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  • 3. Preis

    Lageplan, © pbr AG / WGF Nürnberg

    Landschaftsarchitekten
    WGF Nürnberg, Nürnberg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Franz Hirschmann

    Mitarbeit
    Theresa Nitschke

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück (DE), Jena (DE), Berlin (DE), Frankfurt am Main (DE), Braunschweig (DE), Hamburg (DE), Karlsruhe (DE), Magdeburg (DE), Düsseldorf (DE), München (DE), Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    30.000 EUR

    Erläuterungstext
    Freiflächengestaltung

    Durch den sich fächerförmig aufspannenden Neubau ergeben sich im Außenraum gut proportionierte Pausenflächen, die sich der Grund- und der Realschule eindeutig zuordnen lassen. Hierdurch entsteht ein perfektes Zusammenspiel von Architektur und Freiraum.

    Der nördlich gelegene gemeinsame Vorplatz und Eingangsbereich der Grund- und Realschule heißt die Schüler durch seine offene, freundliche Gestaltung willkommen. Die Aufenthaltsqualität wird durch ein beschattetes Sitzelement erhöht.

    Durch die leichte Geländemodellierung auf dem Schulgelände entstehen Teilräume, die sich individuell nutzen, gestalten und den Schultypen je nach Anforderung zuordnen lassen. Der raumprägende Baumbestand im Süden wird verdichtet, sodass ein grüner natürlicher Saum entsteht. Hier liegen die Ruhe- und Rückzugszonen in reizvoller Vernetzung mit der flankierenden Grünfläche. Unter den Baumdächern können sich die Schüler auf Hängematten in den Pausen entspannen. Im Kernbereich des Realschulpausenhofs befindet sich eine 0,5 m tiefer liegende Tennefläche, die von einer Mauer umgeben wird und über groß angelegte Treppen zu erreichen ist. Informelle Spielfelder, Tischtennisplatten und Trampoline animieren zum Austoben und Bewegen. Gruppiert angelegte Sitzbereiche bieten Möglichkeiten für kurze Pausen und dienen der Kommunikation. Die Gesamtfläche des Realschulpausenhofs beträgt circa 3.900 m² und liegt damit deutlich über den mindestens geforderten rund 1.700 m².

    Der Schulgarten mit grünem Klassenzimmer findet sich an der südlichen Grenze im ruhigen Winkel gerahmt von modellierten und baumbestandenen Grünflächen. Hier bietet sich die Option, den Unterricht im Freien zu halten. Im Spielgerätehaus können die Gerätschaften für den Schulgarten gelagert werden. Je nach Anforderung lässt sich dieser durch seine Lage sowohl der Grundschule als auch der Realschule zuordnen oder kann gemeinsam bewirtschaftet werden. Auch der Schulhof der Grundschule mit einer Größe von circa 3.600 m² lädt zur Ausübung informeller Bewegungs-, Spiel- und Sportaktivitäten ein. Spielelemente und ein Sandspielbereich sowie Bodenmarkierungen für Hüpfspiele ergänzen die Möglichkeiten.

    Die Fahrradremise für den Grundschüler ist an der nord-östlichen Grenze vor dem Fachklassenbau situiert und bietet Platz für 75 Fahrräder. Die der Realschule ist an der nord-westlichen Grenze mit Stellfläche für 112 Räder verortet.

    An der nord-westlichen Grenze des Areals befinden sich 16 baumüberstandene PKW-Stellplätze. Von diesen sind vier barrierefrei gestaltet. Die Stellplätze sowie die Anlieferungszone für die Mensen werden über den Fliegenweg erschlossen. Südlich des Parkplatzes befindet sich eine Remise mit dem Spielgerätehaus der Realschule und der Sammelstelle für den Müll.

    Bei der Planung wurde darauf geachtet, den raumprägenden charakteristischen Altbaumbestand zu erhalten und punktuell zu ergänzen. Zudem bietet der Entwurf die Möglichkeit, die Kompensationsmaßnahmen der vorangegangenen Bauabschnitte umzusetzen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Überarbeitungshinweise wurden aufgenommen und in die neue Planung eingearbeitet.

    Die städtebauliche Grundkonfiguration mit drei polygonalen Baukörpern wurde grundsätzlich beibehalten. Der Baukörper der Grundschule wurde stark verändert und dadurch ergeben sich auch andere außenräumliche Zusammenhänge. Der Schulhof der Grundschule wird in seiner Form zerklüftet, verliert Klarheit und es entstehen unerwünschte Gassen und Trennungen. Die gewünschte „Öffnung zum 3. Bauabschnitt und dessen Schulhof im Osten“ wird zwar verwirklicht, aber das Ergebnis ist nicht überzeugend.

    Die gewünschte „eindeutige Erkennbarkeit und Ablesbarkeit der Zugänge auch aus dem Straßenraum“ ist erfüllt. Die Lage der Fahrradstellplätze dicht an der Fassade der Mensa wird kritisch gesehen.

    Das Foyer gewinnt durch die Auslagerung der Sanitärbereiche an Klarheit als Mitte des Schulgebäudes. Trotzdem bleiben die Innenräume im Allgemeinen durch eine fehlende Strukturierung und teils merkwürdigen Zuschnitten sehr konfus und unruhig.

    Die Erschließung der Grundschule von Innen und von Osten ist funktional kritisch, da alle Obergeschosse über das Erdgeschoss-Cluster erschlossen werden. Die Idee von einer Stillen Mitte, wo die verschiedenen Räume um eine gemeinsame Mitte angeordnet sind, wurde nicht aufgegriffen. Die drei Grundschul-Geschosse sind lediglich nur durch die zwei Treppenhäuser verbunden, und bieten sonst keine zusätzlichen räumlichen Zusammenhänge.

    Die Erschließung der Realschule vom Foyer aus ergibt eine offene und verbesserte Situation. Bei dem Rettungswegkonzept wurde die Bildung von Nutzungseinheiten in Kombination mit einem vollständigen Rettungsbalkon nicht verstanden. Grundsätzlich sind die Cluster der Schulen gut organisiert um eine „Linsen“-förmige Mitte. Leider bleiben Erschließungs- und Differenzierungsflächen sehr introvertiert und es fehlt der direkte Bezug ins Freie. Die Belichtungssituation der Cluster ist immer noch bei beiden Schulen kritisch zu sehen. Die Zusatzbelichtung über kurze Flure bei der Realschule reicht nicht aus um eine Verbesserung zu erzeugen. Die Positionierung der Materialräume wirkt sich auch für die Belichtungssituation der „Stillen Mitte“ negativ aus.

    Die wirtschaftlichen Kenndaten der Arbeit liegen im oberen Bereich und insgesamt stellt die Arbeit im Ergebnis einen guten und ambitionierten Beitrag zur Erfüllung der Aufgabenstellung dar.