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  • DE-84571 Reischach, DE Reischach
  • 11/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-320542)

Kirchenbrücke - Fußgängersteg über den Reischachbach


  • 2. Preis

    © J2M jeckel mayr metz architekten partgmbb / el:ch landschaftsarchitekten

    Architekten
    J2M jeckel mayr metz architekten partgmbb, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: el:ch landschaftsarchitekten, München (DE), Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Abfolge von den unterschiedlichen Entwurfselementen Platz-Weg-Treppe-Platz-Weg besticht durch Klarheit und Konsequenz. Die Gestaltungselemente sind angenehm zurückhaltend, dem dörflichen Kontext angemessen und mit großer Selbstverständlichkeit gewählt. Die Platzfigur an der Erlbacher Straße erlaubt ein Reagieren auf eventuelle, künftige Anforderungen im städtebaulichen Zusammenhang. Fraglich und problematisch ist die Stellplatzorganisation auf dem Privatgrundstück, da die beiden südlichsten parkenden Fahrzeuge auf dem Parkplatz nicht wenden können und daher rückwärts auf die Erlbacher Straße ausparken müssen. Der fünfte, geforderte Stellplatz ist im Entwurf nicht innerhalb des Wettbewerbsgebietes. In diesem Punkt wurde die Auslobung nicht erfüllt. Fußgängersteg: Der Fußgängersteg ist funktional gestaltet und in seiner Fachwerkstahlkonstruktion auch gefällig. Für das Preisgericht ist jedoch nicht nachvollziehbar, warum diese Konstruktion mit Holz verkleidet werden soll. Die vom Entwurfsverfasser angebotene Assoziation „Schiffsbug“ kann nicht völlig überzeugen. Die Stahlkonstruktion ist angemessen und besticht durch eine elegante Schlichtheit. Der Freibord über HQ 100 ist eingehalten. Die Brücke weist ein Gefälle von 5% von Süd-Ost nach Nord-West auf und ist somit barrierefrei. Ihre Oberflächengestaltung (Deckblech mit Quarzsand) erfordert einen gewissen baulichen Unterhalt. Die Konstruktion ist als im Querschnitt veränderliche Fachwerkkonstruktion (3-Gurt-Träger) als Einfeldträger mit kurzem Kragarm ausgebildet. Der Querschnitt ist mit einer Holzschalung verkleidet. Das Deckblech ist beschichtet und nimmt auch die Geländerbefestigung auf. Die Ausbildung der Querschnittshöhe ist gestalterisch gewählt, um die Kielform eines Schiffes abzubilden, und folgt nicht ausschließlich dem Kräfteverlauf. Die Konstruktion ist als Rundrohrkonstruktion durchaus geeignet sichtbar zu bleiben. Es wäre denkbar gewesen, die gewünschte Querschnittsform auch ohne Verkleidung mit einem Stahl- Hohlkastenquerschnitt herzustellen. Dennoch ist die Konstruktion als wirtschaftlich einzuschätzen. Freianlagen: Ebenfalls ist die Abtrennung des Parkplatzes und des Vorplatzes sehr gelungen. Der Entwurf bietet eine naturnahe und dauerhaft sonnige Ufergestaltung an. Die Gestaltung des Platzes lädt zum Verweilen ein und bietet einen guten Ausblick auf die Kirche. Der Reischachbach als Wildbach mit seinen Ufer- und Schwemmbereichen ist das bestimmende Element in diesem Entwurf. Besonders positiv wird der direkte Zugang zum Bach im Bereich des Auflagers gewertet. Die Stärke dieses Entwurfs liegt in der angenehm zurückhaltenden Ausgestaltung der verschiedenen neu geschaffenen „Orte“, dem Aufenthaltsbereich an der Erlbacher Straße, dem Aufenthaltsbereich am Wasser; die Grünordnung ist sparsam und angemessen; sie trifft den dörflichen Charakter. Das Brückenbauwerk und die vorgeschlagene Disposition der Stellplätze können letztlich nicht vollends überzeugen.