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  • DE-50181 Bedburg
  • 10/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-8955)

Umgestaltung der St. Rochus-Straße und ihres Umfeldes


  • Anerkennung

    idee

    Verkehrsplaner
    BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH, Aachen (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Axel C. Springsfeld

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: REICHER HAASE ASSOZIIERTE GmbH, Aachen (DE), Vianden (LU), Aachen (DE), Dortmund (DE)

    Erläuterungstext
    kaster
    ... eine neue mitte - ein urbaner raum mit grünem rahmen

    Das städtebauliche Konzept für das Zentrum von Kaster basiert auf folgenden Leitgedanken und Zielen:
    • Parkachse als Verbindung nach Bedburg gestalten!
    • Brückenschlag zu Altkaster über einen urbanen Korridor schaffen!
    • Prägende Raumsequenzen aus Plätzen und linearen Räumen
    schaffen!
    • Neues Entrée definieren!

    1. STÄDTEBAULICHES KONZEPT

    Die historische Schichtung aufgreifend, werden klare urbane und landschaftliche Raumfolgen entwickelt. Hierdurch wird dem Stadtkontext und seinen Teilräumen eine deutliche Prägung und Akzentuierung verliehen. Das Anliegen wird durch folgende Maßnahmen erreicht:

    „Geometrische“ Parkachse
    Durch die Anlage einer neuen Parkachse in Nord-Süd-Richtung werden die ehemalige Gleistrasse sowie die angrenzenden Grün-räume aufgewertet. In einer prägnanten geometrischen Sprache schafft sie klare Raumkanten zwischen Siedlung und Landschaft.
    Über die neue Parkachse wird eine Fuß- und Radwegeverbindung nach Süden in Richtung Bedburg sowie nach Norden in die Landschaft geschaffen. Die Parkspange wird räumlich durch die vorhandene Baumstruktur der alten Trasse und auf der anderen Seite durch eine neue Baumreihe begrenzt. Dazwischen spannt sich ein weiter, offener Raum auf, der vielfältig genutzt werden kann. Nördlich der St. Rochus-strasse wird in die weite Wiesenfläche ein vielfältig nutzbares Sport- und Freizeitband eingefügt.

    „Weiche“ Landschaftsachse
    Im Spannungsfeld zur neuen geometrischen Parkachse umfließt eine weichere Landschaftsachse den urbanen Kern von Altkaster und stellt die Verbindung zwischen den Kasterer Seen und dem Erfttal her.
    Beide Landschaftselemente gliedern den Siedlungsraum und definieren deutliche Grenzen zwischen bebauten und landschaftlichen Teilbe-reichen.

    Urbaner Korridor mit Raumsequenzen
    Zwischen Kaster und Altkaster wird über einen grünen, urbanen Korridor eine Verbindung im Sinne eines Brückenschlages in Ost-West-Richtung hergestellt. Diese „Spange“ wird von unterschied-lichen Raumsequenzen gebildet. Plätze und lineare Räume wechseln sich ab. Eine dichte Baumfolge verleiht dem Straßenraum den Charakter eines grünen Boulevards und bildet die neue Mitte.

    Neues Entrée
    Markante Grünräume sowie bauliche Akzente wie das Stadtteilzentrum mit dem gegenüberliegenden Gemeindezentrum formulieren ein deutliches Entrée und fungieren zugleich als bauliche Trittsteine im Übergang zu Altkaster.

