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  • DE-46145 Oberhausen, DE-46117 Oberhausen
  • 09/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-298237)

Multifunktionskomplex Gesamtschule Osterfeld


  • Anerkennung


    Modellbauer
    HeGe Modellbau, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: KUEHN MALVEZZI, Berlin (DE)
    Tragwerksplaner: Bollinger + Grohmann Ingenieure, Frankfurt am Main (DE), Berlin (DE), München (DE), Wien (AT), Paris (FR), Oslo (NO), Melbourne (AU), Rom (IT), Brüssel (BE), Budapest (HU)
    Brandschutzplaner: Gruner GmbH, Köln, Köln (DE)

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen als Grundkonzept einen der geometrischen Primärkörper vor – einen Zylinder. Diese Urform führt automatisch zu einer Solitärstellung, die in ihrer städtebaulichen Fügung in dem Kontext gut situiert ist. Im Zusammenspiel mit dem bestehenden, historischen Kopfbau der Schule entsteht ein gut proportionierter Platz, dem städtische Qualitäten zugesprochen werden können. Um diese Qualität erreichen zu können, muss allerdings das Verhältnis zwischen öffentlichen Platzbereich und privatem Schulgelände diskutiert werden. Der Zugang in den Zylinder liegt richtig zur Westfälischen Straße. Im rückwärtigen, an das bestehende Schulgebäude angrenzenden Bereich entstehen allerdings, der Geometrie geschuldet, Resträume mit Tendenz zu „Schmuddelecken“. Der Zugang zum Jugendbereich liegt zu versteckt auf der Rückseite und ist entsprechend wenig einladend für diejenigen Jugendlichen, die die Jugendarbeit bisher noch nicht erreichen konnte.
    Die starke geometrische Grundfigur führt zu Zwängen in der Grundrissgestaltung. Im Erdgeschoss liegen die Spange des Saales, die beiden Unterrichtsräume und der kleine Veranstaltungsraum gut. Die Foyerbildung auf beiden Seiten erscheint ausreichend. Bemängelt wird der bescheidene Auftritt der Bibliothek im Eingangsbereich. Die Bibliotheksnutzung ist hier nicht erkennbar oder spürbar. So selbstverständlich wie die Geometrie im Erdgeschoss gelöst ist, so schwierig wird sie im 1. Obergeschoss. Die rechteckige Geometrie des Saales führt hier zu wenig befriedigenden Resträumen, die zudem auch funktional keine Lösung bieten. Anders wieder die Geometrie im zweiten Obergeschoss. Hier wird allerdings der Vorschlag der über Stufen abgetreppten Leseinsel kontrovers diskutiert. Ebenfalls gut gelöst ist der Grundriss des dritten Obergeschosses mit dem großzügigen Angebot der Außenterrasse.
    Die Lage des Jugendbereiches im obersten, dritten Geschoss wird allerdings nicht befürwortet, da sie wenig einladend ist und als Hemmschwelle für manche Jugendliche gewertet werden muss. Zudem besteht die Sorge, dass die Treppe selber als schlecht kontrollierbarer Aufenthaltsbereich genutzt werden könnte.
    Das Setzen der Öffnungen in der Fassade erscheint nicht ausreichend. Manche Räume, die an der Außenwand liegen, haben keine Belichtungsmöglichkeit. Gleiches gilt in noch stärkerem Maße für die innenliegenden Raumbereiche der Bibliothek im zweiten, besonders im ersten Obergeschoss.
    Kritisiert wird zudem, dass die unterschiedlichen Nutzungen des Gebäudes nicht in adäquater Weise in der Fassade ablesbar sind. Hier wären eine deutlichere Differenzierung und teilweise auch größere Öffnungen wünschenswert gewesen.
    Ein wesentlicher Kritikpunkt ist auch die nicht geregelte Kontrollmöglichkeit des Bibliotheksbereiches. Mit der Treppe und dem Aufzug ist ein unkontrolliertes Verlassen der Bibliothek möglich.
    Insgesamt ein mutiger, vom städtebaulichen Konzept Qualität voller Ansatz, der in seiner Funktionalität aber Mängel aufweist.


INFO-BOX

Angelegt am 22.10.2018, 15:13
Zuletzt aktualisiert 22.10.2018, 16:46
Beitrags-ID 4-164387
Seitenaufrufe 67