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  • DE-01979 Lauchhammer, DE-01979 Lauchhammer
  • 07/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-329557)

Neubau Rathaus in Lauchhammer


  • 1. Preis

    Lageplan Entwurf, © rplusb

    Landschaftsarchitekten
    r+b landschaft s architektur, Dresden (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Jens Rossa, Maryam Najafi

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: AWB ARCHITEKTEN, Dresden (DE)

    Preisgeld
    13.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit bezieht ihre Kraft aus der enormen Präzision der städtebaulichen Setzung. Das stadträumliche Konzept entspringt der sorgfältigen Auseinandersetzung mit dem Ort und dem Erkennen ihrer Besonderheiten. Das steinerne Hauptgebäude direkt an der Straße orientiert sich in seiner Gebäudetypologie an den traufständigen Bauten entlang des Angers, während das rückwertige Gebäude als ein luftiger Gartenpavillon die Qualitäten des Grünraums auskostet. Diese Kombination aus städtischer Repräsentation zur Straße hin und spielerischem Wechselspiel zwischen Innen und Außen in der Tiefe des Grundstückes schafft eine klare Adresse und attraktive Räume für die Angestellten des Rathauses.

    Die Positionierung des in der Stadt wirksamen Baukörpers ermöglicht einen gut proportionierten Vorplatz, der in seiner Lage und Ausformung eine einladende Geste für die Bürger formuliert.

    Der Haupteingang direkt am Straßenraum wird ausdrücklich gewürdigt. Dennoch scheint der Entwurf an dieser wichtigen Stelle noch nicht vollendet. Die komplizierte Eingangssituation über den Windfang ist eng und auf eine gewisse Art und Weise um die Ecke gedacht. Ein Rathaus sollte seine Besucher großzügiger empfangen. Auch der zentrale Eingangsbereich der auch als Vorraum für den Saal funktioniert, könnte zwecks Belebung des Außenraums besser mit dem Vorplatz verbunden sein.

    Insgesamt sind die Grundrisse gut ausgearbeitet. Sie sind in ihrer Einfachheit zugleich flexibel und daher langfristig sehr wirtschaftlich.

    Die Aufenthaltsqualität der Räume im Erdgeschoss hinter der perforierten Außenhaut wird in Frage gestellt. Ebenso wird der Charakter der Geschlossenheit zum öffentlichen Raum hin im Preisgericht kontrovers diskutiert. Die vertikale Erschließung sowie der versteckte Aufzug hinter dem Treppenlauf erfüllen nicht die heutigen Anforderungen einer inklusiven Nutzung.

    Der Saal liegt richtig an einer prominenten Stelle und ist gut sichtbar für die Bürger. Auch das Bürgerbüro und das Trauzimmer sind gut mit dem Gartenbereich verbunden. Die klare Gestaltung von zwei unterschiedlichen Freiräumen mit unterschiedlichen Funktionen wird anerkannt.

    Leider liegt kein konkretes Technikkonzept vor. In dem Zusammenhang sind bis auf den Technikraum für den Saal auch keine weiteren Technikräume nachgewiesen.

    Insgesamt handelt es sich um einen sehr interessanten Beitrag zum Weiterbauen in der Stadt. In seiner Angemessenheit trifft der Entwurf den Genius Loci des Ortes und liefert ein solides Bauwerk mit hohem Maß an Identifikation für die Bürger über Jahre hinweg. Die vorgeschlagene Materialität und eine sorgfältige Ausführung sind allerdings immer die Voraussetzungen für dauerhafte Schönheit der Architektur und des öffentlichen Raums.