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  • DE-48143 Münster, DE-48165 Münster
  • 11/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-302440)

Neubau der Feuer- und Rettungswache III in Münster-Hiltrup


  • 2. Preis

    © KUCKERT ARCHITEKTEN BDA

    Architekten
    KUCKERT ARCHITEKTEN BDA, Münster (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: JKL Junker + Kollegen Landschaftsarchitektur und Stadtplanung, Osnabrück (DE)
    Modellbauer: Mosler Architektur Modellbau, Herne (DE)

    Preisgeld
    17.250 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    In ihrer Setzung mit 2 L-förmigen Baukubaturen gelingt es der Arbeit in dem heterogenen städtebaulichen Kontext einerseits und dem prägenden Landschaftsraum andererseits selbstverständliche, gestaffelte Silhouetten und raffinierte architektonische Gesichter zu erzeugen.

    Mit dieser einfachen Setzung entsteht ein maßvoller, konzentrierter Raum und eine sinnvolle, selbstverständliche Funktionstrennung der Feuer- und Rettungswache von Innen und Außen, von Alarmausfahrten und Übungshof.

    Sportfläche im Westen und Stellplätze im Osten, sind dem eher landschaftlichen Außenraum zugeordnet. Das Gebäude der freiwilligen Feuerwehr ist als autonome Ergänzung der Gebäudefiguration im Osten stimmig angedacht.

    Die westliche, gärtnerische Einfassung des Grundstücks und der ´grün gewirkte Teppich´ mit Besucherparkplätzen und Fahrradstellplätzen, ermöglichen erlebbare Verbindungen zum Landschaftsraum von Süd nach Nord.

    Die Eingrünung entlang der Westfalenstraße bleibt im Zusammenspiel mit der Behelfsausfahrt und der Führung des Reitweges leider zu vage.

    Ebenso verliert die Konzeption des „grün gewirkten Teppichs“ in Bezug auf die Erweiterungsflächen des 2. Bauabschnitts, es fragt sich, ob die hervorgehobene Nord-Süd-Verbindung auch zukünftig erlebbar bleibt.

    In der architektonischen und funktionalen Ausformulierung, entstehen unterschiedliche ´Adressen´ in Bezug auf die Nah- und Fernwirkung der neuen Institution.

    Beginnend mit dem landmarkenhaften Übungsturm, entwickelt sich eine plastische Gebäudefiguration, die durch die runden Eckausbildungen und die horizontale Gliederung ein Kontinuum suggeriert und aus dem Ensemble eine Ganzheit entstehen lässt.

    Die zukünftigen Bauabschnitte und Erweiterungen sind in dieser Ganzheit in Teilen bereits berücksichtigt: Während die Erweiterung der Logistikflächen das Gebäude sinnfällig fortsetzt, sind die zusätzlichen Fahrzeug-Stellplätze als Additionen an das Gebäude unakzeptabel und überzeugen nicht. Bei einer Weiterverfolgung dieses Konzepts wäre eine Eingliederung zwingend erforderlich.

    Die Organisation und Choreographie der Wegeführung für
    - Fahrzeuge der Feuerwehr
    - für Pkws der Mitarbeiter und der Besucher
    - als auch für die Fußgänger
    sind außerordentlich gut gelungen und werden seitens der Jury besonders gewürdigt.

    Diensteingang und Besuchereingang liegen jeweils an offensichtlicher, sinnfälliger Stelle zum Parkplatzbereich. Die funktionale Gliederung in den Gebäuden erscheint insgesamt gut gelöst und erfüllt die Anforderungen der Feuerwehr nahezu allumfänglich.

    Die Mitarbeiterbereiche sind attraktiv organisiert, im Einzelnen:
    - klare Wegebeziehung im EG zur Umkleide und zur Einsatzbekleidung
    - am Wachabteilungsleiterbüro ankommend und barrierefrei weiterführend
    - klare Trennung zwischen Aufenthaltsbereich und Sozial-Ruhebereich
    -„wohnähnliche“ Aufenthaltsqualität
    - klare gleiche Ausfahrtrichtung der geplanten freiwilligen Feuerwehr

    Insgesamt überzeugt und besticht die Arbeit durch eine städtebauliche, landschaftsräumliche und vor allem funktionale Klarheit und verspricht in ihrem architektonischen Ausdruck und der vorgeschlagenen Materialität ein adäquater Arbeits-Raum und eine herausragende Adresse für die neue Feuer- und Rettungswache in Hiltrup werden zu können.