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  • DE-63065 Offenbach am Main
  • 10/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-345783)

Entwicklung des Stadtteils Bieber Waldhof West in Offenbach am Main


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    [ f ] landschaftsarchitektur gmbh, Solingen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: rheinflügel severin, Düsseldorf (DE)

    Preisgeld
    42.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Beitrag überzeugt durch eine klare städtebauliche Struktur, die auch im Detail überwiegend souverän ausgeführt wird. Positiv hervorzuheben ist die relativ engmaschige Vernetzung mit dem angrenzenden Stadtteil Waldhof und der Bebauung an der Seligenstädter Straße. Zusätzlich zu den Straßen wird ein dichtes Netz von Fuß- und Radwegen angeboten, was insbesondere für die Verbindung von Waldhof und Bieber-Mitte von großer Bedeutung ist. Die fächerförmige Öffnung des neuen Stadtquartiers führt die Qualitäten des grünen Landschaftsraums in das neue Quartier hinein. Dabei werden wichtige Elemente vorhandener Biotope respektiert. Ein Stadtplatz mit freiem Blick in die freie Landschaft ist richtig platziert. Die Kita findet an der von den Verfassern vorgeschlagenen Stelle einen angemessenen Standort.

    Die Wohngebäude werden als aufgelockerte Blockrandstrukturen im Sinne eines »Verbundes von Wohnhöfen« strukturiert. Sie weisen gut nutzbare Innenhöfe auf, die sich für gemeinschaftliche Aktivitäten anbieten. Sofern private Gärten gewünscht werden, können diese ergänzend an den äußeren Rändern der Blöcke vorgesehen werden. Die aufgelockerten Blöcke erlauben die Mischung unterschiedlicher Gebäudetypen mit unterschiedlichen Gebäudehöhen – vom Reihenhaus bis zum Geschosswohnungsbau bzw. vom frei finanzierten über den gemeinschaftlichen bzw. genossenschaftlichen bis hin zum öffentlich geförderten Wohnungsbau. Die vorgeschlagenen Höhen und Baudichten bleiben moderat. Die zentrale Quartiersgarage ist richtig platziert. Der vorhandene Einzelhandelsmarkt erhält eine zeitgemäße Form mit Wohnbebauung in den Obergeschossen und – vermutlich – einer Tiefgarage. Die Anbindung an das neue Stadtquartier mit einem Fuß- und Radweg ist schlüssig. Besonders zu loben ist die Ausbildung des westlichen Randes zum Landschaftsraum. Die mäandrierende Form der Ortskantre bringt viele zukünftige Bewohner in den Genuss des weiten Blicks ins Grün und der Wechsel zwischen Landschaftsterrasse und Anger erzeugt viele Nutzungsoptionen.

    Einige nachfolgend genannte Schwächen betreffen nicht die Grundstruktur des Entwurfs. Die Aussagen zum äußeren Landschaftsraum bleiben hinter den Erwartungen der Auslobung zurück. Eine zweite Nord-Süd-Achse soll dem Fuß- und Radverkehr dienen und erscheint insofern – insbesondere im südlichsten Abschnitt – etwas überdimensioniert. Auch wäre zu überprüfen, ob der südliche Grünbereich mit seiner Prägung als Feuchtgebiet die Querung durch einen Weg in Nord-Süd-Richtung verträgt. Ob es richtig ist, den zentralen Platz frei von Fahrradverkehr zu halten und diesen um die Blockrandbebauungen herum zu führen, wird kritisch hinterfragt. Die unmittelbare Nachbarschaft von dreigeschossigen Gebäudezeilen zum westlichen Rand des vorhandenen Baugebiets Waldhof ist konfliktträchtig.

    Auch unter Berücksichtigung der vorgenannten Kritikpunkte wird der Entwurf 1036 insgesamt als eine sehr gute Arbeit bewertet, welche Grundlage für eine sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltige Neuordnung des Planungsgebietes bilden kann.