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  • DE-84028 Landshut
  • 02/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-314061)

Generalsanierung und Erweiterung Stadttheater Landshut


  • Anerkennung

    kein Bild vorhanden
    Akustikplaner
    zur Lage Wedel Partnerschaft mbB Beratende Ingenieure, Stockdorf (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Robert Rechenauer Architekten, München (DE)
    TGA-Fachplaner: Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart (DE), München (DE), New York, NY (US), Paris (FR)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser ergänzt den historischen Bernlochner- Komplex schlüssig mit einem L-förmigen Baukörper, der zur Wittstraße eine klare Gebäudekante bildet. Zur Isar öffnet sich der Baukörper, tritt zurück und erzielt damit einen gut proportionierten Vorplatz, der einen eindeutigen Hauptzugang definiert. Eine derart klare Haltung wäre auch zur südlich angrenzenden Parkanlage wünschenswert. Der dort angebotene Nebeneingang erscheint nicht zwingend erforderlich.
    Durch die geringe Gebäudehöhe und den sehr reduzierten Bühnenaufbau ordnet sich der neue Baukörper wohltuend dem Bernlocher-Komplex unter und tritt mit diesem, insbesondere zur stadtbildprägenden Isarseite, nicht in Konkurrenz.
    Zusammen mit dem Bestandsgebäude ergeben sich durch die Baumassenanordnung im Inneren des Komplexes zwei klar funktional getrennte Innenhöfe. Während der „Theaterhof“ eine hohe Aufenthaltsqualität für Besucher, Künstler und Mitarbeiter verspricht, erscheint der Anlieferungshof im Hinblick auf die Funktionalität noch in verschiedenen Punkten überarbeitungsbedürftig.
    Foyer, Zuschauerraum und Bühne des neuen Hauses sind stringent und funktional richtig angeordnet, allerdings sowohl hinsichtlich Foyergröße, Zuschauerzahl und Seitenbühnen zu gering dimensioniert. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung des Zuschauerraums unmittelbar vom Eingangsbereich. Die 18 seitlichen Plätze im 1. Rang werden aufgrund schlechter Sichtbeziehungen kritisch beurteilt. Auch sind weitere funktionale Details (Kassenanordnung, Schnürbodenhöhe) zu hinterfragen.
    Das historische Theater wird denkmalgerecht und sensibel optimiert. Die Anbindung an das neue Foyer erfolgt auf relativ kurzen und gut proportionierten Wegen, leider nur im Obergeschoss. Die Funktionsräume sind nachvollziehbar angeordnet und versprechen optimierte Betriebsabläufe. Inwieweit das Raumprogramm vollständig erfüllt ist (Kostümfundus) kann aufgrund der fehlenden Darstellung des 2. UG nicht beurteilt werden.
    Während die Fassade zur Isar eine hochwertige Ergänzung der bedeutsamen Stadtsilhouette erwarten lässt, ist die Ansicht zur Wittstraße zwar eindeutig in der Haltung, lässt aber nur bedingt eine Aufwertung des Straßenraums erwarten. Der Bereich zur Ringelstecherwiese wird in Haltung und Korrespondenz mit dem angrenzenden Park, der auch Bühne für die Landshuter Hochzeit ist, kontrovers diskutiert.
    Insgesamt stellt die Arbeit einen wertvollen Beitrag dar, der eine wirtschaftliche Ergänzung und Sanierung des Theaterkomplexes verspricht und sensibel sowohl mit Stadtbild als auch der historischen Gebäudesubstanz arbeitet.

    Denkmalpflege:
    Der Entwurf fügt sich städtebaulich in das Vorfeld der historischen Altstadt ein, die Anschlüsse des Neubaus an den historischen Bernlochner-Komplex sind aus denkmalfachlicher Sicht grundsätzlich zustimmungsfähig. Die Eingriffe in die historische Bausubstanz des denkmalgeschützten Altbaus scheinen vergleichsweise gering, Detailabstimmungen sind mit der Denkmalpflege erforderlich.

    Außenanlagen:
    Der Haupteingang zum neuen Stadttheater wird zusammen mit einem großzügigen Eingangsplatz im Westen an der Isar angeboten. Bis auf Sitzstufen zur Isar, einer Baumgruppe und Sitzmöglichkeiten wird aber versäumt hier eine qualitätsvolle Gestaltung der Freianlagen vorzuschlagen. Der Zugang zum Gebäude von Osten (Parkhaus) und die Vorzone des Gebäudes sind in diesem Bereich zu knapp gewählt, wobei eine geringfügige Aufweitung aufgrund der Eigentumsverhältnisse durchaus möglich wäre. Der Erhalt der Rotbuche ist hier nicht möglich. Von hoher Aufenthaltsqualität ist der großzügige Theaterhof, der Aufenthaltsbereiche und eine Außenbestuhlung für die dort liegende Gastronomie anbietet.