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  • 2. Preis

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    Energieplaner
    H2A - v. Heeren Habibi, Hannover (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: gruppeomp Architektengesellschaft mbH BDA, Bremen (DE), Rastede (DE), Hannover (DE)
    Landschaftsarchitekten: nsp christoph schonhoff landschaftsarchitekten stadtplaner, Hannover (DE)

    Preisgeld
    7.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit überzeugt in Ihrer klaren, städtebaulichen und funktionalen Umsetzung des geforderten Raumprogramms.
    Sie schafft ein neues, deutliches, neues und einladendes Entrée zum Wissenschaftspark.
    Assoziativ zum Schornsteinfeger-Metier setzt sie ein markantes und identitätsstiftendes Signet in Form einer „Schornsteinturms“ über dem Hörsaalgebäude. Dieser ist zudem ein energetisch nachhaltiges Haustechnikelement zur Nachtauskühlung. Das architektonisch Element wird so zum Verweis auf einen innovativen Energieauftakt des gewählten Haustechnikkonzeptes. Insgesamt überzeugt der Entwurf mit seinem Mut zu einer nachhaltigen und energetischen innovativen Holzbauweise, als bewusst gewählter Ausdruck für den neuen Bildungs- und Innovations Campus.
    Funktional sind die Nutzungsbausteine Empfangsgebäude, Foyer, Hörsaal, Mensa und Wohnbereich sehr gut auf dem Grundstück organisiert. Ein gemeinsamer Innenhof bildet die Grundlage für Begegnungsmöglichkeiten und Kommunikation mit seinem überdachten Wandelgang.
    Zufahrt und Anlieferung liegen logisch und störungsfrei für den Betrieb im Norden, so dass eine gute Orientierung des Campus zum südlichen Landschaftspark erfolgen kann.
    Kritisch beurteilt die Jury die räumliche Enge des Innenhofes. Die komplette Holzbauweise mit ihrer Holzfassade wurde leider als zu Kosten- und Wartungsintensiv gewertet.

    Freianlagen
    Der offene Vorplatz ist als Mischzone für PKW und Fußgängererschließung konzipiert, im übrigen Gelände sind die Verkehre getrennt.
    Ein Atriumhof mit Wasserflächen, Bäumen und umlaufenden Gang ist das zentrale Freiraumelement in der Mitte des Gebäudeensembles. Die Belichtungssituation sowie die relativ geringe Breite der dort verorteten Mensaterrasse wird diskutiert.
    Der umgebende Grünraum verbindet sich großzügig mit den Sport- und Freizeitflächen. Drei von vier Alteichen können nicht erhalten werden.

    Energie
    Gelobt wird der innovative und nachhaltige Ansatz sowohl in der Beschreibung der Energieversorgung, als auch im Besonderen bei der Wahl des Konstruktions- und Fassadenmaterials des Gebäudes. Die Verfassenden entwerfen konsequent ein Gebäude aus Holz. Dabei wird nicht nur bei der Fassadenausprägung auf Nachhaltigkeit Wert gelegt. Hohe allgemeine und individuelle Aufenthaltsqualitäten des Innenhofes und der Kleinbalkone werden positiv gesehen, obwohl letztere den Tageslichteintrag reduzieren. Auch erreichen die Verfassenden einen hohen Energiestandard, der in der weiteren Überarbeitung zu bestätigen wäre. Den architektonischen Auftakt des Campus bildet der prägnante Hochpunkt des Nordbaukörpers, der technisch als freier Lüftungskamin wirken soll. Diese Maßnahme wird hinterfragt, insbesondere in der Wirkung und Ausprägung als Gestaltungselement.
    Holzbauspezifische Aspekte des Schallschutzes und der Detailanschlusspunkte, sowie Aussagen zu Dauerhaftigkeit des Fassadenmaterials und des Sonnenschutzes, sind Aufgaben der Ausführungsplanung des Entwurfes.

    Wirtschaftlichkeit
    Das Gebäude wird in Holzbauweise konzipiert – Betonwände zur Aussteifung. Außenwände mit (geflämmter) äußerer anthrazit/silber-farbiger Sichtschalung und Sichtschalung innen. Zum Schallschutz der Decken sind Betonplatten vorgesehen. Die Konstruktionsweise wird schalltechnisch problematisch und hat nur wenig thermische Speichermasse. Zum Gebäudebetrieb wird eine (in Relation zu anderen Entwürfen) aufwändige RLT-Anlage- mit fortlaufenden Betriebskosten – eingeplant. Folgekosten der Fassadenunterhaltung (Anstrich ist nach Herstellerangaben nicht erforderlich) sind nicht auszuschließen, ebenso für Fallarm-Markisen (Sonnenschutzanlagen).
    Bezogen auf Flächenkennwerte und Bauvolumen ist dies der wirtschaftlichste Entwurf
    mit dementsprechend geringen Reinigungskosten. Die jährlichen Betriebskosten werden mit geschätzt 187 T€ angenommen.