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  • DE-14167 Berlin
  • 06/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-10088)

Kopernikus Oberschule in der ehemaligen McNair - Kaserne


  • Ankauf

    Lageplan

    Bauingenieure
    PICHLER Ingenieure GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Georg Bumiller Architekten, Berlin (DE)
    TGA-Fachplaner: WINTER Beratende Ingenieure für Gebäudetechnik, Düsseldorf (DE), Hamburg (DE), Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Entwurfserläuterung Kopernikus Oberschule Berlin Steglitz-Zehlendorf



    Idee
    Der genius loci, der bestimmt wird durch die zeitlose, puristische Architektursprache dieses großartigen Baudenkmals ist die wichtigste Inspirationsquelle für den Entwurf der Kopernikus Oberschule. Die konzeptionelle Stringenz und formale Reduktion des bestehenden Ensembles mit seinen klaren überzeugenden Baukörpern soll weitergeführt werden.
    \" Die weiträumige kantig angelegte Großfabrikanlage prägt durch ihre Größe, ihre spezielle Bauweise und ihre Türme das Ortsbild...\" heißt es in der Begründung der Schutzstellung. Genau hier will der Entwurf positiv anschließen und dem entgegenwirken, was der aktuelle Schwarzplan in Ansätzen schon zeigt: das städtebauliche
    „ Ausfransen“ innerhalb des Karrees des ehemaligen Telefunkenwerkes in niedrigere, divergente Baukörper in anscheinend beliebiger Lage.

    zu 3.2 Städtebaulich-architektonische Zielsetzung
    Die städtebaulich- architektonischen Zielsetzungen, die in der Auslobung gefordert werden, sind folgende:
    - Bildung einer baulichen Identität, Erkennbarkeit der Schule
    - Schaffung eines Einganges am Osteweg
    - Lage der Dreifachsporthalle „ im nordwestlichen Grundstücksbereich (zwischen Kindertagesstätte McNair
    und dem Dreiflügelbau) \"
    Diese drei Forderungen werden in einem Konzept zusammengefügt:

    Schulerweiterung und Sporthalle bilden gemeinsam ein differenziert gestaltetes Gebäudevolumen als Endpunkt der Struktur der ehemaligen Fabrikanlage und als Gelenk zum liegenden Baukörper des ehemaligen Casinos.
    Es bildet sich ein funktional begründetes, jedoch nicht konkurrierendes Gegengewicht zum 7-geschossigen Turm.
    Das sehr weitläufige, große Schulgelände erhält einen angemessen proportionierten Schuleingang, das die Dimension des Komplexes baulich signalisiert. Typologisch orientiert sich der Neubau an den klaren Körpern des Bestands.
    Das Casino im Heimatstil wird baulich wie funktional als Kontrast zum eher sachlich-ernsten Schulgebäude definiert. Ein eigenständiges Gebäudeteil, quasi als Pavillon, in dem künftig die legeren schulischen Bereiche wie Veranstaltungsraum, Mensa, Theater, Bibliothek, Café untergebracht sein werden. Das Walmdach des Casinos wird sauber an das Volumen angeschlossen, die Verbindung der beiden Körper ist organisch.
    Die Gebäudehöhe des Neubaus orientiert sich am 4-geschossigen Riegelbau und an der benachbarten 4-geschossigen Wohnbebauung beginnend an der Kreuzung Osteweg/Harry-S.-Trumann-Allee.

    Freiflächen:
    Der Verbrauch an Freiflächen ist sehr gering und entspricht quasi dem Status quo. Dies lässt Gestaltungsmöglichkeiten für eine großzügige Landschaftsarchitektur: die Schaffung eines offenen campusartigen Parks, völlig frei von vorgeschriebenen Nutzungen. Eine friedliche Insel für Spiel und Entspannung mit Rasenflächen, einem vollständigen Erhalt des Baumbestands, der durch Anpflanzungen von zusätzlichen Bäumen ergänzt und verdichtet werden könnte. Speziell für den Bereich zwischen Kita und Kirche wird die neu gestaltete Parkfläche zu einem großen Gewinn.

