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  • DE-70372 Stuttgart
  • 07/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-320165)

„Bebauung Baufeld Q8“ NeckarPark


  • 1. Rang

    © HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten GmbH

    Landschaftsarchitekten
    HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten GmbH, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: LIMA architekten | Lisa Bogner und Tobias Manzke, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Baufeld wird durch zwei Baukörper entlang der überbaubaren Grundstücksflächen optimal ausgenutzt. Mit ihrer geschwungenen Form entwickeln die Fassaden eine spanungsvolle Raumfigur. So wird einerseits der Straßenraum klassischer Weise gefasst und andererseits ein Vorplatz an der Mercedesstraße geschaffen. Mit diesen Mitteln gelingt ein spannungsvoller Auftritt des Ensembles, der als adressbildend gewertet wird. Die Gasse zwischen den
    Baukörpern erfüllt mit dem Motiv der räumlichen Einengung die geforderte Verbindung zwischen Park und Straße und greift die von Norden auf den Park zuführende Straße geschickt auf. Mit dieser Durchlässigkeit werden Blickverbindungen offen gehalten und gute Voraussetzungen für soziale Sicherheit zu allen Tageszeiten geschaffen. Die vorgesehenen Freitreppen zu den angemessen gestalteten und begrünten Innenhöfen über der Erdgeschossebene werden als attraktiver Vorschlag der Vernetzung und Aufenthaltsqualität
    anerkannt.

    Die kleinteilige Nutzungsmischung im Erdgeschoss lässt eine Belebung nach
    allen Seiten erwarten. Hierzu sind auch die Zugänge zu den vertikalen Erschließungskernen
    richtig angeordnet.

    Unterschiedliche Gebäudetiefen lassen ein vielfältiges Angebot an Bürostrukturen
    zu, die entsprechend nachgewiesen werden.
    Die vorgeschlagene Fassadenstruktur wird in ihrer gestalterischen Ausformung, Gliederung und Materialität kontrovers diskutiert. Tektonik und Rhythmus der Fassade korrespondieren nicht ganz mit der Krümmung des Baukörpers.

    Der Klinker, als Identität stiftendes Material – durchaus logisch abgeleitet von den historischen Gebäuden im Gebiet – lässt eine zeitlose und werthaltige Fassadengestaltung erwarten. Die Frage, ob mit dem Material der Anspruch eines innovativen Bürostandorts eingelöst werden kann, führt zu einer intensiven Diskussion im Auswahlgremium.

    Die kompakten Baukörper lassen eine wirtschaftliche Realisierung erwarten. Auch aus energetischer Sicht wird der moderate Glasflächenanteil der Fassaden begrüßt. Bei den geplanten Gebäudetiefen lassen die Öffnungen eine ausreichend natürliche Belichtung erwarten. Die geschlossenen Fassadenfelder sind mit Blick auf die gewünschte Nutzungsflexibilität der Bürostruktur nicht optimal. Auch die eingestreuten Pflanzkübel für die vorgeschriebene Fassadenbegrünung, die sog. “grünen Fassadenfelder“, vermögen architektonisch noch nicht zu überzeugen.

    Eine repräsentative und funktional notwendige Vorfahrt bietet der Entwurf jedoch nicht an. Kritisiert wird, dass einer der Gebäudeflügel die bauplanungsrechtlich vorgeschriebene Höhenbegrenzung überschreitet – die Verträglichkeit dieser Lösung ist allerdings im Modell nachgewiesen.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen hochwertigen Beitrag dar, der insbesondere in der städtebaulichen Setzung überzeugt und gute konzeptionelle Antworten auf die vielfältigen Anforderungen des Baufelds gibt.