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  • DE-91052 Erlangen, DE-90409 Nürnberg
  • 03/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-315891)

Studentenwohnheim Avenariusstraße in Nürnberg


  • 1. Preis

    Lageplan

    Landschaftsarchitekten
    guba + sgard LANDSCHAFTSARCHITEKTEN, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: SEHW Architektur Berlin, Berlin (DE), Stuttgart (DE), Wien (AT)

    Preisgeld
    41.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Gebäudekomplex fügt sich in seiner Körnung harmonisch in die Umgebung ein. Der Riegel zur Avenariusstraße schirmt die nach Süden folgenden Höfe gegen den Verkehr ab, die anschließenden Baukörper bilden mit den Staffelgeschossen eine lebendige Quartier-Silhouette mit bis zu fünf Geschossen und ansprechendem Fassadenbild. Während die Kindertagesstätte im Nordwesten direkt von der Straße erschlossen wird, liegen alle Wohnungszugänge im Innenbereich mit unmittelbarem Bezug zu den nutzbaren Freiflächen. Das Erdgeschoss Haus E dient ausschließlich der Gemeinschaftsnutzung und liegt folgerichtig im Kern der Anlage. Zur Unterbringung der Tiefgarage wird der Höhensprung im südlichen Abschnitt geschickt genutzt, um einen höhengleichen Übergang zu den anschließenden Reihenhäusern herzustellen. In den Innenhöfen entsteht daraus ein ansteigendes Relief, das abschnittsweise gekonnt durch Treppen und Rampen gestaffelt wird.

    Alle Wohneinheiten sind entweder ost-west- oder südorientiert und mit Gemeinschaftsräumen im Erdgeschoss zum Innenhof gerichtet. Zusätzlich wird auf jedem Haus eine großzügige Dachterrasse angeboten. Die Grundrisse machen flexible Zuschnitte vom Einzelappartement bis zur 3er Wohngruppe möglich. Jedes Haus hat einen eigenen Fahrradraum. Die einheitlich holzverschalten Fassaden mit bodentiefen Fenstern versprechen eine gelungene Symbiose mit dem grünen Umfeld.

    Der Baumwall auf der Westseite wird als Kulisse erhalten und im nördlichen Abschnitt geschickt in die Freiflächen der Kindertagesstätte einbezogen. Auch der solitäre Ahorn im ersten Hof und der Gehölzriegel an der Südgrenze können als erhaltungsmöglich angenommen werden. Die gesamte Anlage wird von einer Hecke gefasst und damit unaufdringlich nach außen abgegrenzt. Im Innenbereich entsteht eine ausgewogene Landschaft aus Begegnungsräumen und Gärten mit unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten. Die Räumlichkeiten der Kita sind gut ausgearbeitet, jedoch sollte der Gruppennebenraum der Krippe im Norden gegebenenfalls als Ruheraum genutzt werden. Störungen zwischen Außenspielfläche und dem daran angrenzenden Hörsaal müssen vermieden werden.

    Die Betonschottenkonstruktion mit Holztafelfassaden versprechen bei modularer Bauweise und kompakten Baukörpern eine wirtschaftliche Lösung. Auch der zwanglose, fast spielerische Umgang mit dem natürlichen Relief und darin eingebetteten, einfachen Gestaltungsmustern tragen zur problemlosen Realisierbarkeit bei.

    Die Arbeit zeigt insgesamt eine sehr hohe Qualität sowohl in der Konzeption als auch in der Durcharbeitung. Die Organisation in einzelnen Häusern schafft Identifikation und bietet beste Voraussetzungen für eine hochwertige studentische Wohnadresse.

    Hohe Wohnqualität: mehrere großzügige abgeschirmte Dachterrassen, Keine Apartments mit Nordausrichtung; Einzelapartments, alle mit bodentiefen Fenstern, schlauchiger Individualraum mit zusätzlichem Sitzplatz; Gemeinschaftsapartments, pro Person eine Nasszelle; 2er und 3er Wohngruppe mit Gemeinschaftsküche und kleinem Abstellraum, z.T. mit Sofa; sehr schönes Eltern/Kind-Apartment, bestehend aus 2 Räumen mit separater Schlafmöglichkeit und Kitchenette

    Etwa durchschnittliche Gemeinschaftsflächen: ca. 10% unter Durchschnitt, viele versiegelte Flächen im Außenbereich

    Sicherheit: abgeschlossene Häuser nicht öffentlich zugänglich, dezentrale Fahrradräume und zusätzlich Fahrradgarage

    hohe Wirtschaftlichkeit: Verhältnis 406 Wohnplätze zu 8220 qm Wohnfläche, umbauter Raum liegt um 10% unter Durchschnitt, ca. 30% weniger öffentliche Verkehrsfläche