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  • DE-30159 Hannover
  • 02/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-315646)

Neues Schauhausensemble im Berggarten der Herrenhäuser Gärten in Hannover


  • 3. Preis


    Modellbauer
    HeGe Modellbau, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: FRÖLICHSCHREIBER, Berlin (DE)
    Architekten: Thomas Fischnaller, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Einbindung in den Garten
    Die Arbeit nimmt Bezug zu traditioneller Gestaltung und Architektur von Gewächshäusern und fügt sich dadurch positiv in den Kontext der Bebauung ein. Durch die gaubenartige Erhöhung der südseitigen Stehwände wird die Konstruktion der Satteldächer aufgebrochen und zusätzlich Licht in das Gebäudeinnere geleitet. Kritisch wird diesbezüglich aufgrund der hohen Stehwandhöhe insbesondere der räumliche Übergang zum südseitigen Pergolagarten bewertet.
    Konzeptionell bedingt gibt der Entwurf keine differenzierte Haltung und Antwort zur angrenzenden Bebauung des Werkhofs, so dass im Falle der Umsetzung innenräumlich partiell mit Sichtschutzelementen, transluzenten Folien oder ähnlichen Sichtschutzmassnahmen zu arbeiten wäre. Positiv wird in diesem Zusammenhang die gute Andienung des Gebäudes und der jeweiligen Nutzungen vom Werkhof aus bewertet, die eine gute Nutzbarkeit in Aussicht stellt.
    Lage und Orientierung des Eingangsbereiches sind gut gewählt, wenngleich eine stärkere landschaftliche Einbindung und Gestaltung des Vorbereiches wünschenswert wäre.

    Organisation, Erschliessung und Funktionalität
    Die Betonung des eingezogenen Eingangsbereiches wird positiv bewertet und erscheint funktional und gut gelöst. Seitens des Nutzers werden jedoch hinsichtlich der vorgeschlagenen Horizontalverglasung oberhalb des Zugangs Probleme in Form eines klimatisch bedingten Feuchteniederschlags auf der Verglasung erwartet.
    Die drei gewünschten Funktionsbereiche sind der Aufgabenstellung angemessen und ablesbar untergegliedert. Das vorgelagerte Foyer als Verteiler ist richtig positioniert, aufgrund der allseitig angrenzenden Zugänge und Schleusen entsteht jedoch eher der Charakter eines Durchgangsraum denn eines qualitätsvollen Aufenthaltsraumes.
    Zuschnitt und Dimension der Funktionsbereiche sind richtig gewählt und ermöglichen aufgrund der kompakten Anordnung den Rundgang der Besucher. Die Gliederung der Häuser durch zwei eingestellte dienende Körper ist zweckmässig und lässt eine gute Nutzung und einfachen Unterhalt erwarten. Problematisch erscheint dabei jedoch das zentral und mittig angeordnete Viktoriahaus, das aufgrund der beidseitig flankierenden Nebennutzungen ausschliesslich zum Werkhof orientiert ist und durch die längliche und schmale Form schlauchig wirkt.
    Vor einer Umsetzung des Entwurfes wäre zwingend die grundlegende Überarbeitung der vorgenannten Punkte erforderlich.

    Architektonische Qualität
    Die vom Verfasser vorgeschlagene Anlehnung an bekannte Gewächshausarchitekturen und deren Variation lässt eine gute Einbindung in den Kontext des Berggartens erwarten. Kritisch wird von der Jury jedoch bewertet, dass der Entwurf aufgrund der allseitig identischen Gestaltung keine zufriedenstellende Antwort auf die angrenzende Nutzungen des Werkhofs liefert. Eine weitergehende Differenzierung der Fassadenflächen wäre daher wünschenswert gewesen.
    Aussagen zur architektonischen Gestalt der eingestellten dienenden Körper sind nicht erkennbar, so dass der Beitrag wenig Aufschluss über die innenräumlichen Qualitäten zulässt.

    Konzeption der technischen erforderlichen Gebäudeausstattung
    Die Verfasser liefern ein nachvollziehbares und augenscheinlich schlüssiges Konzept zur Lüftungstechnik des Gebäudes. Seitens des Nutzers wird jedoch kritisiert, dass aufgrund der grossformatigen Verglasungen im Sockelbereich keine bodennahe Zuluft in Form von Öffnungen umzusetzen ist und das vorgeschlagene Lüftungskonzept erfahrungsgemäss nicht funktional und praktikabel erscheint.

    Wirtschaftlichkeit in Erstellung und Betrieb
    Aufgrund der weitesgehend konventionellen Wahl der Konstruktion ist eine wirtschaftliche Realisierung und Umsetzung zu erwarten. Unterhalt und Betrieb des Hauses werden sich bedingt durch die angemessene Dimensionierung des Gebäudes aller Voraussicht nach im wirtschaftlichen Rahmen bewegen.