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  • ein 2. Preis


    Architekten
    buttler architekten GmbH, Rostock (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Maik Buttler , Joachim Brenncke

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: BRENNCKE ARCHITEKTEN GbR, Schwerin (DE)
    Landschaftsarchitekten: hannes hamann landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Rostock (DE)

    Preisgeld
    21.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebauliches Konzept
    Das Areal für den Neubau des Kinderbildungszentrums Parchim bildet den Auftakt der geplanten Stadterweiterung der Regimentsvorstadt. Der neue Bildungsstandort ist Kernstück des Masterplanes zur gedachten Schließung der städtebaulichen Lücke im Verlauf der Elde und der angrenzenden Eldewiesen, gegenüber den vorhandenen städtischen Strukturen der Regimentsvorstadt Parchims. Die städtebauliche KiBiZ- Komposition von Gebäuden, Plätzen und Grünbereichen folgt dem vorhandenen Standortprinzip, der Vermittlung zwischen Natürlichkeit und Urbanität.
    Städtebauliche Grundidee ist die Verknüpfung von Hochbau und Freianlagen zu einer gemeinsamen, patchworkartigen Campusstruktur. Durch die Anordnung der Gebäude und Freiflächen werden so viele unterschiedliche Hofbereiche und Grünflächen als Spiel-, Sport-, Lern- und Pausenareale unterschiedlichster, nutzungsgerechter Qualität erzeugt.
    Durch die geschaffenen öffentlichen Plätze im Norden und im Süden werden ankommende Personen-ströme aus unterschiedlichen Quellgebieten gleichwertig aufgenommen und in den entsprechenden Gebäuden optisch und funktionell geführt. Sie bilden einen Stadtraum mit höchster Aufenthaltsqualität und stehen zu jeder Zeit in direkter Verbindung mit den Gebäuden. Hierdurch können die öffentlichen und halböffentlichen Räume der einzelnen Bildungsbauten optimal funktionell und architektonisch miteinander verschmelzen. So gelingt es auch, dass das KiBiZ gleichzeitig als Stadtraum und Bildungsstandort nutzbar ist, mit der Möglichkeit von öffentlichen Veranstaltungen im Außenbereich.
    Das städtebauliche Konzept berücksichtigt darüber hinaus, dass die einzelnen Gebäude zu unterschiedlichen Zeitpunkten errichtet werden können und zum Teil auch unterschiedliche Eigentümer/ Nutzer haben. Insbesondere bei der Anordnung der Sporthalle ist ein ganzheitliches Standortkonzept entwickelt worden, welches auch eine zeitliche spätere Sporthallenerrichtung berücksichtigt, ohne Beeinträchtigung der städtebaulichen Standortqualität.

    Freiflächenkonzept
    Der „Campus“ Gedanke bildet das Leitbild für das städtebaulich-freiraumplanerische Konzept. Sowohl das Gebäudeensemble, als auch alle Programmierungen des Freiraums, werden als Einschreibungen in einem homogenen „Belagsteppich“ konzipiert. Dieses homogene Tableau verbindet die unterschiedlichen Nutzungen und setzt dabei die einzelnen Einschreibungen in Wert.
    Die Freiraumintarsien entwickeln parallel zu den städtebaulichen Setzungen ihre eigene Logik, indem ihre Dimensionierung, Positionierung und Orientierung im Ensemble die programmatische Nutzung erkennen lässt. So orientiert sich der großzügige Auftaktplatz am Kreisverkehr als starke Geste in Richtung Innenstadt und schafft dabei eine klare Adresse für den neuen Campus. Schulhofflächen, Sport- und Aufenthaltsbereiche werden je nach Nutzungsintensität im Raum angeordnet, wodurch spannungsvolle Raumzusammenhänge und heterogene Raumsequenzen entstehen.
    Das gesamte Gelände wird barrierefrei erschlossen.
    Die zentrale Schulhoffläche wird dem Neubau der Schule zugeordnet und als Aufenthalts- und Begegnungsfläche ausformuliert. In den Randbereichen des Schulhofes werden differenzierte Bewegungsangebote geschaffen. Mit einbezogen wird dabei die topografische Situation, die durch das bauliche Absenken der Sporthalle geschaffen wird. Ebenfalls berücksichtigt wird die Freianlagensituation, die ohne das Sporthallengebäude entsteht.
    Entlang der westlichen Grundstücksgrenze wird ein linear frequentierter Freiraum geschaffen, der im Norden der Kita zugeordnet ist. Hier befinden sich die „Kosmos“ Gartenlabore im Zentrum der Freifläche und diverse Spiel- und Bewegungsangebote in den Randbereichen. Anschließend werden Schülergärten, grüne Klassenzimmer und großzügige Sportflächen, mit Spielfeldern, Kletter- und Spraywände und Aufenthaltsräume für die Schüler geschaffen.
    Die geforderten 200 Fahrradabstellplätze werden an 3 Standorten dezentral verteilt, ca. 50% werden überdacht hergestellt.
    Locker gestreute Baumreihen changieren kulissenartig in Ost-West-Ausrichtung über den Campus und bilden schattige Ruheplätze. Die Auswahl unterschiedlicher, heimischer Laubgehölze schafft ein abwechslungsreiches Vegetationsbild über alle Jahreszeiten.
    Durch die Verwendung von langlebigen Materialien wird ein nachhaltiger Freiraum geschaffen.

