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  • DE-56566 Neuwied
  • 01/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-9366)

Erweiterung der Christiane-Herzog-Schule


  • Ankauf


    Architekten
    WESTPHAL ARCHITEKTEN BDA, Bremen (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Birgit Westphal , Jost Westphal

    Mitarbeit
    Mitarbeiter : Birgit Westphal Jost Westphal Andrea Heddens

    Erläuterungstext
    haus der drei höfe


    1. Städtebau

    Das Konzept der Christiane-Herzog-Schule nutzt die Tiefe des Grundstückes für seine überwiegend erdgeschossige Raum- und Hofabfolge. Die städtische Präsenz ist jedoch von zweigeschossigen Volumen, welches sich um den ersten Eingangshof gruppiert, und die Höhe der vorhandenen Bebauung gleichermaßen zu respektieren wie die Körnung vorhandener Baukörpergrößen des städtischen Umfeldes.

    2. Drei Höfe

    Drei Höfe unterschiedlichen Charakters gliedern die Schule in differenzierte Bereiche: sie lassen Tageslicht in alle Erschließungszonen scheinen, stellen kommunikative Außenbereiche dar, die gleichermaßen „im Gebäude“ sind, bieten Schutz und dennoch Außenkontakt und ermöglichen Bewegungs- wie Entspannungszonen innerhalb des Schulalltags. So betritt der städtische Besucher die Schule über den Eingangshof, welcher sich zweigeschossig erhebt und terrassierend zum Obergeschoss aufweitet. Das verbindende Dach bietet Schutz und lässt die mäandrierende Fassadenöffnung fließend den geöffneten Baukörper schließen. Das offene Foyer bietet direkten Sichtbezug in das Innenleben der Schule und Verständnis für die angrenzenden Wegebeziehungen.

    Der Alltagsverkehr des Be- und Entladens der Busse vollzieht sich am zweiten Pausenhof. Diese mittige Öffnung des Hauses orientiert sich zum äußeren, grundstückseigenen Erschließungsweg und bietet eine ausreichende überdachte Zone, um die komplexe Abwicklung von täglichen Fahrdiensten zu ermöglichen: Ein lichtdurchströmtes, aber witterungsgeschütztes Vordach ermöglicht genügend Vorraum als Übergang von außen und innen. Schüler und Lehrer sind im angrenzenden Foyer gleichermaßen empfangen wie der städtische Besucher aus dem südlichen Hof und stehen an zentraler Stelle der hausinternen Bewegungsabläufe. Dieser Pausenhof bietet viel Raum an frischer Luft und Tageslicht, aber geschützt vor Witterung zum Spielen oder Entspannen.


    Räumlich gleichen Ausmaßes, aber gänzlich anderen Charakters zeigt sich der nördliche Hofgarten: vierseitig umschlossen bietet er dennoch Außenbezug nach Osten und dient der Tageslichtführung in die flankierenden Erschließungsbereiche. Geschützte Pflanzbeete bieten visuelle und akustische Entspannungszonen und Raum für schuleigene Gartenprojekte.


    Alle drei Höfe stehen in komplexer, räumlicher Abfolge der Wegestrukturen im Haus und ermöglichen einfachste Orientierung aufgrund der Abfolge von Sichtbeziehungen von Hof zu Hof.


    3. Interne Erschließung

    Zentraler Orientierungsschwerpunkt ist das Foyer, welches von zwei angrenzenden Höfen sowohl von der Straße als auch vom seitlichen Eingang erschlossen wird. Alle zentralen Lager- und Versorgungsräume befinden sich unmittelbar angrenzend, bevor der Besucher zu den Unterrichtsräumen gelangt, welche sich durchgängig im Erdgeschoss befinden.

    Um den südlichen, offenen Hof gruppiert sich der Bildungsgang GANZHEITLICHE ENTWICKLUNG GE, um den nördlichen, geschlossenen Hofgarten gruppiert sich der Förderschwerpunkt LERNEN mit Anschluss zum äußeren Sportfeld.

    Die obergeschossigen Räume werden unmittelbar aus dem zentralen Foyer erschlossen und beinhalten Sonderlehrräume geringerer Nutzungsfrequenz (ohne Alltagsbezug) sowie Räume für die schuleigene Verwaltung.

    4. Fassade

    Der skulpturale Baukörper erhält eine weiß geputzte Fassade, welche sich in ihrer Materialität an der umgebenden städtischen Typologie orientiert: Mäandrierende Fensterbänder gliedern diesen Baukörper in dynamische Proportionen und reagieren auf Bewegungsabläufe in die Höfe und vor Einblicken von zu schützenden Räumen. Vertikale, farbige Glaslamellen rhythmisieren diese Fensterbänder einerseits und lassen ein lebendiges Farb- und Schattenspiel andererseits entstehen. Darüber hinaus bieten die teils beweglichen Lamellen Schallschutz zur Neuwieder Landstraße und Sonnenschutz zu allen betroffenen Fassadenseiten.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.