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  • DE-80331 München
  • 01/2020
  • Ergebnis
  • (ID 2-336374)

Konzeptentwicklung für den Münchner Nordosten


  • Anerkennung


    Architekten
    MM.WERK Marina Mather, Wien (AT)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: liebald+aufermann landschaftsarchitekten PartG mbB, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Qualität der konzeptionellen Leitidee(n) mit einer klaren Haltung zum Ort.

    Wieviel Mut braucht es, eine städtebauliche Vision für die nächsten Jahrzehnte zu entwerfen? Hier wird ein mutiges Zukunftsszenario, das noch viele Interpretationsspielräume offen lässt und damit viel Potenzial bietet, angemessen und flexibel auf den Ort zu reagieren, vorgeschlagen. Dies verdient besondere Anerkennung.

    Der räumliche Ansatz von Gebäude zu Freiflächen liegt thematisch nahe am Siedlungsbestand und zeigt eine Gegenposition zum klassischen europäischen Stadtmodell auf. Die Umsetzung des stark grafischen Planes in ein räumlich städtebauliches Modell ist im Gegensatz zu den anderen Arbeiten nicht direkt lesbar.

    Qualität des Städtebaus
    Die Schulen sind mittig konzentriert aus den bestehenden Feldern herausgearbeitet und erhalten eine grüne Dachlandschaft als Bürgerpark.Dadurch entstehen lange Schulwege zu den nördlichen Baufeldern.Der Nachweis der Dichte und Qualität der entstehenden Zwischenräume bleibt wage und ist damit nicht schlüssig.Die Grundstücke werden durch intelligente Schichtung von Funktionen teilweise mehrfach genutzt – im Sinne einer hohen Flächeneffizienz, aber sind damit auch mit hohem baulichem Aufwand verbunden.

    Qualität der Grün- und Freiraumplanung
    Im nördlichen Bereich sind landwirtschaftliche Flächen und Erholungslandschaft zwischen die Baufelder integriert, die Zahnbrechersiedlung wird konsequent südlich erweitert und bildet bis zur U-Bahntrasse einen Binnenraum. Nördlich und östlich verbleibt viel vorgefundene Landschaft mit großzügigem Abstand zum Hüllgraben. Die Frischluft-schneisen in W-O Richtung funktionieren aufgrund der Engstellen nur noch eingeschränkt.
    Das vorhandene Feuchtbiotop wird als besonderer Ort innerhalb der Siedlung zum Badesee transformiert. In der Konsequenz kann das Feuchtbiotop aber nicht gehalten werden. Die naturschutzfachlich wertvollen Flächen nördlich der Zahnbrechersiedlung und östlich des Hüllgrabens können bei allen Nutzungsdichten erhalten werden.

    Qualität der Erschließung und verkehrlichen Lösung
    Die Haupterschließung erfolgt konsequent und schlüssig mittels Trambahn vom Süden, allerdings erfolgt der Ringschluß mit dem Norden erst bei einer Einwohnerdichte von 20.000 Einwohner. Die 3 nördlichen Verkehrshubs liegen konsequent richtig an Knotenpunkten und benötigen keine räumlichen Fassungen, die 2 südlichen Hubs sind in ihrer Lage innerhalb des Freiraums mit geringer Erschließungsfunktion in direktem Umfeld zu hinterfragen. Der MIV wird in Quartiersgaragen zusammengefasst und der PKW ist nur noch temporärer „Gast“ in den Wohngebieten. Die innere Verteilung in den Gebieten erfolgt über eine neue intelligente Mobilitätsmischung und sorgt für attraktive autofreie Gebiete. Die Arbeit agiert mit der Tieferlegung der S-Bahn mit Über- und Anbau und versucht damit den räumlichen Anschluss an Bogenhausen, der nicht vollumfänglich gelingt. Die Bahnstromstraße wird von Wohnnutzung konsequent freigehalten.

    Programmerfüllung (Nutzungen, Nutzungsdichten, Entwicklungsabschnitte etc.)
    Bis auf einzelne Nutzungen ist das Programm weitestgehend erfüllt. Die Schulcluster sind deutlich zu groß und somit fehlt es an einer sinnvollen Verteilung der Nutzungen über das Gebiet hinsichtlich der Schaffung von kurzen Wegen.