    Verkehrskonzept
    Das Konzept entwickelt eine übergreifende entwurfliche Lösung, welche alle Plätze und Gebäude im Sinne eines Bildungscampus mit differenzierten nutzerbezogenen verkehrlichen Verbindungen einbezieht. Unterstützt wird dies durch eine verbindende Materialität und Formgebung im Freiraum und bei den Gebäuden.
    Im Norden des Standortes erfolgt über den vorhandenen Kreisverkehr die verkehrstechnische Anbindung aus Richtung der Innenstadt. Im Süden erfolgt die unmittelbare Anbindung an den geplanten öffentlichen Nahverkehr, welcher vom Südring das Areal erschließt. Hier befinden sich, wie in der Auslobung vorgegeben, die notwendigen Parkflächen und die Bushaltestellen.
    Die barrierefreie Erschließung ist im Freiraumbereich durch die dortige Höhenausbildung realisiert. In den Gebäuden ist dies durch Aufzugsanlagen, bzw. durch eine höhendifferenzierte Zugänglichkeit (Sporthalle) sichergestellt.
    Der Bringe- und Holverkehr sowie die Anlieferung der Kita erfolgen aus nördlicher Richtung. Hier gibt es befestigte Flächen für Kurzparker und Fahrradstellflächen. Stellplätze für die Schule, Eltern und Mitarbeiter stehen auf der südlichen Parkfläche in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Darüber hinaus werden zahlreiche Fahrradstellflächen im Ankunftsbereich der Schüler erstellt.
    Notwendige Nebenfunktionen, wie Mülllagerung und Geräteschuppen des Hausmeisters sind - verkehrstechnisch gut erreichbar - ebenfalls unter einer Pergola entlang der Ostgrenze untergebracht. In unmittelbarer Nähe zum Küchenbereich der Schule befinden sich Stellflächen zur Belieferung der Speisenver- und -entsorgung.
    Sämtliche Bereiche der Schulhöfe sind um die Gebäude als Rettungswege für die Feuerwehr oder für Veranstaltungen be- und umfahrbar.

    Entwurfsidee - Gebäude
    Das städtebauliche Konzept wird in der Gebäudeplanung fortgeführt. Der Entwurf der einzelnen Baukörper entwickelt sich aus äußerlich klaren und rationalen Figuren, welche in den Freiraum-Teppich eingewebt worden sind. Bei dem äußeren Erscheinungsbild der Gebäude werden, bei einheitlichen Formprinzipien und Materialität, gebäudeweise Differenzierungen vorgenommen. Grundmaterial für die Fassadenflächen ist dabei eine einheitliche Materialtextur, durch einen regionaltypischen roten Ziegel. Besondere Fassadenelemente werden durch die Einfassung mit Betonwerksteinelementen aus den jeweiligen Fassadenflächen hervorgehoben. Im Inneren der Gebäude beschreiben die über alle Geschosse reichenden Lufträume einen freien, kommunikativen und spielerischen Kern.

