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  • DE-68161 Mannheim, DE-68259 Mannheim
  • 05/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-326868)

Entwicklung des Epiphanias-Areals in Mannheim - Feudenheim


  • 2. Preis

    Epiphanias Quartier Perspektive Platz, © STUDIO SF

    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Schedlbauer

    Mitarbeit
    Ricardo Patings, Danilo Meixner

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: STUDIO SF Simon Fischer & Architekten GmbH, Mannheim (DE)
    Investoren: Bamac GmbH, Mutterstadt (DE)

    Preisgeld
    9.900 EUR

    Erläuterungstext
    Epiphanias Quartier - Mannheim Feudenheim

    Ziel ist es ein Konzept zu entwickeln, welches sich in seiner Maßstäblichkeit und seiner Formsprache angemessen in die Umgebung der Epiphanias Kirche einfügt.
    Das neue, kleinstädtische Quartier bildet eine eigene Identität, welche das Areal um den Kirchplatz aufwertet und belebt. Es entsteht ein neues Quartier mit attraktivem, bezahlbarem Wohnraum, in dem Wohnen, Kinder, Gemeinde und das kirchliche Leben nebeneinander wie selbstverständlich pulsieren.

    Städtebau

    Das Wettbewerbsgebiet an der Epiphanias Kirche in Feudenheim ist geprägt durch seine kleinstädtischen Strukturen und deren Maßstäblichkeiten. Gestaltprägend sind hier die trauf - und giebelständigen Gebäude, die in ihren Kubaturen und Dimensionen die Umgebung definieren. Im Zentrum davon erhebt sich die Epiphanias Kirche. Der Entwurf greift die vorhandenen Bautypologien auf und interpretiert Sie in Ihren jeweiligen Nutzungszusammenhängen neu. Die Baukörper vereinen sich zu einem Gebäudekomplex mit geneigten Dächern, rahmen die Kirche städtebaulich ein und fügen sich wie selbstverständlich in die vorhandene Umgebung ein.

    Im Entwurf wird die Stärkung des Kirchenstandortes hervorgehoben. Ein neuer belebter Kirchplatz wird geschaffen. Dieser fungiert als zentraler, gemeinsamer Ort für Kirche, Gemeinde und den Bewohnern Feudenheims. Eine attraktive Durchwegung zwischen der Andreas-Hofer-Straße und der Arndtstraße schafft stadträumliche Qualitäten und verbindet die neuen Nutzungen. Die Anordnung des Cafés zum Kirchplatz und die mögliche Nutzung des Mehrzweckraumes der Kita durch die Gemeinde stärkt die Bedeutung dieser Durchwegung.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf nimmt das Motiv der Stadtvillen in Feudenheim in seiner Formensprache auf und interpretiert die Typologien der Nachbarschaft neu. Das Ensemble entwickelt sich scheinbar aus maßstäblichen Einzelgebäuden mit Walmdächern. Deren First ragt zwar durch Staffelgeschoss und Galeriegeschoss hoch hinaus, doch im Straßenraum ist für den Blick des Fußgängers vor allem die Traufkante maßgebend. Die eigenständige Setzung und durchgängige Gestaltung des Gebäudeensemble rahmt die Kirche und fügt sich zugleich in die Nachbarschaft ein.
    Der Kirchplatz wird räumlich gefasst und als zentraler Ort inszeniert, der durch die Anordnung eines Cafés im Norden und die die Nutzung des Mehrzweckraums der Kita im Süden sich für die Bewohner und Gemeinde öffnet. Der Übergang zwischen Kirchplatz und dem geschützten Innenhof der Wohnbebauung und Kita ist im Westen sorgfältig als „Nachbarschaftsplätzchen“ gestaltet. Im Osten gestaltet ein „Parkband“ mit Aktivitäts- und Ruhezonen den Übergang zum Park. Die angemessene Setzung und die klare Raumbildung werden vom Preisgericht positiv beurteilt. Der Kirchplatz selbst ist aufgrund des Denkmalschutzes zu erhalten.
    Der Innenhof mit der großen Kastanie ist als geschützte Grünfläche und schattiger Außenraum der Kita gestaltet. Die Kita selbst liegt im Erdgeschoss des südlichen Winkels und öffnet sich nach Osten und Norden zu ihrer Außenfläche. Damit entstehen attraktive Innen- und Außenraumbezüge für die Kita. Die Entscheidung für Spielflächen im Nord-Westen ist gerade im Blick auf die Klimaveränderung sinnvoll.
    Die Erschließung der Wohnungen über die Andreas-Hofer-Straße und die Arndtstraße ist sinnvoll. Das Angebot der Vorgartenzone mag in der Pflege herausfordern, ist aber im Blick auf die Nachbarschaft, die attraktive Gestaltung der Eingangszonen und den Klimaschutz sinnvoll. Das abwechslungsreiche Wohnungsgemenge ist über alle Baukörper gleichmäßig verteilt und bietet eine große Anzahl von 2-4 ZKBB Wohnungen an. Die großzügigen Maisonette-Wohnungen in den Dachgeschossen sind hoch attraktiv. Die preisgünstigen Wohnungen erfüllen die Sozialquote von 30% und sind in den Wohnflächen über alle Baukörper integriert. Diese Durchmischung entspricht den Vorstellungen der Auslobung.
    Die Stadtvilla an der Ecke Nadlerstraße/Arndtstraße reiht sich gestalterisch in das Ensemble ein. In Konsequenz wird daher auch dieses Gebäude von der Arndtstraße erschlossen. Zur Nadlerstraße adressiert sich die schmale Giebelseite.
    Die Abstandsflächen sind an der Einfahrt Tiefgarage nicht ausreichend. Ebenso sind Rampenlänge und Einfahrtswinkel der Tiefgaragenrampe noch nicht gelöst.
    Das Ensemble ist als Massivbau mit Lochfassade geplant. Die Entscheidung für glatt gefilztem Putz und Holzelemente in den Fenstern und Loggien wird begrüßt. Das im Entwurf geplante WDVS kann jedoch im Hinblick auf die gewünschte Fassadenqualität und Nachhaltigkeit nicht überzeugen und sollte in einer weiter Planung hinterfragt werden. Die Öffnung des Mehrzweckraums über die Gebäudeecke wirkt fremd in der Gesamtstruktur und ist im Blick auf die Angemessenheit und Fassadentypologie zu hinterfragen.
    Insgesamt überzeugt der Entwurf in seiner städtebaulichen Setzung und architektonischen Durcharbeitung. Der Respekt, den die neue Wohnbebauung dem Kirchplatz und seiner Nachbarschaft zollt, lässt einen angemessenen neuen Stadtbaustein für Feudenheim erwarten.