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  • DE-67663 Kaiserslautern
  • 04/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-339501)

Wohn- und Gewerbeobjekt Staubörnchenstraße 4 in Kaiserslautern


  • Anerkennung

    Ausschnitte Ansichten, © GHBA

    Architekten
    Gehbauer Helten Bickel Architekten Partnerschaft GmbB, Mainz (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Achim Gehbauer , Sven Bickel

    Preisgeld
    1.750 EUR

    Erläuterungstext
    Die dem Wettbewerb S4 Kaiserslautern konnten wir eine Anerkennung für die von uns vorgeschlagene Lösung erringen.

    LEITIDEE
    Nicht nur der Abriss des Bestandsgebäudes steht für einen Neustart in der Innenstadt von Kaiserslautern, vor allem der Neubau geht mit seinen zwei Gesichtern auf die Entwicklung der Innenstadt in den letzten Jahrzehnten ein. Der Bau respektiert die umgebende Bausubstanz und verhält sich zum öffentlichen Raum rücksichtsvoll und unaufgeregt. Die Putzfassade kaschiert die für den Innenstadtraum untypische Holzbaukonstruktion des Gebäudes.
    Der von der Straße abgewandte Baukörper zeigt selbstbewusst seinen zeitgenössischen Charakter und präsentiert den Holzbau in voller Gestalt. Die hölzerne Anmutung, verleiht dem Gebäude einen sympathischen Charakter der sich im Inneren des Blocks als neues aber angenehmes Element zeigt. Durch seine Positionierung zeigt er auch Wege auf, in welcher Weise der Block in Zukunft auf den Nachbargrundstücken weiterentwickelt werden könnte. Die Holzbauweise und die damit verbunden kurze Bauzeit, wirkt sich positiv auf das Wohnklima in der näheren Umgebung aus, da sich Belästigungen durch Schmutz und Lärm während der Bauzeit stark verringern lassen.
    STADTBAUSTEIN
    Die durch den Abriss entstehende Lücke wird zunächst, durch einen den Blockrand schließenden Stadtbaustein geschlossen.

    SOCKEL
    Das Fundament des Holzbaus bildet, ein Sockel aus Beton, der die Hülle für die Tiefgarage bildet.
    Das so entstehende Hochpaterre bildet gleichzeitig die Grenze zur Stadt und formuliert die Übergänge ohne dabei hermetische Mauern zu bilden.

    SUBSTRAKTION
    Da das Grundstück durch eine nicht bebaubare Privatstraße begrenzt wird, die den historischen Verlauf der Richard-Wagner-Straße aufnimmt, lässt sich der Block (Staubörnchen-, Richard-Wagner-, Fackelwoog- und Humboldstraße) nicht städtebaulich schließen. Durch Substraktionen am Stadtbaustein entsteht ein Gelenk, dass sowohl dem heute als Großform erkennbaren Blockrand, aber auch dem historischen Stadtgrundriss gerecht wird.
    SERIALIESIERUNG
    Durch die konsequente Einteilung der Fassade in ein Raster von 62.5 cm lässt sich der Bauprozess mit vorgefertigten, modularen Wand- und Fassadenkonstruktionen effizient gestalten. Das Bauen in Serie bietet ein Potenzial, kostengünstige, stark rationalisierte Planungs- und Errichtungsprozesse mit einer hohen individuellen Architekturqualität zu verbinden.
    Die Hölzernen Klappläden im Baukörper an der Staubörnchenstraße unterstreichen die Thematik der zwei Gesichter des Baus, sind sie geschlossen, fügt sich Ihre weißgestrichene Außenseite in die Putzfassade ein. Sind sie hingegen geöffnet, zeigt sich ihre naturbelassene Innenseite und wandelt somit den Charakter des Gesamten Gebäudes, sollten einmal alle Läden geöffnet sein, wirkt es fast so als habe das Gebäude eine gänzlich hölzerne Fassade.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche und architektonische Ausformung des T-förmig angelegten Neubauvorhabens mit Putzfassade entspricht im Wesentlichen der Aufgabenstellung. Das Neubauvorhaben lässt sich baulich gut in die vorgegebene, teilweise inhomogene Umgebungssituation einbinden, entfaltet dennoch eine eigenständige selbstbewusste Architektursprache. Die lange Zeit vernachlässigte „Hinterhofbebauung" wird zugunsten eines 5-geschossigen, baulich dominierenden Schenkels ersetzt, der leider nach Norden hin bis an die Nachbargrundstücke heranrückt. Hier könnten möglicherweise Nachbarschaftskonflikte entstehen.
    Die Verfasser legen großen Wert auf die bauliche Ausgestaltung des Sockels des geplanten Holzbaus. Dieser Betonsockel, der den Straßenverlauf prägt, öffnet sich an der Ecke zur
    Privatstraße richtigerweise für die Eingangssituation und trägt somit zur Adressbildung bei.
    Mit der Reduktion des Neubauvorhabens auf nur drei Materialien (Beton, Holz und Pub) und einer klaren einfachen Einteilung der Fassaden, der großzügigen Eingangssituation und dem geplanten Hochparterre als Freiraumelement im nördlichen Grundstücksteil stellt das Neubauvorhaben insgesamt eine städtebaulich und architektonisch in Bezug auf die Umgebungssituation angemessene Lösung dar, die der zentralen innerstädtischen Lage zu einem innovativen Impuls in Bezug auf zukünftige Projekte zu Baulückenschließungen verhilft.
    Besonders positiv wird die Nubungsmöglichkeit der Dachgeschossebene für Freizeitzwecke bewertet, die durch die bauliche Überhöhung des Nord-Süd-verlaufenden Baukörperschenkels erst ermöglicht wird.
    Insgesamt gesehen, ist das Gebäude geprägt durch ein lebendiges Spiel in der Fassade, das durch Klappläden unterstüüt wird. Ein gewollter Materialwechsel mit städtischer Puüfassade zur Erschließungsstraße und Holzfassade zum bestehenden Blockinnenbereich unterstreicht insgesamt die harmonische, aber troüdem großstädtische Anmutung der Architektursprache.


INFO-BOX

Angelegt am 14.05.2019, 17:02
Zuletzt aktualisiert 17.05.2019, 16:11
Beitrags-ID 4-173942
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