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  • Preisgruppe 1. Wettbewerbsstufe

    Vogelperspektive 1.Stufe, © Köstlbacher Miczka Architektur Urbanistik / toponauten

    Architekten
    Köstlbacher Miczka Architektur Urbanistik, Regensburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Köstlbacher , Hans Miczka

    Mitarbeit
    Florian Fischer, Maximilian Koch

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: toponauten LaGmbH, Freising (DE)

    Erläuterungstext
    Haunstetten wird mit den neuen Quartieren Süd-West seine Gestalt verändern ohne sein Gesicht zu verlieren.

    Der stetig gewachsene Stadtteil Haunstetten orientiert sich heute ohne klares Zentrum entlang der Königsbrunner Straße. Nordsüdlich verlaufende urbane Funktionslinien vernetzten den Stadtteil ins Zentrum Augsburgs und nach Königsbrunn. Übergeordnete Landschaftsstrukturen, der Stadtwald im Osten und die Feldfluren um die Hangkannte und die neue B17 im Westen begleiten Haunstetten. In Fortschreibung und Vernetzung dieser Strukturen lässt sich nach der Prämisse „landscape first“ eine resilliente Stadtstruktur der nächsten Generation entwickeln. Multifunktionale Verbindungen weben die landschaftlichen wie urbanen Strukturen zu einem feinmaschigen Netz mit einem gemeinsamen neuen Zentrum an der Nahtstelle zwischen Haunstettens Gegenwart und Zukunft zusammen. Die Hierarchien und Nutzungen der Erweiterung des urbanen Freiraumnetzes bilden neue Quartiere und polyvalente Orte, welche sich mit unterschiedlichsten Lebensentwürfen und Handlungsfeldern füllen lassen. Augsburg Haunstetten geht mit den neuen Quartieren Südwest in und mit der Zukunft.

    Haunstetten tritt mit seiner neue Gesamtgestalt und den Angeboten für seine Akteure den Beweis an, dass es möglich ist urbanes Leben in einer ressourcenbewussten Gesellschaft zu führen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Gewürdigt wird die klare Grundstruktur aus fünf Quartieren, die über eine neue Nord-Süd verlaufende geknickte Achse miteinander verbunden werden. Die Quartiere binden im Osten folgerichtig an den Bestand an, reagieren auf bestehende Wegeverbindungen, Grünräume und Typologien.
    Den Quartieren sind jeweils Quartiersplätze zugeordnet, die sich an der Haupterschließung aufreihen.Eine von Ost nach West verlaufende Wegeachse mit zentralen Nutzungen, sozialer Infrastruktur, Gewerbe und Mischnutzung schafft die Verbindung zu Alt-Haunstetten.
    Im Schnittpunkt der Hauptachsen liegt das neue Zentrum, das interessante räumliche Strukturen verspricht, die allerdings noch typologisch nachgewiesen werden müssen.
    Die Nutzungsverteilung entspricht dem Konzeptansatz, mit einer Verteilung der Mischnutzung entlang der zentralen Erschließungsachsen. Kontrovers diskutiert wird die Mischung von Gewerbe und sozialer Infrastruktur entlang der Ost-West-Verbindung. Hierbei sollte die Art des Gewerbes genauer definiert werden.
    Desgleichen entsteht durch die Anordnung des Vereinssports am nördlichen Eingang eine Trennwirkung, die einem identitätsstiftenden Stadteingang nicht gerecht wird. Die Mischung verschiedener Typologien wird begrüßt, einzelne Blöcke werden allerdings von der Maßstäblichkeit her kritisch gesehen. Gewürdigt wird das Reagieren der Bebauung im Westen auf die Lärmbelastung der Bundesstraße.

    Das MIV- und ÖPNV-Konzept weist eine robuste und flexible Erschließung auf, die unabhängig von Alt-Haunstetten funktioniert. Die durchgehende Verbindung birgt allerdings die Gefahr einer „Durchschusswirkung“ des Verkehrs, hier müssen Aussagen zur Lösung erarbeitet werden. Die Lage der neuen Anschlussstelle an der B17 wird als richtig erachtet, Durchgangsverkehre nach Alt-Haunstetten über die neue Ost-West-Verbindung (zentrale Achse) müssen allerdings überprüft und minimiert werden.
    Die Lage der Straßenbahnschleife mit Tramhalt ermöglicht ein P+R-Konzept, die Linienführung (ohne Halt) kann effektiver gestaltet werden und muss nicht das Wohngebiet queren. Die Quartiersgarage in der Stadtteilmitte sollte nicht als P+R-Anlage dienen.
    Der ruhende Verkehr ist gut gelöst, gewürdigt wird die Einbeziehung eines Mobilitätsmanagements als Strategie zur Steuerung des Verkehrsverhaltens.

    Die Öffnung der Fugen zwischen den Quartieren zum Landschaftsraum unterstützt die Gliederung der Quartiere, führt andererseits aber auch zu einem Schalleintrag ins Gebiet. Positiv gesehen, wird die Inszenierung der Hangkante sowie der Hochterrasse mit vielfältigen landwirtschaftlichen Strukturen. Die streifenartige Aufreihung, die nicht auf die Schallproblematik eingeht, wird allerdings kontrovers diskutiert. Die Lage des Sees wird in Bezug auf das Nutzungskonzept nicht klar.


INFO-BOX

Angelegt am 16.07.2019, 17:42
Zuletzt aktualisiert 17.02.2020, 12:37
Beitrags-ID 4-177192
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