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  • DE-76137 Karlsruhe, DE-76189 Karlsruhe
  • 09/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-332575)

„Wohnen über Einzelhandel" in Karlsruhe-Oberreut


  • Anerkennung


    Modellbauer
    HeGe Modellbau, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Sackmann Payer, Berlin (DE)
    Architekten: Dickmann Richter Architekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    9.333 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf nimmt die Großmaßstäblichkeit de Stadtteils Oberreut-Waldlage auf. Zwei unterschiedlich hohe und tiefe Baukörper mit Ost-West-Ausrichtung werden schlicht auf das eingeschossige Sockelgeschoss gesetzt.

    Der entstehende Stadtbaustein ist einfach, sehr kompakt, wirkt jedoch auch etwas undifferenziert.

    Die beiden Zeilen verbinden sich wenig mit der Umgebung und scheinen wie auf eine Plattform gehoben. Zwischen den Baukörpern spannt sich auf dem Dach des Sockelgeschosses eine für die Bewohner gemeinschaftliche nutzbare Freifläche auf, die seitlich durch die vorgestellten „Loggia-Regale“ fortgeführt wird. Im Gegensatz zu anderen Entwürfen besitzt die Freifläche eine angenehm großzügige Proportion, die jedoch nach Norden und Süden räumlich nicht gefasst ist.

    Der Eingang zum Supermarkt liegt schlüssig an der Süd-Ost-Ecke, die Ausformulierung des Zugangs erscheint zu schlauchartig und wenig einladend. Auch die Zugänge zu den drei Treppenhäusern auf der Ost- und Westseite der Wohngebäude sind zu gering dimensioniert, sie bilden keine Adresse und wirken wie „Schlupflöcher“. Die Funktionen wie Anlieferung, TG-Zufahrt, Parkierung sind grundsätzlich logisch angeordnet, verfügen bei näherer Betrachtung jedoch über funktionale Defizite (z.B. Anordnung Einkaufswägen bzgl. Lärm).

    Der östliche Baukörper hat fünf Wohn-Vollgeschosse, ein umlaufend eingerücktes Staffelgeschoss und eine Gebäudetiefe von wirtschaftlichen 15 Metern. Die Erschließung erfolgt über zwei Treppenhäuser, die als Zwei- bzw. Dreispänner organisiert sind. Der westliche Baukörper hat vier Wohn-Vollgeschosse und ebenfalls ein umlaufend eingerücktes Staffelgeschoss und eine noch wirtschaftlichere Gebäudetiefe von 21 Metern. Hier liegen an einem zentralen Treppenhaus pro Geschoss jeweils sechs bis neun Wohnungen. Die Staffelgeschosse werden vom Preisgericht als verzichtbar angesehen.

    Neben der sehr wirtschaftlichen Erschließungstypologie verfügen auch die Wohnungen über eine gute Grundrissqualität, sind funktional durchgearbeitet und über das Geschoss effizient organisiert. Die Baukörper sind in Bezug auf ihre Kompaktheit und Struktur sehr konsequent durchgearbeitet. So liegen alle privaten Außenräume (Loggien) innerhalb des Gebäudevolumens, die Grundrisse sind gestapelt.

    Die Fassadengestaltung wirkt gleichzeitig robust und differenziert. Zum gemeinschaftlichen Freiraum wird vollflächig ein „Loggia-Regal“ vorgestellt. Die zusätzliche Schicht vermittelt zwischen privat und öffentlich und verschafft den Bewohner*innen ein identitätsstiftendes Angebot. Auf diese Weise ermöglicht die Regalstruktur individuelle Aneignung und hält gleichzeitig deren Differenz optisch zusammen.

    Die geplante Tiefgarage unterbaut das Grundstücks nahezu vollständig, was den Vorgaben des B-Plans wiederspricht. Die beiden geplanten Staffelgeschosse sind nach erster Einschätzung nicht B-Plan- konform.

    Im 1. – 3. Obergeschoss und im Staffelgeschoss fehlt in den zum Innenhof orientierten Wohnungen der 2. Rettungsweg. Das Dach über dem Sockelgeschoss ist mit Rettungsleitern der Feuerwehr nicht erreichbar.

    Insgesamt handelt es sich um einen interessanten Beitrag mit eindeutiger Ausrichtung und guten Wohnlösungen aber mit Schwächen in der städtebaulichen Setzung, der Verzahnung mit der Umgebung und im bau- und planungsrechtlichen Bereich.


INFO-BOX

Angelegt am 23.10.2019, 16:12
Zuletzt aktualisiert 23.10.2019, 16:32
Beitrags-ID 4-181818
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