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  • 1. Preis

    © MOSAIK architekten BDA

    Architekten
    MOSAIK Architekten BDA, Hannover (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Büro GrünPlan, Hannover (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Leitidee
    Im Spannungsfeld zwischen den unwirtlichen Verkehrsflächen im Norden und einer attraktiven, fließenden Grünlandschaft im Süden planen wir eine sich in die Tiefe des Grundstücks faltende Campuslandschaft, die von zwei kontrastierenden sozialräumlichen Qualitäten geprägt wird:
    Durch die Verdrehung und Fügung der Baukörper zueinander entsteht im westlichen Eingangsbereich ein steinerner urban geprägter platzartiger Raum („Forum“), an den sich im Kontrast dazu an der südöstlichen Grundstückfläche ein begrünter kontemplativer Ort mit hohem Baumbestand anschließt („Oase“). Aus diesem Wechselspiel zwischen dem „steinernen“ und dem „grünen Platz“ bezieht das Gesamtgelände seinen Zusammenhalt und seine besondere Atmosphäre.
    Die polygonalen Raumkanten, die diese Orte bilden, entwickeln sich aus der landschaftlich geprägten, leicht hügeligen und fließenden Topografie und der besonderen Grundstückgeometrie.

    Freiraumplanerisches Konzept:
    Die Freiraumplanung unterstützt die Offenheit und Prägnanz der Campusbebauung und verwebt den im Süden angrenzenden, von großen Bäumen bestandenen, parkartigen Grünraum mit dem Campus.
    Ausgehend vom Entree, mit seinem von einer markanten Eiche geprägten Eingangsplatz an der Hollerithallee, mäandrieren die befestigten Flächen durch das großflächig befestigte "Forum" bis zum grüngeprägten Außenbereich der Mensa, der "Oase". Ein lockerer Baumhain, mit zum Aufenthalt nutzbaren Rasenfeldern, begleitet das netzartige Wegesystem, das die fußläufige Erschließung der markanten neuen Innungsgebäude bildet. Die Wegeführung lässt immer wieder Grünfelder offen und berücksichtigt dabei den wertvollen Großbaumbestand, der raumbildend in die Freiraumgestaltung einbezogen wird. Lineare Bankelemente rahmen die befestigten Campusflächen und bilden attraktive Orte zum Sitzen und Kommunizieren unter Bäumen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Gekonnt verwoben mit dem üppigen Baumbewuchs gelingt es den Verfassern, ein Gebäudeensemble anzubieten, das als Wissens-, Arbeits- und Lebensraum hervorragende Aufenthaltsqualitäten bietet und zugleich Adresse schafft für die neue Schornsteinfegerschule.
    Die unter Berücksichtigung der wertvollsten Bäume sorgsam vorgenommene Raumbildung des landschaftsbetonten Campus, der zahlreiche Ausblicke und fließende Übergänge in den angrenzenden Landschaftspark ermöglicht, garantiert zugleich den Überblick über das gesamte Areal und erleichtert damit die Orientierung für Ortsfremde wesentlich.
    Der zurückhaltende, architektonische Ausdruck eröffnet zudem ein niederschwelliges Angebot auch für alle Beschäftigten, Besucher und Gäste des Wissenschaftsparks, den weitläufigen Campus in einer Pause zu durchmessen oder in der Kantine zu essen, die mit ihrem sonnigen, windgeschützten Freisitz eine besondere Anziehung ausstrahlen dürfte.
    Die Bauvolumina auf dem Grundstück sind überzeugend gesetzt, die Nutzungsverteilung ist allen Anforderungen folgend gelungen vorgetragen. Die angebotenen, innenräumlichen Qualitäten in den Grundrisslayouts werden wesentlich zum Gelingen einer erfolgreich absolvierten Ausbildung in der Schornsteinfegerschule beitragen.
    Der Wechsel von gerasteter, regelmäßiger Lochfassade und großformatigen Fensteröffnungen inszeniert spannungsreich und zugleich unprätentiös besondere Orte des Ensembles.
    Überzeugend und einend zugleich wird die Lage der Schornsteinfegerinnung als integraler Bestandteil des Ensembles gesehen. Der gesellschaftliche Wert dieser Geste ist nicht zu unterschätzen.
    Die Integration des erhaltenswerten Baumbestandes in das Ensemble stellt einen besonderen Wert dar. Die daraus resultierende Inanspruchnahme des gesamten Grundstückes bedeutet somit auch, dass die gewünschte Raumreserve nur im Bereich der Parkpalette gegriffen werden kann.
    Die am nördlichen Rand des Ensembles entlanggeführte MIV-Erschließung beeinträchtigt weder den Campus, noch den landschaftlichen Bezug in den Park und sichert die Anlieferung für sämtliche funktionalen Erfordernisse.
    Die nördliche Lage der Einfahrt lässt allerdings nur Verkehre nach dem Gebot „rechts rein - rechts raus“ zu.

    Die Grundrisslayouts sind insgesamt sehr flächensparend entwickelt und bieten schon allein damit einen wesentlichen, suffizienten Beitrag zum nachhaltigen Bauen. Die vorgeschlagene tradierte Bauweise, einhergehend mit einem konstruktiv einfachen Entwurfskonzept und der pflegearme Materialeinsatz sorgen auch im Betrieb langfristig für ein nachhaltiges Gebäudeensemble.
    Insgesamt handelt es sich um ein Konzept, das den Charakter des landschaftsbezogenen Ortes für den Zweck seiner neuen Nutzung hervorragend ausschöpft und auch für den Stadtteil eine attraktive Adresse am Entree in den Wissenschaftspark ausformuliert, die neugierig macht ….

    Freianlagen
    Der Entwurf schafft durch die städtebauliche Form sehr gut proportionierte Freiräume, die fließend in die grüne Umgebung überleiten aber auch eine attraktive Mitte sowie zur Sonne ausgerichtete Terrassen an der Mensa schaffen. Es wird geschickt mit dem Bestand an Grün gearbeitet.
    Da aber Aussagen zur Höhenentwicklung im Gelände nicht gemacht werden, muss bei einer Überarbeitung der Blick u.a. auf die Höhenlage der erhaltenswerten Bäume, insbesondere im Eingangsbereich gelenkt werden.