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  • DE-79540 Lörrach, DE-79540 Lörrach
  • 01/2020
  • Ergebnis
  • (ID 2-345679)

IBA-Projekt Am Zoll Lörrach / Riehen – Neugestaltung der Basler Straße


  • Anerkennung

    Lageplan Süd, © Kraft.Raum/BJP/AmbrosiusBlanke

    Stadtplaner
    BJP | Bläser Jansen Partner GbR, Dortmund (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Dr. Hendrik Jansen , Daniel Bläser

    Mitarbeit
    Vinzenz Rosenberg

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: KRAFT.RAUM., Krefeld (DE), Düsseldorf (DE)
    Verkehrsplaner: ambrosius blanke verkehr.infrastruktur, Bochum (DE)

    Preisgeld
    8.750 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Zentrale Leitidee der Arbeit ist die Ausbildung einer zweireihigen Allee als „grüne Promenade“ an der Westseite der Basler Straße. Sie steht im Kontrast zur eher an den verkehrsfunktionalen Anforderungen ausgerichteten Ostseite, der die öffentlichen Kfz-Stellplätze zugeordnet sind. Der Verfasser bezeichnet diese unterschiedlich ausgeprägten Straßenseiten als „funktionale Antagonisten“. Trotz der Belichtungsnachteile ist diese Betonung der Westseite aufgrund der dort bereits vorhandenen Konzentration an publikumsintensiveren Nutzungen und der Möglichkeit der Herausbildung zusätzlicher besonderer Orte mit Platzcharakter, aber auch angesichts der stadträumlich deutlich disperseren Struktur der Ostseite nachvollziehbar.
    Gleichwohl vermag es der Entwurf nicht, mit den vorgeschlagenen baulichen Ergänzungen eine angemessene Antwort auf die freiraumplanerische Grundidee zu finden. Die größtenteils linear am Straßenverlauf ausgerichteten Bauformen schaffen es nicht, dem heterogenen Charakter des Straßenverlaufs gerecht zu werden und negieren teilweise Bezüge in die Umgebung (z. B. am Sportplatz).
    Die neu geschaffenen Bürgerplätze wirken in ihrer gestalterischen Ausarbeitung beliebig, sind teilweise mikroklimatisch ungünstig und einer Aufenthaltsnutzung eher abträglich ausgebildet. Auch die gestalterischen Markierungen der „Plätze“ am Zoll und am Bahnhof Stetten wirken ein Stück weit willkürlich und sind insbesondere bezüglich Raumbildung und Abgrenzungen nur begrenzt nachvollziehbar.
    Verkehrlich ist der Entwurf stark auf die spätere Realisierung einer Straßenbahn bis zum Bahnhof Stetten ausgerichtet und stellt die dafür erforderlichen Flächen teilweise additiv zur Verfügung. Dies führt allerdings in Teilbereichen (vor allem nördlich und südlich der Dammstraße) dazu, dass gegenüber der heutigen Situation keine relevanten Verbesserungen für den nichtmotorisierten Verkehr erreicht werden und keine Stärkung der Aufenthaltsfunktion stattfindet und so für den absehbar langen Zeitraum ohne eine Straßenbahn Potenziale verschenkt werden.
    Die Flächen für den Autoverkehr bleiben hier weiter überdimensioniert und prägen den öffentlichen Raum maßgeblich. Der Radverkehr wird separat auf Hochbordniveau geführt (teilweise hinter den parkenden Autos), einige Führungsdetails wären hier überarbeitungsbedürftig.
    Eine Verbesserung der südlichen Anbindung an den S-Bahnhof „Dammstraße“ ist angedeutet, aber nicht weiter ausgearbeitet. Ähnliches gilt für die „mobility hubs“ am Zoll und am Bahnhof Stetten. Die Detaildarstellungen werfen teilweise neue funktionale und gestalterische Fragen auf (z. B. Straßenbahnhaltestelle Richtung Norden am Bahnhof Stetten).
    Die erforderlichen Abläufe am Zoll sind berücksichtigt, allerdings ist die Anordnung der der Zollabfertigung zugeordneten Stellplätze funktional nicht zufriedenstellend gelöst (an westlicher Straßenseite weit entfernt und längs angeordnet, mittig ungünstig bezüglich der Verkehrssicherheit).
    Die Materialität setzt im Fahrbahnbereich auf hellen Asphalt, in den Seitenbereichen auf weitgehend durchgehende Pflasterbeläge. Ein gezielter Einsatz zur Raumbildung ist nur bedingt erkennbar. Insgesamt verliert die auf den ersten Blick nachvollziehbare Grundidee des Entwurfs bei genauerer Betrachtung an Stärke und Plausibilität. Auch ist zweifelhaft, ob eine Fortführung des gestalterischen Grundprinzips über das Wettbewerbsgebiet nach Norden möglich wäre, ebenso fehlt es an Elementen, die überzeugend einen Bezug zum bereits umgestalteten Straßenzug auf Riehener Seite erkennen lassen.

    Ergänzende verkehrliche Aspekte

    Die Verbindungsfunktion der Basler Straße wird sehr gut und funktional abgebildet, die einmündenden Straßen werden nachrangig behandelt. Die Schaffung eines Zugangs von Süden an die S-Bahnhaltestelle Dammstraße ist optional angedacht.
    Nicht praktikabel ist die Tramhaltestelle am Bahnhof Stetten, da hier in der Fahrbahn gehalten werden soll (ohne erhöhten Bordstein).