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  • DE-97082 Würzburg, DE-97318 Kitzingen
  • 10/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-331534)

Neubau Staatsarchiv in Kitzingen


  • Anerkennung


    Modellbauer
    HeGe Modellbau, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Scheidt Kasprusch Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: Henningsen Landschaftsarchitekten PartG mbB, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen eine Gebäudekonfiguration bestehend aus einem großflächigen Sockel und einem quadratischen Kubus vor. Die Sockelfläche schiebt sich aus der geneigten Topografie heraus und bietet eine Art Stadtbalkon. Diese Komposition ist plausibel. Allerdings ist die begrünte und nutzbare Dachfreifläche nach Einschätzung des Preisgerichts noch sehr vage gehalten und zeigt keine weiteren Gestaltungsvorschläge. Gleichermaßen werden für die weiteren Freianlagen diverse Angebote gezeigt, ohne jedoch durch ein schlüssiges Gesamtkonzept zur gestellten Bauaufgabe zu überzeugen. Die rings um das Erdgeschoss anliegende Freifläche des Stadtbalkons könnte gut von den verschiedenen Räumen und Nutzflächen zugänglich gemacht werden, was jedoch im Entwurf nicht gezeigt wird.
    Der Zugang zum Archivgebäude liegt funktional richtig und mit kurzen Wegen in der Schnittstelle von westlichen PKW-Stellplätzen an der Nordtagente sowie südlichem Stadtzugang. Die LKW-Anlieferung mit genügend Rangierfläche wird nördlich an das Sockelgeschoss herangeführt.
    Die Anordnung der Baukörper ermöglicht eine separate Realisierung der staatlichen und der städtischen Maßnahme. Das zusätzliche öffentliche Gebäude auf städtischem Grund wird schlüssig als kleiner Kubus nahe der angrenzenden bestehenden Stadtbebauung platziert, überbaut allerdings die Schutzbereiche (Denkmalschutz Keller) geringfügig.
    Die geschlossenen Fassaden zeigen eine dunkle Keramikbekleidung. Dies ist für ein Archivgebäude möglich und angemessen, bietet aber keine architektonische Besonderheit.
    Das Erdgeschoss des Kubus ist den öffentlichen Nutzungen vorbehalten und zeigt sich schlüssig rundum verglast und offen zum Stadtbalkon. Mängel erkennt das Preisgericht in Teilen der Grundrissorganisation; z.B. der zu kleine Zuschnitt des Foyers, die unklare Wegeführung zu Haupttreppe und Aufzügen sowie die Ausformung und Positionierung von Vortrags- und Ausstellungsraum. Wegen der Anbindung der Bereitstellung an den Lesesaal müssten Repertorienzimmer und Lesesaal besser getauscht werden.
    Positiv ist die Möglichkeit, Veranstaltungen auch außerhalb der Öffnungszeiten des Archivs durchführen zu können, wobei die Teilbarkeit des Vortragsraumes nicht optimal hinsichtlich der Raumproportionen ist und eine Parkposition der Trennwände fehlt. Die Anbindung und Zuordnung der Räume im Sockelgeschoss ist sehr gut gelöst, insbesondere die Lage der Büros im Nordosten und die Technikräume im Süden. Allerdings sollte die Registratur nahe der Kanzlei angeordnet sein. Es bestehen kurze Wege der Mitarbeiter untereinander, wie auch der Archivare zum Benutzungsbereich.
    Die eigentlichen Magazinflächen verteilen sich auf ein großflächiges, aber sinnvoll unterteiltes Untergeschoss im Sockel und drei Obergeschosse im Kubus. Die Aufzüge für deren Verbindung sind zentral und funktional richtig platziert und führen passenderweise direkt in die Bereitstellung. Allerdings ist der Anlieferbereich von den Aufzügen weit entfernt, die Transportwege führen nicht akzeptabel über die Flure der Verwaltung.
    Die Anordnung der Magazine ist gut, die Raumzuschnitte und Höhen sind gemäß den Vorgaben, es sind genügend Rangierflächen vorhanden.
    Als interessanten Beitrag hebt das Preisgericht den eingeschnittenen Innenhof als gestalterisches Element und als Ruhe- und Erholungsfläche für die Mitarbeiter hervor. Die Bepflanzbarkeit des Hofes ist gewährleistet, da die Fläche im darunter befindlichen Magazingeschoss richtigerweise ausgeschnitten ist.
    Insgesamt ist im Hinblick auf die Funktionen im Öffentlichkeitsbereich, der Verwaltung und Archivalienbearbeitung und der Magazinbereiche ein gelungener Ansatz gegeben.
    Die Fluchtwege aus den Untergeschossen sind richtig angeordnet. Die Ausbildung der in Gebäudemitte befindlichen Treppe mit Zugang zum Foyer und den oberen Magazin-Ebenen als Fluchtweg wird zu prüfen sein. Die erforderlichen direkten Ausgänge ins Freie von allen Treppenräumen sind gewährleistet.
    Die Arbeit überzeugt durch eine hohe Flächenwirtschaftlichkeit und bewährte Konstruktion. Zudem zeigt die Arbeit gute Ideen zum Raumklimakonzept insbesondere durch den Einbezug passiver thermischer Elemente und hygrischer Maßnahmen. Die quantitative Bewertung des Energiebedarfs weißt jedoch bedingt durch die Kubatur einen relativ hohen Wert aus. Die Entwässerung der Sockelfreifläche über dem Magazin muss sorgfältig bedacht werden.
    Insgesamt bietet der Entwurf einen vernünftigen Vorschlag zur gestellten Bauaufgabe.