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  • DE-70771 Leinfelden-Echterdingen
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-342080)

Erweiterung und Generalsanierung der Zeppelinschule in Leinfelden-Echterdingen


  • ein 2. Preis

    Erweiterung und Generalsanierung der Zeppelinschule in Leinfelden-Echterdingen Lageplan dasch zürn + partner, © dasch zürn + partner

    Architekten
    dasch zürn + partner, Stuttgart (DE), München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Helmut Dasch , Joachim Zürn , Sebastian Kittelberger

    Mitarbeit
    Christian Dasch, Christian Hägele

    Preisgeld
    14.000 EUR

    Erläuterungstext
    Die vorhandene Bebauung wird mit dem Erweiterungsbau zur Blockrandbebauung ergänzt, die sich zur Brühlstraße hin öffnet. Körnung und Höhenentwicklung orientieren sich am Bestand und an der Umgebungsbebauung.

    Der Zugang in das Schulquartier erfolgt von der Brühlstraße aus auf den Pausenhof. Von hier aus gibt es den bestehenden Hauptzugang in die Rotunde und neue Zugänge in den Erweiterungsbau und die Sporthalle.
    Die 4 Jahrgangscluster verteilen sich auf das Erdgeschoss und das Obergeschoss. Die Sporthalle ist gegenüber dem Eingangsgeschoss abgesenkt und ist auf Spielfeldebene an die Mensa angeschlossen.
    Die Jahrgangscluster bilden in sich abgeschlossene Nutzungsbereiche, die unabhängig voneinander erschlossen werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf für den Um- und Erweiterungsbau der Zeppelinschule mit Einfeldsporthalle in Leinfelden-Echterdingen formuliert ein selbstbewusstes klares, vielleicht etwas sperrig wirkendes städtebauliches Gebilde, das die vorhandenen Strukturen des alten Schulcampus neu interpretiert und ausbildet. Ein ost-west ausgerichteter „Riegel“ wird auf der südlichen Grundstücksgrenze platziert und mit dem Bestandsbau über eine Erschließungsfuge verknüpft. Durch seine Ausrichtung auf dem Grundstückt sucht der Neubau die Nähe zur umgebenden Bebauung, den vorhandenen Schulgebäuden, und definiert gleichzeitig neue Raumkanten zur Kantstraße im Süden und zur Brühlstraße im Westen. Der so geschaffene, zentrale gelegene Schulhof wirkt etwas zu klein. Hier wäre mehr Freiflächenangebot wünschenswert. Die vorgeschlagene Maßstäblichkeit und die bauliche Körnung erscheinen im städtebaulichen Kontext eher etwas zu groß und vielleicht auch etwas zu fremd. Gleichwohl wird der Wunsch der funktionalen Ablesbarkeit der „Lernhäuser“ begrüßt.

    Durch die Stellung des Neubaus wird ein räumlicher Vorplatz als „Entree“ zum Schulneubau, kreiert. Hier wird eine Außentreppe mit Rampe zum Überwinden des Höhenversatzes angeboten. Diese Anlage schränkt die freie Nutzbarkeit des Schulhofes zusätzlich ein.

    Ansonsten wird die lärmintensive Nutzung des Pausenhofes richtiger Weise von den empfindlichen Bereichen der Wohnbebauungen im Süden durch den Neubau abgeschottet.

    Vom Eingangshof aus gelangt man über den gut gelegenen Haupteingang in den Neubau. Ein großzügiges und funktional gut gelegenes Foyer mit Schülerveranstaltungsräumen verknüpft die gewünschten Funktionsbereiche miteinander. Die Schülerveranstaltungsräume können direkt vom Foyer aus erreicht und räumlich mit ihm verknüpft werden. Größe und Geometrie entsprechen den vielfältigen Nutzungsanforderungen. Die Wege sind kurz und übersichtlich. Ein erstes Lerncluster befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Eingang und auch die Sporthalle kann auf direktem Weg vom Foyer aus erschlossen werden. Sie liegt etwas vertieft und ist baulich kompakt in den Neubau integriert.

    Der Bestand wird schlüssig über eine Gebäudefuge angebunden. Die einzelnen Funktionsbereiche werden übersichtlich organisiert und auf die Geschosse verteilt. Die Mensa im Untergeschoss erscheint ausreichend dimensioniert und wird zudem mit einer vorgelagerten Außenterrasse verknüpft und aufgewertet.

    Die Lerncluster im Obergeschoss des Neubaus sind sehr gut gelegen und schaffen kurze Wege, was begrüßt wird. Die Raumfolge und ihre funktionalen Verflechtungen lassen eine flexible Nutzung zu. Dies fördert ein anspruchsvolles, pädagogisches Konzept. Besonders begrüßt werden die zwischengeschalteten Außenterrassen als zusätzliches räumliches Angebot der allgemeinen Unterrichtsbereiche. Der zentrale Erschließungsflur ist auf das notwendigste reduziert. Er könnte etwas breiter sein in Hinblick auf die Gesamtanzahl der zu erwartenden Schüler.

    Die konstruktive Lösung und die Materialität der Innenräume im Allgemeinen erscheinen angemessen. Die klare, ruhige Fassadengliederung weiß zu überzeugen und unterstreicht den Charakter der „Lernhäuser“.

    Betrachtet man die Kenndaten, bewegt sich der Entwurf in einem mittleren wirtschaftlichen Bereich. Die architektonische Gestalt wirkt der Aufgabe gegenüber angemessen, besonders in Bezug auf die funktionale Verknüpfung von Alt und Neu. Es handelt sich hier um eine insgesamt gute Arbeit mit überzeugenden innen- und außenräumlichen Qualitäten. Das räumlich- pädagogische Konzept weiß zu überzeugen. Das liegt im Wesentlichen an der maßstäblichen Struktur der „Lernhäuser“. Gelungen erscheint auch der zentrale Eingangsbereich als zukünftiger, funktionaler Schnittpunkt für ein lebendiges, schulisches Gemeinschaftsleben.