    Kindertagesstätte „Forschergeist“
    Das Gebäude der Kita ist als 2-geschossiger Baukörper baulich und funktionell sehr klar und einfach strukturiert. Dies ermöglicht den Kindern und Nutzern eine leichte und eindeutige Orientierung im Gebäude. Die Räume der Kinderkrippe sind grundsätzlich im Erdgeschoss, die des Kindergartens im Obergeschoss, angeordnet. Die Kita wird auf der Ostseite vom Vorplatz erschlossen.
    Vom Eingangsbereich aus betritt man die zentrale Halle, um welche sich alle Funktionen des Gebäudes aufreihen. Die Gruppenbereiche mit den einzelnen untereinander verbundenen Funktionsräumen sind konsequent nach Süd-Westen ausgerichtet und haben direkte Zugänge zu den Grünflächen. Rücksprünge ermöglichen das Unterstellen bei Regen im Erdgeschoss. Der Bewegungsraum jeder Gruppe geht im Inneren in die Mehrzweckfläche über und gestattet so, einen multifunktionalen Spiel- und Veranstaltungsraum zu bespielen. Im südlichen Bereich im Erdgeschoss befindet sich das kombinierte Kinderrestaurant, welches unmittelbar an einen separaten Innenhof grenzt. Hierdurch kann im Sommer der Außenbereich mit genutzt werden. Die Pergola verschattet die Außenfläche und schützt vor zu starker Sonneneinstrahlung. Im Obergeschoss wird zwischen den beiden Gruppenbereichen ein zentraler Luftraum aufgespannt, welcher die Orientierung und die Wechselbeziehung zwischen den beiden Geschossen zulässt. Im Obergeschoss befinden sich Vorbereitungs- und Besprechungsräume für Eltern, mit dem daran angeschlossenen Elterncafé. Im Gartenlabor „Cosmos“ wird das Thema Forschergeist in verschiedenen Spielinseln mit entsprechenden Außenspielgeräten wieder aufgenommen.

    Regionalschule „J. W. v. Goethe“
    Das Schulgebäude ist als 3-geschossiger Baukörper baulich und funktionell klar strukturiert. Dies ermöglicht Schülern und Lehrern eine gute Orientierung zum und im Gebäude. Die einzelnen Raumgruppen sind nach Nutzungserfordernis und -intensität in den einzelnen Geschossen zusammenhängend angeordnet. Dabei sind die hochfrequentierten und ganztägig genutzten Räume (Ganztagsbereich) im Erdgeschoss angeordnet.
    Für das Gesamtkonzept der Schule spielt die offene Mitte, mit dem über drei Geschossen freien Luftraum und den dort eingestellten geschossübergreifenden Nutzungskernen, eine besondere Rolle. Dadurch ist es in der Folge möglich, dass im freien Luftraum durch Flurerweiterungen repräsentative Rückzugbereiche hergestellt werden können. Durch die differenzierten, geschossübergreifenden Lufträume wird darüber hinaus eine Orientierung und optische Wechselwirkung zwischen den drei Geschossen ermöglicht.
    Bei der Erdgeschossausbildung ist von besonderer Bedeutung, dass eine funktionelle Verbindung des Innenraums zu den angrenzenden Außenräumen, mit dem Vorplatz und dem Schulhof, vorhanden ist. Damit wird eine Öffentlichkeitswirksamkeit als stadtorientierter Lernraum hergestellt. In der Innenraumwirkung, durch die zentrale Agoraausbildung, entsteht im Schulgebäude ein multifunktional nutzbarer Raum, der unterschiedliche schulische und öffentlichkeitswirksame Nutzungen ermöglicht. Dies wird durch die funktionale und optische Verbindung der zentralen mittigen Gebäudefläche mit den platz- und hofseitig angrenzenden Räumen, der Mensa und dem Musikraum, unterstützt.

