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  • DE-64295 Darmstadt, DE-64283 Darmstadt
  • 08/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-330272)

Konzeptvergabe Marienplatz in Darmstadt


  • 2. Preis

    kein Bild vorhanden
    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Investoren: Bonava Deutschland GmbH, Fürstenwalde (DE), Hamburg (DE)
    Architekten: prosa Architektur + Stadtplanung | Quasten Rauh PartGmbB, Darmstadt (DE)
    Landschaftsarchitekten: Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen (DE)
    Architekten: LIEB ARCHITEKTEN BDA, Freudenstadt (DE)

    Preisgeld
    17.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser entwerfen eine Blockrandbebauung, die sich in ihrer Dimension an den Strukturen der Mollerstadt orientiert. Um das Vorhaben optimal in seine gewachsene Umgebung zu integrieren, wird der Blockrand etwa im Drittelspunkt geteilt und beide Teile gegeneinander verschoben. So entsteht ein großzügiger, als zusammenhängend wahrnehmbarer und überbauter Blockinnenbereich mit zielfarbigen Aufenthalts- und Spielbereichen sowie privaten und halböffentlichen Freiflächen. Aussparungen in der Tiefgarage erlauben die Pflanzung von sechs Großbäumen mit Bodenanschluss.
    Der Blockrand selbst wird durch eine angedeutete Parzellenstruktur mit in Höhe und Tiefe variierenden Baukörpern differenziert. Auf diese Weise können die vielfältigen unterschiedlichen Wohnformen ablesbar gemacht werden. Ob sich diese Strukturen auch in künftigen Eigentumsverhältnissen niederschlagen sollen, wird nicht explizit ausgeführt, ist aber möglich. Der geringe Abstand der Bebauung zur südlichen Grundstücksgrenze wird kritisch gesehen. Der Blockrand rückt von der Hügelstraße ab, sodass der Erhalt eines Teils der Robinienreihe glaubhaft möglich ist.
    Einen städtebaulichen Akzent bildet ein an der Ecke Heidelberger Straße / Hügelstraße platziertes zwölfgeschossiges Wohnhochhaus mit einer vorgelagerten gut dimensionierten und proportionierten Freifläche. Das Angebot der Platzfläche vor dem Hochhaus wird ausdrücklich begrüßt, die Dimension und Proportion sind gut. Aufgrund der Höhenlage dieser Fläche ist der Erhalt der Robinien hier wahrscheinlich nicht möglich.
    Die Adressbildung erfolgt klar und selbstverständlich vom öffentlichen Raum aus, das Blockinnere bleibt überwiegend privat. Ein öffentlicher Zugang von der Heidelberger Straße aus fehlt. Bedingt durch seine Größe ist jedoch zu erwarten, dass die Öffentlichkeit die Angebote zur zwanglosen Durchquerung annehmen wird.
    Der an der Hindenburgstraße gelegene Grundstücksteil bleibt unbebaut und dient als großzügige Freifläche für die KiTa. Die Nachteile der Position dieser Fläche an den großen Verkehrsstraßen kann durch ihre erhöhte Lage und Möglichkeiten zur Begrünung und Ausstattung zumindest teilweise kompensiert werden. Leider wird die Freifläche der KiTa eingezäunt sein, so dass dieser Bereich nicht öffentlich nutzbar sein wird.
    Das Angebot der Wohnformen ist vielfältig und aufgrund der einfachen Baustruktur auch variabel. Das Feuerwehrangriffskonzept erscheint realistisch. Die Wohnnutzung dominiert in dem Entwurf, lediglich im EG und 1. OG der Baukörper an der Nordwest-Ecke werden gewerbliche Nutzungen vorgeschlagen, die sich aber wie beispielsweise eine Mobilitätszentrale, vorwiegend an die Bewohner/innen des geplanten Quartiers richten. Die KiTa befindet sich in den beiden unteren Geschossen auf der Westseite des Quartiers. Sie hat eine gute Ost-West- Orientierung und ihr Grundstück ist unkompliziert ausparzellierbar.
    Sowohl zum Thema Mobilität als auch zur Energieversorgung, Dach- und Fassadenbegrünung, Regenwasserbewirtschaftung und Wärmerückgewinnung werden vielfältige Angebote gemacht.
    Der Entwurf trägt seine konzeptionelle Stärke nicht laut zur Schau, sondern strebt an, ein selbstverständlicher sich einfügender Stadtbaustein am Rande der Mollerstadt zu bleiben. Hierhin kann sowohl die Stärke als auch die Schwäche des Konzeptes gesehen werden. Das Projekt bleibt auf der städtebaulichen Ebene auf angenehme Weise unauffällig, setzt jedoch kein formal erkennbares Zeichen für seine innovativen Inhalte.