    Schwarzplan Bestand Wohnbebauung Osteweg/Harry-S.-Truman-Allee
    zu 3.3 Denkmalpflegerische Anforderungen
    Die Details für den Umgang mit der denkmalgeschützten Substanz werden nach dem Wettbewerb zum einem elementaren Planungsgegenstand werden.
    Zum jetzigen Zeitpunkt stellt sich jedoch erst einmal die grundsätzliche Frage nach der Verträglichkeit und dem Vorteil von ergänzenden Gebäudevolumina und der Frage nach der inhaltlichen Einfügung des Raumprogramms für Sport und Schule in den bestehenden Komplex.
    Die Zielkriterien für das städtebaulich-volumetrische Verhältnis von Alt und Neu sind einerseits die Vorrangstellung des bestehenden Ensembles zu unterstreichen und gleichzeitig eine eigenständige Präsenz herauszubilden.
    Der Neubau versucht mit wieder erkennbaren, einfachen Volumetrien sich an das bestehende Gestaltungsprinzip anzupassen; seine unverwechselbare eigenständige Präsenz entsteht durch den \"Feinschliff\", durch eine Differenzierung in Material und im Detail, einer aktuellen, frischen Formulierung der Ausführung.
    Die Möglichkeit eines Neubau anstelle der Dreiflügelanlage wird in der Ausschreibung ausdrücklich erwähnt, insofern der Atrium Charakter, möglicherweise auch überdacht, wieder erlebbar gemacht werden wird.
    Der Entwurf sieht ein Gebäude fast identischer Ausdehnung und Lage (s. Schwarzplan), mit einem überdachten Atrium als zentrale Pausenhalle vor. Die Distanz zum Osteweg ist sogar 5 m größer als bisher. Eingebettet in den neuen Baukörper wird das Atrium räumlich gebildet durch neue Gebäudeflügel mit Fach- und Sammlungsräumen und das bestehende Casino im Südosten. Das Atrium öffnet sich in alle Richtungen, vorwiegend nach Süden in den Pausenhof und nach Osten als Haupteingang, aber auch nach Westen und Norden zum Sporthalleneingang um die Licht- und Sichtverhältnisse zu optimieren. Der Neubau fungiert als Gelenk, als missing link des neuen Organismus.
    Als neuen Standort für die Dreifachsporthalle, ist die Lage im \"..nordwestlichen Grundstücksbereich (zwischen dem Dreiflügelbau und der Kindertagesstätte McNair) vorzusehen.“
    Dieser Vorgabe wird entsprochen und sie wird gleichzeitig verknüpft mit der Möglichkeit eines Neubaus anstelle der Dreiflügelanlage, mit dem großen Vorteil, dass der gesamte östliche Bereich zum Platz des 4. Juli und der große Innenhof frei von jeder Bebauung blieben.

    zu 3.4 Nachhaltigkeit / Energieeffizienz / Ökologische Zielsetzung
    Wesentliches Merkmal nachhaltigen Bauens ist der schonende Umgang mit Ressourcen, allem voran mit einem nicht zu vermehrenden Gut, dem Baugrund. Durch die vorgeschlagene Einschränkung auf einen einzigen Neubau, wird das westliche Gelände freigehalten für künftige, heute noch nicht vorhersehbare Entwicklungen. Das Entwurfprinzip der Stapelung, bringt Vorteile die offensichtlich sind: keine doppelten Gründungs- und Aushubkosten, geringere Hüllfläche, kürzere Leitungswege, langfristige Flexibilität, Minimierung der Betriebskosten, etc.

    zu 3.5 Funktionale Anforderungen
    Die Zusammenfassung der neu zu erstellenden Raumvolumen an einem Ort, gibt dem neuen Gebäudeteil eine zentrale Bedeutung. Es unterstreicht die Bedeutung des Sports als ein integralen Teil der Erziehung, welchen unsere Gesellschaft sehr hoch bewertet. (Als Referenz einer gelungen Stapelung von einer Sporthalle über Unterrichts-räumen sei der Erweiterungsbau des Oberstufenzentrums in der Nalepastrasse in Berlin-Köpenick erwähnt.)
    Mit der Sporthalle im Gelenk zwischen Unterricht und Freizeit (Mensa, Bibliothek, Eingangshalle) werden alle Wege deutlich verkürzt, es ist möglich auch für eine Stunde Sport zu machen, die Kapazitäten der Halle auch für regenerative Sportaktivitäten wie Yoga, Entspannung etc. zu nutzen.
    Die Halle kann unabhängig von der Schule betrieben werden. Ein eigener und großzügiger Zugang zum Osteweg mit einem angemessenen Eingangsfoyer und einem großen, verglasten Sportlerfoyer vor den Umkleiden begleiten den Weg in die Sporthalle im 2. Obergeschoss.
    Die Bewirtschaftung und Kontrolle der Halle ist besser gewährleistet, jede Art von Vandalismus (Außenwände nur im OG) wird im Vergleich zu einer Solitärstellung minimiert.
    Der Grund für die Lage der Naturwissenschaftsräume im Neubau, liegt in der besseren technischen Andienbar- und Möblierbarkeit mit notwendigen Spezialtischen und Anschlüssen.

    zu 3. Baukosten / Wirtschaftlichkeit
    Sicher könnte der Rauminhalt des Erweiterungsbaus der Schule im Bereich des Atriums etwas geringer sein. Jedoch durch die Wände der Fachräume, des bestehenden Casinos und durch den ohnehin notwendigen Boden der Sporthalle entsteht das Volumen fast ohne Baukosten. Es entsteht ein Mehrwert. Entscheidend ist das Konzept eines wirtschaftlich günstigen – baulich kompakten Volumens mit einer Minimierung der Verkehrsflächen.
    Die vor äußerer Beanspruchung geschützten oberen Fassaden werden mit einem ökonomischen WDVS ausgeführt, die unteren Bereiche als robuste, alterungsfähige und graffitigeschützte Leichtbetonkonstruktion.


    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.