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  • DE-30655 Hannover
  • 09/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-316687)

„In den Sieben Stücken“ Wohnungsbau in Hannover


  • 1. Preis Cluster A

    gruppeomp architekten, © nh studio

    Architekten
    gruppeomp Architektengesellschaft mbH BDA, Bremen (DE), Rastede (DE), Hannover (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: nsp christoph schonhoff landschaftsarchitekten stadtplaner, Hannover (DE)
    Visualisierer: NH Studio, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    In den Sieben Stücken
    In Hannover, Groß-Buchholz – Cluster A

    Das Quartier ‚In den Sieben Stücken‘ verknüpft die typische Zeilenstruktur der östlichen Umgebung räumlich mit dem neu entstehenden Quartier ‚Buchholzer Grün‘. Innerhalb der drei vorgegebenen Cluster sind jeweils drei Baukörper vorgesehen, die durch eine nicht orthogonale Anordnung Grünräume verzahnen und Angerbereiche aufspannen.
    Zwischen Cluster A und B liegt die Haupterschließungsfläche des Quartiers auf. Sie erhält durch die freiräumlichen Gestaltungselemente Platzqualitäten und wird belebt durch die dort liegenden Zugänge und Balkone. Markante Vordächer, Fassadenakzente und Vorzonen schaffen adressbildende Eingänge.

    Zu der Straße ‚In den Sieben Stücken‘ bilden private Gärten Pufferzonen zwischen den Wohnungen und dem öffentlichen Straßenraum, welche durch die Bewohner belebt werden können. Schmale Fugen zwischen den Häusern bieten fußläufige Wegeverbindungen innerhalb des Quartiers.

    Die kubischen Baukörper mit Flachdächern kragen an städtebaulich prägnanten Gebäudekanten über den vorgegebenen Bauteppich als massive Balkone in den öffentlichen Raum aus. Diese ‚Stadterker´ stärken als identitätsstiftendes Element die Gebäudevolumina im Stadtraum und schaffen allseitig eine geschwisterliche Zusammengehörigkeit der drei Zeilen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurfsverfasser zeigt eine klare und wohltuende Haltung zum Stadtraum: Er entwickelt einen großstädtischen, massiven Bautyp mit einer volumetrischen Akzentuierung der südlichen Quartiersecke und gibt dem neuen Wohnquartier dadurch die notwendige Präsenz. Der Verzicht auf einen Stadtplatz an dieser Ecke zugunsten von privaten Gärten wird als richtig empfunden. Mit nur wenigen gestalterischen Handgriffen wie der Überhöhung der Attika und dem Umgang mit den Eckloggien entsteht ein markantes und selbstbewusst anmutendes Haus. Die Verwendung des immerwährend gleichen Fensterformates überzeugt einerseits aus wirtschaftlicher Sicht, viel mehr aber noch aus gestalterischen Belangen: Die fast skulpturale Ausprägung des Gebäudeensembles profitiert von dieser Rhythmisierung und Strenge. Der hohe Wand- und somit Mauerwerksanteilanteil wird im Kontext des gesamten Quartiers als richtig empfunden. Die Grundrisse sind funktional und wirtschaftlich angeordnet, die Platzierung aller Nassräume in der Gebäudemitte ohne Fassadenanschluss wird aber bemängelt. Der Mauerabschluss der Gärten zur Straße In den Sieben Stücken ist zu prüfen: Hier werden Feuerwehraufstellflächen für die einseitig zugänglichen Wohneinheiten des 3. Obergeschosses benötigt. Energie/Nachhaltigkeit: Der Entwurf entwickelt die Fassade einem klassischen Mauerwerksbau entsprechend mit vertikalen Fensterformaten, sodass die Konstruktion unter Verzicht auf teure Abfangungen und Konsolen realisiert werden kann und soll. Die Balkone sind als einzige auskragende Elemente vorgesehen und müssen thermisch getrennt werden. Es ist zu prüfen, ob die unter den Aspekten des sommerlichen Wärmeschutzes gewählten Fenstergrößen im Hinblick auf die Tageslichtversorgung ausreichend für die dahinterliegenden Räume angesehen werden können. Der Auslober stellt die Umsetzbarkeit der Dachgestaltung in Frage, die intensive Begrünung sollte überprüft werden. Bei der gestalterischen Anordnung der Grundrisse wird noch einmal darauf hingewiesen, dass die Bäder zum Teil in der Kernzone ohne Tageslicht angeordnet sind. Sofern hier zumindest zum Teil auf technische Anlagen zur Belüftung verzichtet werden kann, sollte dies noch einmal überprüft werden. Zudem liegen die Aufzugskerne zum Teil an schützenswerte Räume angrenzend und sind entsprechend unter Schallschutzanforderungen zu behandeln, inkl. der Erhöhung der Deckenstärken in diesem Bereich. Die Einfachheit des gewählten Planungsansatzes soll unbedingt in der Durcharbeitung erhalten bleiben, um hier eine kostengünstige Lösung realisieren zu können.