    Sporthalle
    Die Sporthalle ist entsprechend Auslobung als klassische Zweifeldhalle ausgebildet. Bei dem städtebaulich- funktionellen Ansatz ist dabei berücksichtigt worden, dass die Halle auch zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt errichtet werden kann, ohne dass die Nutzungsqualität des Gesamtstandortes darunter leidet.
    Erreicht wird dies u. a. dadurch, dass der Baukörper der Halle zur Geländeoberfläche mit einem Geschoss abgesenkt wird, bei gleichzeitiger Geländeprofilierung vor der Nordfassade.
    Durch das Absenken ist in der Folge von zwei Gebäudeseiten ein barrierefreier Zugang möglich, über die Nordfassade zum eigentlichen Sportbereich, über die Südfassade (Besuchereingang) zu den Tribünenplätzen.
    Fassade, Konstruktion und Materialkonzept
    Die einzelnen Gebäude werden als konventionelle Massivkonstruktionen, in einer Kombination aus Stahlbeton- und Mauerwerksbauteilen, errichtet. Die Gründung der insgesamt nicht unterkellerten Gebäude erfolgt, je nach Bodenverhältnissen, als Flachgründung oder über Streifenfundamente. Als Fassaden sind mehrschalige, hochgedämmte Ziegelfassaden vorgesehen. Der verwendete Ziegel bildet zum einen die Struktur der historischen Gebäude in der näheren Umgebung wieder, charakterisiert auf der anderen Seite in seinem Materialwert die eingeschnittenen Bänderungen, aus welcher im Erdgeschoss die Pergola-Strukturen erwachsen. Die Gebäude und die einzelnen Fassadenbereiche werden durch die Betonrahmen und Pergolen aus Sichtbetonelementen optisch, jedoch differenziert, verbunden. Die Fensterbänder bestehen grundsätzlich aus drei Elementen: den Betonrahmen aus Sichtbetonfertigteilelementen, großflächigen Verglasungen mit Aluminium-Fensterkonstruktionen und stehenden Paneelflächen in Holzmaterialität. In den Obergeschossen werden massive Brüstungen aufgrund der Absturzsicherung ausgeführt.
    Die Dächer sind als flach geneigte Warmdächer mit Attikaaufkantung und innen liegender Entwässerung vorgesehen. Die inneren Gebäudeoberflächen sind durch wenige, einfache und natürliche - möglichst unveredelte - Materialien geprägt: Putz, Holz, Kautschuk, in Kombination mit wenigen, aber markanten, farblichen Akzenten, kommen differenziert nach den Bereichen Kita, Schule und Sporthalle zur Anwendung.

    Energiekonzept
    Wichtigster energetischer Ansatz ist es, die Transmissionswärmeverluste und die sommerlichen Wärmelasten zu begrenzen. Dem entsprechen sowohl die kompakte Bauform des Entwurfes mit minimierten Außenflächen, die am Passivhausniveau orientierten Wärmedurchgangskoeffizienten der Außenhülle, wie auch die als Dreischeibenverglasung mit außenliegendem Sonnenschutz geplanten Fensterflächen.
    Weiterführend wird vorgeschlagen, das Kita- und das Schulgebäude über eine Baukernaktivierung zu beheizen, welche durch Geothermie versorgt wird. Die kontrollierte Be- und Entlüftung des Komplexes ist ebenso Teil des Energiekonzeptes, wie die Nutzung der Flachdächer für Photovoltaik. Auf eine Klimatisierung sollte verzichtet werden. Der Bereich der Kita kann natürlich belüftet werden.
    Die Belichtung erfolgt weitestgehend energiesparend durch natürliche Belichtung. Dabei sind die transparenten Flächen so dimensioniert und angeordnet, dass die sommerlichen solaren Gewinne vollständig über die Baukernaktivierung mit Kühlung über Geothermie abgeführt werden können. Eine optimierte Gebäudeleittechnik über KNX- und Bus-Systeme ergänzt das Konzept. Das Gesamtergebnis ist eine deutliche Unterschreitung des energetischen Niveaus der EnEV 2016, die Forderungen des EEG werden voll umgesetzt.

