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  • ein 3. Preis

    Lageplan 1:500, © © FMA FISCHER MEYERHANS ARCHITECTS / Zplus Landschaftsarchitektur

    Landschaftsarchitekten
    Zplus Landschaftsarchitektur, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Bauingenieure, Tragwerksplaner: TEUFFEL ENGINEERING CONSULTANTS, Berlin (DE), Stuttgart (DE)
    Architekten: FMA FISCHER MEYERHANS ARCHITECTS, Hamburg (DE)

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Der Neubau auf dem Gelände des Neuen Luisenstädtischen Friedhofs in Berlin-Neukölln fügt sich in die lineare Rhythmisierung der freistehenden Baukörper und formuliert im Gebäudeverband mit dem Neubau des Evangelischen Friedhofsverbandes und STATTBAU eine räumliche Tor- und Eingangssituation zum Friedhof. Die hierzu leicht ausgedrehte orthogonale Ordnungsstruktur des Friedhofs wird mit den „auf den Friedhof“ zugewandten Gebäudeteilen aufgenommen und weiterführend in die Freianlagen übertragen. So werden vorhandenen Wegeverbindung auf dem Gelände fortgeführt.
    Durch Öffnung der Mauer an der Hermannstraße bilden sich neue Zugänge im Westen. Durch Anordnung eines öffentlichen Cafés als funktionaler Mittler an der Straße wird zudem der Personenlauf des U-Bahnhof Leinestraße angebunden.

    Der Eingangshof öffnet sich zur Hermannstraße und ist zugleich Treffpunkt und Ausgangslage für die verschiedenen Nutzungsbereiche die über den Haupteingang erschlossen werden; Verwaltung, Veranstaltung, Ausstellung und Cafeteria. Die Platzfläche ist großzügig gestaltet und funktioniert als Außenbereich für die Cafeteria gleichermaßen.

    Ein Kräuter- und Duftgarten im Eingangshof bietet zusammen mit einer Spalierobstanlage rund um das Trafohäuschen vielfältige Möglichkeiten der Sinneswahrnehmung und verweist beiläufig auf das gärtnerische Thema und die Funktion des Gebäudeensembles. Die historische Mauer wird mit alten, örtlichen Bestandsziegeln restauriert und mit Beleuchtung für den Hof inszeniert.
    Der rückseitige Gartenbereich wird über ein orthogonales Wegenetz erschlossen und so angelegt, dass ein kleiner Rundgang möglich ist, der sich auf dem Dach fortsetzt. Dem Ausstellungsgebäude vorgelagert befindet sich eine Terrasse, die im Sommer als erweiterte Ausstellungsfläche fungieren kann oder geselligen Anlässen den passenden Rahmen bietet. Der anschließende Gartenraum gliedert sich in drei Bereiche: den Gemüsegarten mit ‚Schaubeeten‘, die zentrale Wiesenfläche unter der alten Eiche, die das Grüne Klassenzimmer beherbergt und Platz für verschiedene frei platzierbare Aktivitäten bietet, sowie eine Kleingartenparzelle. Hier sind die verschiedenen Schulgartenprojekte der Schreberjugend untergebracht. Entlang der Friedhofsmauer werden Spalierobst - Gehölze gepflanzt.

    Über die Außentreppe erreicht man die Dachgärten. Vom gestuften Aussichtspunkt erschließt sich die gesamte Grünanlage mit Rundgang.
    Gegenüber der eher traditionellen Auffassung des Kleingartens und Gärtnerns, die im Erdgeschoss gezeigt wird, stellen die Dachgärten aktuelle und Zukunftsthemen des Gärtnerns in der Stadt - und bei zunehmend eingeschränktem Platzbedarf - vor. Über der Ausstellungshalle das Thema ‚Urban Gardening‘ als Gemeinschaftsgarten thematisiert. Über eine rollstuhlgerechte Rampe gelangt man zum tiefer gelegenen Teil. Hier werden Hochbeete und deren Bewirtschaftung gezeigt. Sie thematisieren die Nutzungsmöglichkeiten auf nachträglich begrünbaren Dächern, die keine entsprechenden durchgehenden Aufbauhöhen bieten können. Unterfahrbare Hochbeete veranschaulichen darüber hinaus die Möglichkeiten des barrierefreien Gärtnerns. Oberlichter lassen den Blick und Licht wieder hinunter in den Ausstellungsbereich fallen. Durch das Treppenhaus im anschließenden Hauptbau, bzw. den Fahrstuhl gelangt man unmittelbar zum Beginn des Ausstellungsbereiches zurück.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit der zurückhaltenden und ausgewogenen Gestaltung der Baukörper, der Fassade und der Außenräume wird eine angemessene Adressenbildung für den BDG vorgeschlagen.
    Der Entwurf reagiert überzeugend sowohl auf die Situation im städtischen Straßenraum
    als auch auf die Situation im Gartenbereich. Insgesamt schlägt der Verfasser einen gut
    umsetzbaren Beitrag zur gestellten Aufgabe vor.


INFO-BOX

Angelegt am 16.07.2018, 16:06
Zuletzt aktualisiert 18.07.2018, 14:29
Beitrags-ID 4-159485
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