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  • DE-54470 Bernkastel-Kues
  • 04/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-324379)

Neugestaltung Moselufer Bernkastel-Kues


  • Anerkennung

    Visualisierung, © GDLA I Studio URLO

    Landschaftsarchitekten
    GDLA I GORNIK DENKEL landschaftsarchitektur partg mbb, Heidelberg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Daniel Lindemann , Achim Denkel

    Mitarbeit
    Rebecca Lindemann

    Preisgeld
    5.500 EUR

    Erläuterungstext
    Stadt an den Fluss.

    Über durchlässige Freiräume werden Stadt und Uferlandschaft in Einklang gebracht.

    Die Stadt Bernkastel-Kues ist in vier Bezirke unterteilt: Der Bezirk Bernkastel liegt am östlichen Moselufer. Die beeindruckenden Fachwerkhäuser, romantischen Gassen, der historische Marktplatz, das Renaissance-Rathaus, das Graacher Tor und das Schloss Landshut zählen zu den Attraktionen dieses touristischen Viertels.


    Just in diesem Bezirk forderte die Stadtgemeinde Vorschläge für eine hochwertige Stadtplanung und Landschaftsarchitektur, die den Stadtteil für Einwohner und Touristen zugänglicher machen. Der Entwurf muss passend gestaltete Räume enthalten, die dazu beitragen, die Barrieren zwischen der Altstadt und dem Fluss zu überbrücken. Zu jenen Barrieren gehören die Autobahn sowie eine sechs Meter hohe Mauer. Das 2,37 Hektar große Planungsgebiet wird durch die Gestade- und Schanzstraße sowie die Mosel begrenzt und beherbergt derzeit einen Parkplatz als auch Schiffsanleger.


    Konzeptübersicht:

    Vorrangiger Entwurfsgedanke ist es, die Mosel und die Altstadt von Bernkastel zu verbinden, um einen durchlässigen öffentlichen (Zwischen-)Raum zu schaffen, der den Menschen als Nutzer in den Vordergrund stellt und Besucher sowie Bewohner gleichermaßen anzieht. Der bisherige partizipative Prozess und das Integrierte städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) werden beachtet.


    Der Entwurf basiert auf den folgenden Grundsätzen:

    1) Integration: Öffentliche Räume werden durchlässig gemacht, um durchgängige Verbindungen zwischen der Umgebung und der Stadt zu schaffen. Auf diese Weise werden sowohl Einwohner als auch Touristen eingeladen, diese Räume zu besuchen und die lokale wird Wirtschaft angekurbelt. Die Einbindung der Altstadt und des Flusses wird berücksichtigt, während das Überschwemmungsgebiet anerkannt wird.


    2) Zugänglichkeit: Alle Räume sind für alle Benutzer unabhängig von Alter oder Behinderung zugänglich und das Design erleichtert die Reinigung und Wartung des Bereichs. Alle Komponenten, wie die Kioske und die Überdachung können bei Bedarf abmontiert werden.


    3) Nachhaltigkeit: Materialien wie das vorhandene Parkplatzpflaster werden wiederverwendet. Die Pflanzung einheimischer Bäume verbessert die Luft- und Wasserqualität, filtert Schadstoffe und fördert ein positives Mikroklima. Außerdem können Stadtbäume zur körperlichen und geistigen Gesundheit beitragen und den Wert nahe gelegener Immobilien steigern.



    Fazit und Zukunftsaussichten: Das Entwurfskonzept ist nachhaltig, umweltfreundlich und berücksichtigt die Überflutungs- und Verkehrsmuster. Es wird ein durchgehender, einheitlicher Raum geschaffen, der sowohl für Personen als auch für Fahrzeuge leicht begehbar/-fahrbar ist. Der Entwurf fördert die Nutzung des öffentlichen Raums und fügt der Stadt ein weiteres Wahrzeichen hinzu. Es stärkt das lokale Identitätsgefühl, fördert die Bindung der Gemeinschaft und zieht den Tourismus an.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit hat mit ihrem Titel STADT AN DEN FLUSS eine eindeutige Zielformulierung gewählt. Dieser Entwurfsgedanke wird über verschiedene Ebenen konsequent durchgeplant. Die erforderlichen Stellplätze werden jeweils seitlich so angeordnet, dass mittig ein großer zusammenhängender Freiraum verbleibt, der sich über mehrere Zugangsmöglichkeiten zur Stadt öffnet. Die Verknüpfung mit der Stadt gelingt insbesondere durch die großen Treppen- und Rampenanlage links und rechts der Brücke, die gleichzeitig selbst als Aufenthaltsbereich mit Moselblick gestaltet ist.

    Der durchgängig am Moselufer geführte Radweg wird im Platzbereich nach hinten verlagert, um am Ufer großzügige Grünflächen anzubieten, die mit der Öffnung der Bachmündung in einer einheitlichen Gestaltungssprache ausgeführt werden.

    Die Umlenkung des Radweges wird geschickt gelöst, indem die große Freitreppe als Fahrradtunnel und Fahrradgarage genutzt wird. Obwohl gut gelöst im Flächenverbrauch ist hier kritisch anzumerken, dass der Tunnel ein Hindernis für Hochwasserereignisse darstellt und auch als großes Sicherheitsproblem gesehen wird. Die dafür erforderliche 2-fache Querung der Platzflächen stellt eine konzeptionelle Schwäche dar.

    Alle funktionalen Aufgaben der Auslobung wurden erfüllt und sehr detailreich durchdacht. Positiv zu bewerten sind auch die baulichen Qualitäten, deren intensive Auseinandersetzung als modulares Konzept bis hin zu logistischen Vorschlägen für den Hochwasserfall.

    Ein durchgängiger Belag markiert den neuen großflächigen Uferbereich und lässt vielfältige Nutzungen zu. Darüber hinaus werden auch Ideen geliefert, die den alten Bahnhof inszenieren. Als deutliche Schwäche der Arbeit wird der lange Fahrradtunnel angesehen.