    Mitwirkende:

    Julia Weber
    Philipp Deutschmann
    Markus Kutz
    Maik Buttler
    Daniela Rathmann
    Christin Dähnrich
    Laura Weinreich
    Joachim Brenncke
    Philipp Rösner
    Isabella Sinnesbichler
    Hannes Hamann

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebau
    Die Verfasser verfolgen den Gedanken, den Gebäuden durch ein übergeordnetes Campus-Konzept Zusammenhalt und Identität zu geben. Dieses Campus-Konzept funktioniert auch, wenn die Sporthalle wesentlich später oder gar nicht gebaut wird. Verbunden über Pergolen werden die Bauten miteinander verbunden und stadträumlich fixiert. Der Vorplatz erscheint stadträumlich allerdings an diesem Ort etwas zu groß für die ausschließlich schulische Nutzung dimensioniert zu sein. Die Gestaltung und Differenzierung dieser Fläche mittels steinernen Sitzgelegenheiten und Pflanzflächen ist ein angemessen gutes Gestaltungsthema. Eine Verkleinerung dieser Vorfläche zu Gunsten der Außenräume, die der Kindertagesstätte zugeordnet sind, wäre wünschenswert.
    Positiv hervorzuheben ist, dass unterschiedliche Kurzzeit-Parkplätze für Kindertagesstätte und Regionalschule vorgeschlagen werden, eine Lösung, die den gestellten Anforderungen entspricht.
    Die Differenzierung der Pausenbereiche für die Regionalschule wird positiv diskutiert. Besonders hervorzuheben ist dabei der Übergang zum tiefer gelegenen Eingang in die Sporthalle mit Sport- und Spielplätzen. Inwieweit sich Synergieeffekte trotz der Notwendigkeit der Abgrenzung für Kindertagesstäte und Regionalschule ergeben, kann noch ausgelotet werden.

    Funktion
    Das kompakte dreigeschossige Schulgebäude wird durch eine „bewegte Mitte“ aus zwei Lufträumen, Lernoasen, Lernräume und Erlebnisräume geprägt. Die Jury bewertet diesen Ansatz mit den eingeschobenen Lernoasen als sehr positiv, gibt aber zu bedenken, ob der relativ schmal zulaufende, kleinere Luftraum nicht durch eine etwas geänderte innenräumliche Lage in räumlicher Verbindung mit der Verkehrsfläche mehr Potential hat. Die Gruppierung von jeweils zwei Klassenräumen zu einem Gruppenunterrichtsraum ist ein guter Ansatz.
    Die funktionale Gliederung der Kindertagesstätte in zwei Bereiche, die Lage der Kinderkrippe im Erdgeschoss und die Situierung der Räume des Kindergartens im Obergeschoss ist grundsätzlich richtig. Wünschenswert wäre nach Meinung des Nutzers allerdings eine bessere Durchlässigkeit zum Außenraum.
    Die funktionale Organisation der Sporthalle über zwei Ebenen mit einem unteren Zugang für die Schüler der Regionalschule und den eine Ebene höher gelegen Eingang von Süden für externe Nutzer entspricht gängigen Konzepten, ist nachvollziehbar und eine funktional richtige Lösung.

    Architektur
    Der architektonische Ausdruck der Gebäude ist eher streng und konventionell. Die Verfasser greifen mit den Ziegelfassaden ein Material aus der Umgebung der Regiments-Vorstadt auf, ein Gedanke, der nachvollziehbar ist. Ruhige Ziegelfassaden werden in Kontrast mit Fensterbändern gesetzt, die durch umlaufende kräftige Rahmen aus Beton hervorgehoben werden. Insgesamt beurteilt die Jury diesen Ansatz als gestalterisch zu streng für eine Schule und wünscht sich im Falle einer Durcharbeitung eine Differenzierung im Detail.

    Wirtschaftlichkeit
    Die Arbeit liegt insgesamt im wirtschaftlichen Bereich, dabei sind das Schulgebäude im mittleren Bereich und die Kindertagesstätte sehr wirtschaftlich ausgelegt.

    Resümee
    Mit ihrem Entwurf ist es den Verfassern gelungen, einen stadträumlich robusten Vorschlag mit hohem funktionalen und architektonischen Potential zu entwickeln, insgesamt ein sehr guter Beitrag.