die großflächigen Nutzungen wie Präparationssaal, OPSeminarräume und Hörsäle werden dabei als zweigeschossige Kuben in die viergeschossige Struktur gesetzt. Die dazwischenliegenden Geschossebenen sind durch Lufträume verbunden. Im Inneren wird der Baukörper weiter durch Innenhöfe zoniert, die die Orientierung und natürliche Belichtung trotz der Kompaktheit des Solitäres sichern.

    Die Haupterschließung des Neubaus erfolgt von Norden und wird bewusst durch einen zweigeschossigen Einschnitt als überdachter Eingangsbereich ausformuliert. Das zentrale Eingangsfoyer ausgebildet – als über alle Ebenen offene Magistrale – verbindet zentral alle Nutzungsbereiche und leitet im Süden in die extensiv gestaltete Landschaftsfuge über. Der zentrale Erschließungsbereich bildet einen offenen Raum für Kommunikation und Interaktion zwischen den unterschiedlichen Bereichen. Gleichzeitig finden sich hier geschützte Bereiche, die ein offenes Arbeiten ermöglichen.

    Die zentrale Nord-Süd-Achse erschließt übersichtlich alle vier Ebenen und durch die begrünten Innenhöfe wird ein offenes und übersichtliches Raumkontinuum geschaffen, das der Orientierung und Identität Rechnung trägt. Die höhere Gebäudehöhe wird durch den Abstand zur Wohnbebauung als möglich angesehen.

    Die großflächigen Nutzungen des Gebäudes werden als Kuben sowohl innen wie außen ablesbar. Die Flächen zwischen den Kuben werden mit geschosshohen Verglasungen geschlossen. Dadurch entsteht innen wie außen ein Spiel mit geschlossenen und offenen Bereichen, die den Solitär in seiner architektonischen Gestaltung spielerisch auflösen.

    Das auf zwei Ebenen verteilte Trainingszentrum ist aus Sicht der Jury schwierig in der betrieblichen Umsetzung. Die unterschiedlichen Nutzungsbereiche sind allerdings gelungen über das zentrale Foyer miteinander verwoben. Im Erdgeschoss ist die Trennung von Umkleiden zum Präparationsraum über die Magistrale nicht günstig.

    Aus landschaftsarchitektonischer Sicht überzeugt die Arbeit durch ihr bewusstes Abrücken von der benachbarten Wohnbebauung und die damit einhergehende Schaffung einer Grünvernetzung zum angrenzenden Park an Stelle einer Abstandsfläche. Die drei Innenhöfe schaffen eine angenehme Raumqualität im Inneren des Gebäudes, die Setzung von Großbäumen dort wird aber sehr kritisch gesehen. Der überdachte, eingeschnittene Eingangsplatzbereich wird positiv bewertet.

    Die kompakte Gebäudeform ist das einzig Nachhaltige des Projektentwurfs. Sowohl in Bezug auf den sommerlichen und winterlichen Wärmeschutz sowie auch aus Sicht einer guten Tageslichtnutzung überzeugt das Projekt trotz großem Fensterflächenanteil nicht (zusätzlich zu dem fixen und daher nicht optimalen Alustreckmetallverschattungssystem ist ein Sonnenschutzglas erforderlich, was die Tageslichtausbeute über das Jahr gesehen nochmals deutlich vermindert). Auch in Bezug auf weitere ökologische Aspekte stellt das Projekt kein Optimum dar.

    Die Arbeit liegt bei BGF und BRI leicht über dem Durchschnitt der eingereichten Arbeiten; im Verhältnis Volumen zu Fläche im Durchschnitt. Das Raumprogramm ist im Wesentlichen eingehalten, jedoch weist die Arbeit im Vergleich große Erschließungsflächen auf.

    Die Qualität der Arbeit liegt im konzeptionellen Ansatz sowie in der kompakten Form, die die unterschiedlichen Anforderungen an die lichten Raumhöhen der unterschiedlichen Säle geschickt miteinander verwebt. Die Durchgängigkeit der inneren Erschließung sichert ein lebendiges und einladendes zentrales Foyer und trägt dem Wunsch des Auslobers nach einem zentralen Kommunikations- und Erschließungsbereich gelungen Rechnung.