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  • DE-68309 Mannheim
  • 10/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-320150)

Umgestaltung des Stempelparks im Käfertaler Zentrum


  • 1. Preis

    Das Kulturhaus erhält einen großzügigen Vorbereich in Form eines Kulturplatzes, welcher zugleich den Auftakt in den multifunktional angelegten Stempelpark bildet, © faktorgruen

    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Schedlbauer

    Mitarbeit
    Ricardo Patings, Danilo Meixner, Michał Herl, Elena Tzoulakis

    Erläuterungstext
    Im Zuge der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Käfertal Zentrum“ soll der in die Jahre gekommene Stempelpark zu einem offenen und zukunftsfähigen Park moderner Prägung weiterentwickelt werden, ohne dabei seine Wurzeln zu vergessen. Die Umgestaltung des Stempelparks in Mannheim Käfertal steht ganz im Zeichen einer naturnahen und nachhaltigen Ausbildung und erlaubt einen freien sowie ungezwungenen Zugang zur Natur für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen.
    In Verbindung mit den Außenanlagen des geplanten Lebensmittelversorgers sowie dem sanierten Kulturhaus Käfertal entsteht eine großzügige Eingangssituation als Vorplatz und Entree des neuen Parks. Die vorgeschlagene Gestaltung des Parks greift sensibel die vorhandenen Strukturen auf und entwickelt diese zu einer durchgängigen und zeitgemäßen Formensprache weiter. Der vorhandene Baumbestand wird dabei weitestgehend erhalten und als prägendes Element in die neue Gestaltung integriert. Eine großzügige Grüne Mitte sowie flankierende Spiel-, Aktivitäts- und Ruhebereiche prägen den neuen Stempelpark.

    Der Kulturplatz
    Im Anschluss an die Vorfläche des Lebensmittelversorgers entsteht unter Fortsetzung der angefangenen Formensprache eine neue Platzsituation: Der Kulturplatz. Dieser wird offen und einladend gestaltet und erhält einen einheitlich durchgängigen Platzbelag aus Color-Asphalt oder großformatigen Betonplatten.

    Locker eingestreute Sitz-Inseln nehmen die naturnahe Gestaltung des Parks vorweg und laden zum Sitzen, Treffen und Verweilen ein. Gleichzeitig erzeugen sie eine subtile Raumbildung, die dem Kulturhaus seinen eigenen intimen Vorbereich verleiht, gleichzeitig aber durchlässig bleibt. Der Gehweg an der Mannheimer Straße kann in die Gestaltung einbezogen werden um noch mehr Großzügigkeit zu schaffen. Durch die erhöhten Baumpodeste kann der vorhandene Baumbestand in die Gestaltung einbezogen werden.

    Der vorliegende Entwurf für den Eingangsbereich zum Kulturhaus mit den blattähnlichen Strukturen wird dabei aufgegriffen und in modifizierter Form als Baumpodeste in die Gestaltung integriert.
    Der Entwurf für den Eingangsbereich im Nordwesten der Gewerbestraße wird ebenfalls in die Planung übernommen.

    Die Grüne Mitte
    Das Herzstück des neuen Stempelparks bildet die Grüne Mitte in Form einer großen Wiesenfläche, die zum freien Spiel, sowie zum Sitzen und Liegen einlädt. Die heutige, etwas kleinteilige Gliederung wird zugunsten einer großen zusammenhängenden Fläche aufgegeben und zu einer großen Grünen Mitte zusammengefasst.
    Dabei können einzelne Teilflächen in Form einer bunten Blumenwiese, als Bienenweide, andere wiederum als nutzbare Rasenflächen mit Landschaftsrasen angelegt werden. Durch die weiche und geschwungene Formensprache kann subtil auf den Baumbestand reagiert und dieser in die Gestaltung integriert werden.
    Ein Rundweg stellt alle wichtigen Wegebeziehungen her, ohne den Park unnötig zu zerschneiden. In Zuordnung zum Eingangsbereich des Kulturhauses wird eine Kultur- und Veranstaltungsbühne vorgeschlagen. In Verbindung mit den gegenüberliegenden Sitzstufen am Rasenhügel entsteht ein Treffpunkt und Ort für Feste sowie Veranstaltungen. Die vorhandenen Kunstobjekte werden erhalten und bilden zukünftig den Rahmen für die kulturellen Angebote.

