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  • DE-72074 Tübingen, DE-70599 Stuttgart
  • 01/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-312073)

Neubebauung Wohnen für Studierende auf dem Unicampus Stuttgart-Hohenheim am Standort Fruwirthstraße


  • 3. Preis

    © Heinle, Wischer und Partner, Freie Architekten

    Architekten
    Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten, Berlin (DE), Stuttgart (DE), Köln (DE), Dresden (DE), Wrocław (PL), Erlangen (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Hanno Chef-Hendriks

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Gänßle + Hehr Landschaftsarchitekten PartGmbB, Esslingen am Neckar (DE)

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das Ensemble der neuen Studierendenwohnungen bildet mit seinen Gebäuden eine gemeinsame Mitte, ein Raum, welcher Orientierung und Gelegenheit zur zwanglosen Kommunikation erzeugt. Die polygonalen Baukörper setzen sich typologisch und in ihrer äußeren Gestalt von den Institutsbauten der Umgebung ab, nehmen subtil Bezug zu den bestehenden Erdhügelhäusern und stärken durch diese Verbindung die Wahrnehmung des Lebensbereichs Wohnen für Studierende auf dem Unicampus.

    Die Idee der gemeinsamen Mitte interpretiert die Gesamtheit der neuen Wohnungen als „Tablett“, auf dem sich die Gebäude den Nutzern öffnen. Die Stellung der Gebäude erzeugt differenzierte und gut proportionierte Freiräume und Übergänge in die umgebende Stadt und Landschaft.

    Die Ausführung der Außenwände als monolithische Mauerwerkswände betont im Kontrast zu den Betonbauten und verputzten Bauten der Institute (und Wohnhäuser) die eigene Identität der Studierendenwohnungen, auch hier wieder mit Bezug, wenn auch gut unterscheidbar, zu den Erdhügelhäusern. Im Inneren wirkt diese elementare Klarheit fort. Die Außenwand zeigt sich auch innen als Sichtmauerwerk. Die Decke ist eine einfache Sichtbetondecke, geschalt mit einfachen, regelmäßigen Platten. Der Boden ist ein geschliffener Estrich (Werkstein). Die Trennwände sind weiß. Türen und Einbauten sind aus Holz.

    Diese Materialkomposition erzeugt optische, physische und damit auch wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Die individuellen Räume sind regelhaft orthogonal, die Gemeinschaftsräume folgen der formalen Besonderheit der polygonalen Baukörper. Flure erhalten auch vom Ende Licht, dort sind Rückzugsräume, z.B. kleine Leseecken, als differenziertes Raumangebot geplant. Die durchbrochene Außenwand unterstützt den kontemplativen Charakter dieser Räume.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Den Verfassern gelingt es, mit der Komposition von fünf polygonalen Häusern ein bauliches Ensemble zu schaffen, das sich maßstäblich in die umgebende Bebauung einfügt, ein identitätsstiftendes, wohlproportioniertes Wohnquartier mit starker Mitte erzeugt und sich durch seine vielfältigen Raumkanten und Wegebeziehungen überzeugend mit der zukünftig geplanten Parklandschaft vernetzen kann. Die Einbindung in die Topografie der Gebäude ist grundsätzlich gut gelöst. Die Ablesbarkeit der Wohntypologie wird durch die einzelnen Baukörper verstärkt und lässt eine angenehm eigenständige Quartiersform entstehen.

    Die Arbeit liegt mit ihren Kenndaten im guten mittleren Bereich, und lässt in Bezug auf die gesamte Lebenszeit ein wirtschaftliches, robustes und langlebiges Ensemble erwarten.
    Insgesamt leistet die Arbeit einen wertvollen Beitrag zur gestellten Aufgabe und überzeugt insbesondere durch ihre starke Quartiersidee, die dem Anspruch an studentisches Wohnen eine eigenständige Antwort mit hohem gestalterischen Anspruch gibt.