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  • DE-85283 Wolnzach
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-360859)

Wohnen an der Glandergassleiten in Wolnzach


  • 3. Preis

    © AKFU Architekten und Stadtplaner / AKFU Architekten und Stadtplaner

    Landschaftsarchitekten
    HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten GmbH, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: AKFU Architekten und Stadtplaner, Germering (DE)

    Preisgeld
    7.800 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebauliche Struktur:
    Bereits im Schwarzplan und deutlicher im Lageplan, sind die Stärken und Schwächen des Entwurfes zu erkennen.
    Die Dreiteilung dichte Bebauung im Süden, „fingerförmige Hausgruppen“ in der Mitte und „Naherholungsgebiet“ im Norden ist stimmig. Von einem verbindenden Rückgrat „obere Lindenstraße“, mit ergänzendem Anger zwischen bestehendem Baugebiet und Neubaugebiet gehen fingerartige Quartiere ab, die in ihrer Körnung mit der bestehenden Nachbarschaft vereinbar sind. Im südlichen Planungsquartier wird diese Körnung zugunsten einer gröberen und weniger differenzierten Planung aufgegeben.
    Es kann festgestellt werden, dass die südliche Gebäudezeile, parallel zur Glandergasse, in einigen Teilen außerhalb des hinsichtlich des Lärmschutzes noch zu tolerierenden Bereichs liegt.
    Bedauerlicherweise berücksichtigt diese anspruchsvolle städtebauliche Struktur die bestehende Topographie mit ihren Höhenlinien nicht im erforderlichen Maße, sondern wirkt ihr in weiten Teilen entgegen.
    Die Situierung des Quartiersplatzes und das Herausbilden öffentlicher und halböffentlicher Räume als Orte der Begegnung und Nachbarschaft können in den Stichstraßen und in den verdichteten Bereichen mit Geschosswohnungsbau nicht überzeugen.

    Typologie + Gestaltung:
    Auftakt der fingerartigen Quartiere entlang des zentralen Angers bilden jeweils nördlich gelegene Geschoßwohnungsbauten. Diese markieren damit nicht nur die Zufahrt zu den einzelnen Quartieren sondern zeichnen auch die Form des Angers nachvollziehbar und überzeugend nach.
    Eine Durchmischung der fingerartigen Quartiere ist zum Teil gelungen. Besonders im südlichen Quartier wird eine Ausgewogenheit vermisst.
    Für die Dächer für Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und kompaktes Familienwohnen werden Satteldächer vorgeschlagen. So wird eine gute Verbindung mit ortstypischen Gestaltungsmerkmalen der angrenzenden Baugebiete erreicht.
    Der Geschoßwohnungsbau in seiner anderen Dichte und besonderen Lage kann daher auch mit alternativen Dachformen erfolgen (Pultdach/ gegrüntes Flachdach). Diese Durchmischung spiegelt den städtebaulichen Grundgedanken wieder.
    Die vorgeschlagene Geschoßigkeit ist in Lage und Differenzierung stimmig.

    Wirtschaftlichkeit:
    Im Vergleich mit den städtebaulichen Kennwerten kann der Entwurf bestehen. Der Wohnungsmix entspricht in etwa dem gewünschten Planungsziel der Gemeinde. Die Anzahl der Wohneinheiten liegt etwas unter dem Durchschnitt. Das Maß der baulichen Nutzung stellt eine noch verträgliche Dichte dar.

    Freiraum:
    Der Entwurf überzeugt durch seine landschaftliche Einbindung. Die Freiräume sind sinnvoll gegliedert und klar zoniert. Besonders hervorzuheben ist der große zusammenhängende Naherholungsraum im Norden, der die Bewohner des neuen und des Bestandsquartiers zusammenbringt. Dass der Saum zwischen den beiden Quartieren als Anger mit Spiel und Freiraumangeboten ausgebildet ist, wird als positiver Beitrag zur Integration gewertet. Der umlaufende Spazierweg verstärkt diese Qualität. Vermisst werden Querungen durch die vier Finger, die zu einer interessanteren Gliederung dieser Siedlungsräume beitragen hätten können.
    Die Freiräume im Süden im Geschosswohnungsbau können insgesamt weniger überzeugen. Sie wirken bedingt durch die Gebäudeanordnung eher beliebig. Die Flächen für das Regenwasser entlang der Hauptstraße erscheinen knapp bemessen.

    Wassermanagement:
    Regenwasser wird über ein Muldensystem von Norden nach Süden geleitet (2 Achsen). Die Beckengestaltung von Norden nach Süden stellt hinsichtlich der Geländeneigung eine Herausforderung dar. Eine Muldenstruktur am Ostrand des Plangebietes ist vorgesehen.
    Die Vergrößerung des vorhandenen Trockengrabens an der St2049 ist kritisch zu sehen.
    Entlang der St2049 sollte ein separates Rückhaltebecken mit gedrosselter Einleitung in den zu erhaltenden Trockengraben vorgesehen werden.

    Verkehr:
    Die Arbeit positioniert die Tiefgaragen an den Beginn der Stichstraßen. Die Ringerschließung im südlichen Quartier vermeidet Wendeverkehr. Der Quartiersplatz wird gleichzeitig eine Verkehrsdrehscheibe werden. Die Anbindung der landwirtschaftlichen Flächen ist gewährleistet. Das Fußwegenetz in Ost-West-Richtung ist dicht, in Nord-Süd-Richtung weniger.

    Energie:
    Es ist eine klare Gliederung und Anordnung der Baukörper erkennbar. Daher scheint eine wirtschaftliche und effiziente Erschließung mit Wärme und Strom möglich. Die Gebäude passen sich leider nicht immer gut an den Geländeverlauf an. Daraus folgt eine Beeinträchtigung der passiven, solaren Energienutzung.