    Die Spiel- und Erlebnisbereiche
    Entlang des Rundweges werden einzelne Spiel- und Freizeitbereiche angeordnet. Diese gliedern sich in vielfältige Angebote für die verschiedensten Altersgruppen und Generationen und auf diese Weise helfen, Konflikte zwischen den einzelnen Gruppen zu vermeiden. Ebenso wird darauf geachtet, dass durch die Verteilung der Angebote Beeinträchtigungen der benachbarten Bebauung so weit wie möglich vermieden werden können.
    Beginnend am Entreeplatz wird die Anlage eines Jugendspielbereichs vorgeschlagen. Ausgestattet mit einem Basketball- und Soccerfeld, einer kleinen Skate-Anlage, Tischtennis-Platten sowie Slackline und anderer Elemente bildet dieser Bereich einen Treffpunkt am Eingang zum Kulturplatz. Durch seine Lage im südlichen Bereich kann eine Störung der Wohnnutzung vermieden werden.

    Nach Norden hin folgt die Spielanlage Reiterhof für die Altersgruppe von 6-12 Jahren. Unter dem Motto eines Reiterhofes, das an die ehemalige Nutzung des Parks erinnert, werden verschiedenste Kletter-, Schaukel- und Balanciermöglichkeiten angeboten. Daneben finden wir Pferde und andere Tiere des Bauernhofs, die zum Wippen und Schaukeln einladen. Auch hier wird durch einen ausreichenden Abstand zur benachbarten Bebauung eine Störung der Wohnnutzung vermieden.

    In Zuordnung zum Areal der Unionskirche mit angegliedertem Kindergarten und Seniorenheim entsteht ein Kleinkindspielbereich mit Sandflächen, Spielhaus, kleiner Rutsche und Vogelnest-Schaukel. Dieser Spielbereich greift das Thema des Reiterhofes nochmals auf und setzt es spielerisch um. Der Zugangsbereich wird großzügig geöffnet und an den Park angebunden.

    Nach Westen hin bietet sich die Anlage eines Generationentreffs an. Hier finden sich Angebote wie Boule und Schach sowie ein Bewegungsparcours für alle Altersgruppen. Es entsteht ein Treffpunkt für alle Generationen und Nationalitäten. Flächen für gemeinsames Gärtnern können hier ebenso angeboten werden wie Ruhebereiche mit Wellness-Liegen und Hängematten.

    Sämtliche Spiel- und Erlebnisbereiche erhalten dabei eine naturnahe Ausgestaltung in Form von naturbelassenen Robinienhölzern, die farblich sowie bildhauerisch bearbeitet werden und dem Park seine eigene Identität und Unverwechselbarkeit verleihen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Den Stempelpark in eine große grüne Mitte im Norden und einen Eingangsplatz vor dem Kulturhaus zu zonieren, überzeugt. Durch die Zusammenfassung von Rasenflächen wird eine große grüne Mitte geschaffen. Mutmaßlich wird der Stempelpark dadurch größer wirken als er tatsächlich ist.
    Die Spiel- und Aktivitätsbereiche werden konsequent im Randbereich angeordnet. Die Spielareale sind unter dem Motto „Reiterhof“ in Bereiche für Kleinkinder, für ältere Kinder, für Jugendliche und als Generationentreff gegliedert. Alle vier Areale rahmen überzeugend die grüne Mitte. Die Rasenfläche ist durch Geländestufen untergliedert und modelliert. So wird spielerisch verhindert, dass die Rasenfläche zum Fußballplatz umgenutzt wird. Die öffentliche Fläche des Parks wird von einem grünen Rand gesäumt, so dass der Übergang zu den Privatgärten klar ausformuliert ist und der Park im Randbereich eine Grünkulisse erhält. Die Eingänge im Norden sind adäquat an den Rundweg angebunden.
    Im Süden öffnet sich der Stempelpark großzügig zur Mannheimer Straße, so dass das Kulturhaus einen repräsentativen Vorplatz erhält, der mit einer Hecke den Parkplatz des Vollversorgers sinnvoll abgrenzt. Holzdecks im Eingangsbereich des Kulturhauses laden zum Aufenthalt ein und bieten bei Festen im Kulturhaus die Möglichkeit, dass sich kulturelle Aktivitäten auf die Vorfläche ausdehnen können. Es wäre zu prüfen, ob die Geometrie des Podestes am Eingang so verändert werden kann, dass die Eingangssituation verbessert wird.
    Insgesamt ein Entwurf, dem es mit wohl überlegten Eingriffen gelingt, für eine merkliche Aufwertung der Stempelparks zu sorgen. Das robuste Konzept erlaubt dabei auch Veränderungen im Rahmen des weiteren Partizipationsprozesses.


INFO-BOX

Angelegt am 07.11.2018, 11:52
Zuletzt aktualisiert 07.11.2018, 17:16
Beitrags-ID 4-165021
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