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  • DE-38634 Goslar, DE-38640 Goslar
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-339943)

Stiftsgarten im KaiserpfalzQuartier - Umgestaltung des heutigen Domplatzes in Goslar


  • Anerkennung

    Blick von der Kaiserpfalz, © cast

    Landschaftsarchitekten
    capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Thomas Steinborn, Ana Stifanic

    Preisgeld
    4.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Philosophie des Entwurfes, die Stiftskirche als Footprint im Areal abzubilden, überzeugt im Wettbewerb zu den weiteren Entwürfen.
    Eine umlaufende Rasenböschung kennzeichnet in Form von Geländemodulationen die histo-rische Stiftskirche sowie den ehemaligen Kreuzgang gut erkennbar, durch Umformungen werden Räume gekennzeichnet und gibt nicht den Mauern, sondern den Räumen zentrale Bedeutung. Diese zurückhaltende Interpretation stellt ein gelungenes Element im Gesamt-areal dar.
    Die Qualität des Ortes mit seiner historischen Bedeutung wird dabei zurückhaltend betont und lässt die Vermittlung des Ortes als Welterbestätte nur erschwert zu. Die Gestaltung und Funktionalität als gleichzeitige Anforderung an ein solches Areal gleichen diesen Aspekt wie-der aus.
    Der Entwurf verbindet über eine großzügige Stufenanlage in Rasenqualität das Areal des ge-planten Neubaus (Hotel und Veranstaltungshalle), durch die Bepflanzung werden dezente Ein- und Ausblicke gewährt, aber dennoch gelungen ein Bezug hergestellt und damit auch Neugier für den Betrachter geweckt. Zur Pfalzseite bietet der Entwurf eine freie Blickbezie-hung und führt so beide Areale in einen Zusammenhang, der die historische Verbindung auf-nimmt und wiederbelebt.
    Die Idee der Neuinterpretation des Klostergartens als Sternmuster begeistert, die Formspra-che an sich auch im Hinblick auf Pflegeaufwand und tatsächlicher Wirkung überzeugt dabei nicht uneingeschränkt.
    Der Umgang um das Areal über einen Weg „Mauerkrone“ mit Baumbepflanzung wird äu-ßerst positiv bewertet, insbesondere die Abschirmung an Nord- und Ostseite durch die an-gedachten Bäume. Vor allem die besonders fließende Verbindung zur Stadt (Richtung Hoher Weg und Kulturmarktplatz) wird deutlich durch eine umgestaltete Einfriedung und die offe-nen Treppenelemente. Hieraus ergibt sich eine erfolgreiche Verwebung des neu gestalteten Grünbereiches mit dem angrenzenden urbanen Raum.
    Die Begehbarkeit der überwiegenden Flächen, das Bilden von Tribünen durch die Gelände-module gerade vor dem Kreuzgang schaffen eine vielfältige Aufenthaltsqualität und Ideen für mögliche Nutzungen wie Veranstaltungen im Bereich der Stiftskirche, aber auch Rück-zugsmöglichkeiten unter den Baumbeständen mit gelungenen Sichtperspektiven.
    Aus Sicht der Jury fehlt dem Entwurf das Element, welches dem Ort mit seiner Bedeutung zur Einzigartigkeit bzw. einer deutlichen Hervorhebung zu den weiteren Vorschlägen ver-hilft.
    Insgesamt lädt das Areal zum Ruhen und Verweilen ebenso ein wie zum Erleben, die Gestal-tung wirkt ruhig und weich, bedarf aber im Gegenzug einer gewissen Fähigkeit des Besu-chers, Interpretation und Bedeutung zu erfassen und in den historischen Kontext zu bringen.


INFO-BOX

Angelegt am 20.11.2019, 15:59
Zuletzt aktualisiert 22.11.2019, 11:38
Beitrags-ID 4-183273
Seitenaufrufe 122