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  • 3. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Treibhaus Landschaftsarchitektur Berlin/Hamburg, Berlin (DE), Hamburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Gerko Schröder

    Mitarbeit
    Julia Gäckle

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Buero Kofink Schels, München (DE)
    Architekten: Dyvik Kahlen Architects, London (GB)
    Bauingenieure: bauart Konstruktions GmbH + Co.KG, Lauterbach (DE), München (DE), Darmstadt (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit überzeugt mit der südlichen Quartiersschließung – Anordnung Gewächshaus – durch ein klares städtebauliches Gesamtkonzept einerseits und durch die Schaffung eines erlebbaren Wohnhofes durch konsequente Zugangsmöglichkeiten über alle Erdgeschosse der Bestandsgebäude andererseits. Die Anordnung des Parkens in allen umliegenden Straßen scheint dabei nur konsequent. Der Entwurf zeigt eine hohe Funktionalität und Ausgewogenheit in der Materialwahl sowohl in den Gebäuden als auch in den Freiflächen.

    Die städtebauliche Situation wird durch Errichtung eines südlichen Gewächshauses so verändert, dass vier schön gestaltete Eingänge in den Innenhof – jeweils über Eck – realisiert werden. Der Eingang zur Nord-Ost-Seite wird – den Bestand aufgreifend – durch ein Hofcafé mit Hofmarkt inhaltlich und gestalterisch angemessen aufgewertet. Der Zugang zum Rosengarten erhält eine aktive Ecke mit Spielfläche. Das vorhandene
    Bauwerk des Versorgungsschachts und die Verkehrsdichte an diesem Knotenpunkt lassen jedoch eine Realisierung fraglich erscheinen. Der Innenhof überzeugt mit seiner maßvollen Gestaltung mit standortangemessenen Mitteln. Er unterstützt die Maßstäblichkeit des Quartiers und ermöglicht eine undogmatische gemeinschaftliche
    Nutzung. Der vorgeschlagene Hochbehälter besitzt identitätsstiftenden Charakter.

    Die Entwurfsverfasser entwickeln für jedes Gebäude ein eigenständiges Sanierungskonzept. Somit bekommt jedes Gebäude eine eigene Prägung. Die vorgeschlagenen baulichen Erweiterungen und die gewählten Materialien unterstützen eine auf den Standort angemessene und maßvolle Gesamtlösung. Allerdings scheinen
    die vorgeschlagenen Grundrissveränderungen nur mit einem kompletten Leerzug für alle Objekte realisierbar zu sein.

    Die Mehrwegplatte wird mittels einer additiven Balkon- und Loggienschicht in Richtung Hof und einer sogenannten „Portego“-Lösung zu einem flexiblen Gemeinschaftswohnhaus umgestaltet. Ein aus historischer venezianischer Bauweise entliehener Durchgangsraum verbindet im Erdgeschoss die Straßen- mit der Hofseite und erschließt die rückwärtigen Gemeinschaftsräume, welche nun barrierefrei erreichbar und teilweise zweigeschossig ausgebildet sind. Das gezeigte Überangebot an Gemeinschaft lässt sich auch problemlos
    als rollstuhlgerechte Wohnungen nutzen und besitzt somit eine ausreichend hohe Flexibilität. Die in den Obergeschossen angebotenen Schaltzimmer werden aus Vermietersicht ob der reinen Erschließung über die ergänzte Balkonschicht kritisch gesehen.

    Die östliche optimierte Bestandsplatte wird ebenfalls mit einer Funktionsunterlagerung im Erdgeschoss belegt. Diese geht optimal mit den schwierigen 1-Raum-Wohnungen um. Allerdings scheint hier die Chance auf eine barrierefreie Nutzung vertan. Das Gebäude erhält eine zusätzliche, großzügige Balkonanlage zum Hof, welche mit Brüstungselementen aus Photovoltaik bestückt wird.

    Die westliche optimierte Bestandsplatte wird erdgeschossig zu Familienwohnungen mit ebenerdigen Terrassen umgebaut. Ohne eine barrierefreie Erschließung und zusätzliche Angebote wie Kinderwagen- und Fahrradabstellbereich überzeugt dies nicht vollständig. Die Idee, die innenliegenden Treppenhäuser in den Hof zu öffnen, ergibt für alle Bewohner eine deutlich verbesserte Nutzungssituation.

    Der Bestandsblock wird mittels einer auffallend expressiven Erschließung von einem Laubengang- auf ein 2x 2-Spänner-System umgebaut. Auch wenn die Gestaltung kontrovers diskutiert wird, ermöglicht dieser Eingriff eine sehr komfortable Umgestaltung dieses besonderen Haustyps.

    Das Raumprogramm ist erfüllt. Die gezeigten Maßnahmen lassen eine wirtschaftliche Realisierbarkeit erwarten.

    Das ganzheitlich angelegte Konzept zeigt differenzierte Antworten auf die energetischen Anforderungen des Wettbewerbs. Sowohl der laborhafte Charakter in den Strategien der beiden Gebäudeteile an der Robert-Koch-Straße als auch der weiteren Bestandsbauten weisen einen hohen Innovationsgrad durch die Differenzierung im Umgang mit den Themen Energieerzeugung, Raumkonditionierung und Zonierung der Grundrisse auf. Dabei ist jede Einzelmaßnahme für sich, als auch im Zusammenspiel mit dem Hof nachvollziehbar, verständlich erläutert sowie dargestellt.

    Der Entwurf überzeugt mit einer detaillierten und differenzierten Untersuchung aller Teile des Bearbeitungsbereiches und stellt einen sehr guten Beitrag im Sinne der Aufgabenstellung dar.