    2. DIE FUNKTIONALEN UND RÄUMLICHEN BAUSTEINE

    Das vorgeschlagene Konzept setzt sich aus einer Folge von unterschiedlichen Bausteinen zusammen, die funktionale und räumliche Schwerpunkte setzen:

    Baustein: Rathaus und Marktplatz
    Das Kernstück der neuen Mitte wird vom Rathaus in Verbindung mit dem Marktplatz gebildet. Die Rathausnutzung wird an dieser Stelle favorisiert, da über eine solche Funktion eine enorme Stärkung und Belebung der neuen Mitte erfolgen kann. Integrierte öffentliche Nutzungen wie Gastronomie (in Verbindung mit Außengastronomie) beleben zudem den Platz.
    Die Alternativnutzung mit einem MVC (Medizinisches Versorgungs-zentrum) ist in einer ähnlichen Raumfigur an dem Standort realisierbar, in Verbindung mit Einzelhandel im Erdgeschoß und ergänzender Büro-nutzung in den oberen Geschossen. Ein Kubus mit Gastronomie und Außengastronomie vervollständigt das Ensemble.
    Die räumliche Anordnung des neuen Gebäudes stellt eine Klammer zwischen dem angrenzenden Bestand und der gegenüberliegenden Bebauung an der St. Rochus Straße her. So wird der Straßenraum zu einem Bestandteil dieses zentralen Platzes, der von Bäumen einge-fasst wird und über Bänder im Pflaster aufgespannt wird.
    Der Marktplatz ist zurückhaltend gestaltet, die Platzfläche wird freige-halten, so dass der Markt Raum für verschiedene Aktivitäten wie Feste, Marktnutzung, aber auch temporäres Parken lässt. Ein Wasserfeld mit bodenbündig eingelassenen Fontänen und Sitzbänke laden zum Aufenthalt ein.

    Baustein: Einkaufen und Wohnen
    Das heutige Einkaufszentrum (Extra-Markt) wird mittelfristig durch einen neuen Baustein mit großflächigem Einzelhandel in Verbindung mit Wohnen in den Obergeschossen ersetzt. Der öffentliche Raum vor dem Einkaufszentrum wird als Platz formuliert (Rochusplatz) und spannt zusammen mit dem Markt die neue Mitte auf.

    Baustein: Urbaner Korridor
    Die Raumfolge aus Plätzen und linerarem Raum - Marktplatz - Sankt Rochusstraße - Rochusplatz - bildet die neue Mitte von Kaster. Die einheitliche Gestaltung der Flächen unterstreicht die Idee der Mitte. Unterstützt wird die Raumbildung durch markante Baumreihen. Die Flächen für den Fahrverkehr werden optisch reduziert, die Aufenthaltsqualität und die Möglichkeit der attraktiven fußläufigen Verbindung zwischen Markt- und Rochusplatz treten in den Vordergrund. Betonwerkstein mit Bänderungen aus Naturstein und eingelassenen Lichtbändern bilden eine einheitliche Fläche und geben der Mitte eine maßstäbliche Großzügigkeit. Unterstützt wir die Gestaltungsidee durch ein Beleuchtungskonzept aus Baumstrahlern und Lichtlinien. Eine “Familie” von Ausstattungselementen kann den unterschiedlichen Räumen eine einheitliche Sprache geben, gleichzeitig können sie entsprechend ihren funktionalen Anforderungen unterschiedlich ausformuliert werden.

    Baustein: Freizeit und Wohnen
    Die “Parkachse” bildet mit ihrer Nord-Süd Wegeverbindung nach Bedburg und in die angrenzenden Naherholungsgebiete eine wesentliche Freizeitqualität des Standortes Kaster. Mit der Integration von Ost-West Wegeverbindungen von Kaster nach Alt-Kaster, einem Angebot an Freizeitnutzung (Spielplätze, Boulefeld, Volleyballfeld, Sitzgruppe, ...) wird die Parkachse als qualifizierter Freiraum gestärkt. Unterstützt wird die Freizeitattraktivität durch das neue Stadtteilzentrum von Kaster mit seiner Möglichkeit der Außengastronomie.
    Der Schützenplatz wird zum integrierten Bestandteil des Freiraumes und erfährt über die Nachbarschaft zum Bürgerzentrum eine neue Zugangssituation.
    Langfristig wird die Tennishalle aufgegeben und durch eine Wohnnutzung ersetzt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.