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  • DE-28279 Bremen
  • 03/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-334942)

Gartenstadt Werdersee in Bremen - Baufelder E.1 und F.1


  • 1. Preis

    Visualisierung vom Deich, © Hilmes Lamprecht Architekten / bloomimages

    Architekten
    Hilmes Lamprecht Architekten BDA, Bremen (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Ebba Lamprecht , Christine Frenz-Roemer

    Mitarbeit
    Tanja Lais, Ingo Deil, Kristian Scheschkewitz

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Frenz Landschaftsarchitekten, Bremen (DE)

    Preisgeld
    47.600 EUR

    Erläuterungstext
    Entwurfsidee
    Nach außen bilden klare Raumkanten den Straßenraum eindeutig ab, während sich zum Innenhof das Quartier konsequent zum Landschaftsraum Werdersee öffnet.
    Durch eine bewußt gesetzte Abfolge aus Hochpunkten, Rück- und Einschnitten der Gebäudekubatur entsteht ein städtischer Abschluß mit starken Blickbeziehungen im Straßen- und Landschaftsraum, als auch eine hohe Strahlkraft innerhalb der Gartenstadt.

    Architektur und Städtebau
    Durch die Setzung der Baumassen sowie deren Öffnungen und Hochpunkte entsteht ein eindeutiges städtebauliches Bild. Die größtenteils 4 – 5 geschossigen Wohngebäude öffnen sich eindeutig zum Landschaftsraum mit versetzten stufenweise angeordneten großen Balkonen. Deutlich introvertierter und ehr ruhig sind die Aussenfassaden entlang des Loop und zum Ostpark ausgeprägt.
    Die Fassadengestaltung folgt einer ruhigen quadratischen Lochstruktur in Ablesbarkeit zur Raumstruktur und den Prioritäten . Dabei entsteht ein Thema mit Variationen.

    Materialität
    Die äußeren Hüllflächen bestehen aus einem hellen warmgrauen Mauerwerksziegel. Die gestaltprägenden Balkone zum Innenhof erhalten weiße Stabgeländer, als auch Weißbetonelemente als Betonplatten, Himmelsbalken sowie Eingangsrahmungen. Fensterelemente sind ebenfalls hell gehalten.
    Die Hochpunkte und wichtige Gebäudeabschlüsse werden mit einem extrudierten Läuferverband herausgearbeitet. Insgesamt erscheint die Wohnanlage in einem hellanmutenden Farbkanon , der mit dem grünen Landschaftsraum kontrastiert, als auch Übergänge zur bereits vorhandenen Planung schafft.

    Erschließung
    Die Gebäudezugänge befinden sich sowohl an der Straße als auch zum gemeinschaftlich ausgerichteten Gartenhof. Die 5 angemessen großzügigen Treppenhäuser verteilen sich gleichmäßig im Quartier und erschließen jeweils 2- bis 3- Spännern je Etage.
    Eine Tiefgarage liegt komplett unterhalb des Wohnquartiers sowie allen notwendigen Neben und Technik-räumen. Carsharing Stellplätze erweitern das Angebot am Loop.

    Grundrisstypologie
    Der Großteil der Wohnungen wird als Durchwohntypus angeboten. Dabei erhalten nahezu alle WE
    den Blick zum Werdersee mit Balkonen bzw. Loggien. Im Erdgeschoß liegen Wohnungen ebenengleich mit Terrassenanteil, um den Gedanken der Gartenstadt zu stützen. Dieses Geschoß wird mit einer lichten Raumhöhe von 3 m überhöht angeboten. Dadurch fließt die Deichlandschaft in die Wohnungen hinein.
    Der Wohnungsmix besteht aus 49 x 2- 4 Zimmer Wohnungen. Durch großflächige Balkone und Loggien erweitert sich der Wohnraum als geschützter Freibereich.
    Der Wohntypus teilt sich in eine offene Wohnachse und einen ehr introvertierten Privatbereich mit Schlafräumen, die durch den Entfall von Wänden eine hohe Nutzungsflexibilität verspricht.
    Große Penthousewohnungen können ohne weiteres durch Zusammenlegen von 2 WE in den jeweils letzten Geschoßen angeboten werden mit großer Dachterrasse und Balkonen.
    Eine Maisonettenwohnung liegt am Nord/ Ost Eck mit großer Dachterrasse und Blick zum Werdersee.

    Außenraum
    Eine Verzahnung mit den jeweils angrenzenden Nachbarn sowohl untereinander wird über ein Wegenetz in Ost- Westrichtung angeboten, und ebenso über den Zugang in den inneren Gartenhof.
    Hier liegt die grüne Keimzelle mit den jeweils privaten Freiräumen, als auch ein Wegenetz , welches Nachbarschaften pflegt.
    Die Wohnungen zur Süd – und Ostseite erhalten zusätzlich private Freibereiche.
    Neben dem grünen Innenhof bilden die Spielbereiche im Ostpark im grünen Keil als Wasserspielplatz und zum Westpark leicht hügelig im Übergang zum Deich weitere Gemeinschaftszonen, die auch die Nachbarschaft mit einbeziehen.

    Wirtschaftlichkeit + Nachhaltigkeit
    Die Wohnstruktur folgt weitestgehend einem wiederkehrenden Prinzip, welches statisch und haustechnisch
    einfache Konzeptionen bis in das Tiefgeschoß ermöglicht. Ein Großteil der Balkone wird als eigenständiges Bauteil vorgehängt. Zusätzliche Verschattungen sind daher nur vereinzelt an den Sonnenseiten notwendig.
    Durch seine Materialität ist das Ensemble als sehr nachhaltig einzustufen, neben den notwendigen haustechnischen und bauphysikalischen Anforderungen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Konfiguration überzeugt durch eine entschlossene und klare Haltung zum Standort. Die Gebäudekubaturen gliedern und fassen die Freiräume eindeutig. Die Geschlossenheit der Fassadenausbildung an der Ostseite ermöglicht hier die freiraumplanerische Herausarbeitung einer im Charakter halböffentlichen Nutzbarkeit auf der angrenzenden, keilförmigen Grünfläche.
    Die Offenheit und die Gliederung der Fassadenausbildung im Nordwesten wurde kontrovers diskutiert. Die prägnante Adressbildung im Süden ist hingegen ebenso überzeugend, wie die insgesamt eigenständige und projektangemessene architektonische Haltung. Die grundrisslichen Lösungen arbeiten die Qualitäten und Potenziale der Lage hervorragend heraus.
    Die TG Zufahrt entspricht in der dargestellten Form nicht den Vorgaben.
    Die angebotene Lösung für den Ideenteil ist im Wesentlichen aus den Festsetzungen des Bebauungsplans abgeleitet. Die Arbeit leistet insgesamt einen sehr überzeugenden Beitrag zur Wettbewerbsaufgabe.