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  • DE-31139 Hildesheim
  • 03/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-10121)

"Neues Wohnen am Steinberg"


  • 3. Preis

    Städtebauliches Leitbild

    Architekten
    Hirsch Architekten, Hildesheim (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Sven Hirsch Mitarbeit: Sven Peters Kristina Müller , Part AG, Investor (Bad Gandersheim)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: HKP Planungsgesellschaft mbH, Hannover (DE)

    Erläuterungstext
    Neue Einfamilienhausgebiete wirken dann
    - wohnlich (und nicht unpersönlich)
    - überschaubar (und nicht unübersichtlich)
    - geordnet (und nicht zufällig)
    - einladend (und nicht abweisend),
    wenn bei der Planung gewisse Regeln der Stadtbaukunst beachtet werden:

    Zur Schaffung einer in diesem Sinne charakteristischen städtebaulichen Gesamtform werden von uns vier unterschiedlich gestaltprägende und funktionale Strukturen entwickelt und mit einander verknüpft.

    Zu den gestaltbildenden Strukturen gehören im Wesentlichen die raumbildenden Gebäudeformen, aber auch das Straßen- und Wegenetz, Grünstrukturen sowie die Geländeprofilierung.


    1. raumbildende Gebäudeformen

    Die vorgesehenen Stadthauszeilen (max. dreigeschossig) sollen den formalen Rahmen, eine Art dreidimensionales Gerüst für das Gebiet liefern. Dies geschieht durch die gezielte Ausrichtung der Zeilen als visuell wirksame Leitlinien innerhalb der Fläche. Diese Zeilen werden im Westen hangparallel und an der Kurt- Schumacher-Straße quer zur Fahrtrichtung, gewissermaßen bremsend, angeordnet. Damit wird auch Bezug auf die weitestgehend offene Bebauungsstruktur entlang der Kurt-Schumacher-Straße genommen.

    In den sich bildenden städtebaulichen Räumen werden die niedrigeren Hauskörper (max. zweigeschossig) um überschaubare Gemeinschaftshöfe gruppiert.

    Den südlichen Gebietseingang kann ein etwas höheres Gebäude als so genannte \"Landmark\" betonen.


    2. Straßen- und Wegenetz

    Ein durchdachtes Straßen- und Wegenetz ist in hohem Maße für die Zufriedenheit und das Wohlfühlen im neuen Wohngebiet ausschlaggebend. Unsere Erschließungsstruktur untergliedert die Einzelgebiete übersichtlich (Kfz-Verkehr) und führt ohne Umwege zum eigenen Grundstück und Haus. Die klare Erschließungsstruktur hilft dem besuchenden Ortsunkundigen sich zu orientieren und sie bietet ausreichend Besucherstellplätze in der jeweiligen Nähe der Besucherziele.

    In Ergänzung der Hauptfahrwege (Wohnstraßen mit Tempo-30) mit ausreichenden Breiten für technische Fahrzeuge (diese können am Ende aller Stichstraßen wenden) und Begegnungsverkehr von PKW und Fahrrädern ist ein Netz von Fußwegen entwickelt, das insbesondere für kleine Kinder, Schulkinder und Spaziergänger eine gute Einbindung in das übergeordnete Fußwegenetz bietet. Spielende Kinder im neuen Wohngebiet können im Bereich der Grünzone ohne Gefahr vor Kfz-Verkehr zur Beruhigung der Eltern spielen. Der Zusammenhang mit den öffentlichen Grünflächen und die Anbindung an den Steinberg (Tiergehege) sowie die Achse zum Naherholungsgebiet Hohnsensee werden aufgegriffen und sinnvoll ergänzt.

    Über diese Wege wird die Vernetzung mit den vorhandenen Wohngebieten ebenfalls gelöst.

    Zur gemeinsamen Erschließung der nördlichen Wohnquartiere mit dem öffentlichen Parkplatz bewerten wir den Parkdruck im Allgemeinen nicht so groß, als dass es zu größeren Konflikten kommen könnte.


    3. Grünstruktur

    Rein privates Grün reicht oft nicht aus, einem neuen Wohngebiet die wünschenswerte Wohnqualität zu geben. Öffentliche Grünflächen wirken nicht nur gliedernd, sondern stärken auch hier die Spiel- und Freizeitqualität des Gebiets entscheidend.

    Die Topografie, die Nähe der Naherholungszone Steinberg sowie die geforderte Muldenentwässerung sind willkommene Anlässe, eine ausgeprägte Grünstruktur über das Gebiet zu legen. Großwachsende Bäume sollten unbedingt frühzeitig gepflanzt werden. Die bewusste Einbeziehung des vorhandenen alleeartigen Baumbestandes an der Kurt-Schumacher-Straße in die Gestaltung ist ebenfalls selbstverständlich (alle Bäume können erhalten bleiben).

    4.Geländebewegung und Hangbebauung

    Eine besondere Anforderung an die Planung stellt die im Osten geringe, im Westen stärker werdende Hangneigung dar (immerhin 6 bis 7m auf ca. 150m). Diese Tatsache wird hier in mehrfacher Hinsicht positiv genutzt:

    Die Parallelstellung der westlichen Reihenhauszeile bringt optisch Ruhe in das Gebiet.

    Die ebenfalls hangparallelen Nord-Süd-Wege lassen sich angenehm gehen. Der motorisierte Verkehr führt hangauf und –abwärts. Der große öffentliche Grünzug erhält seinen besonderen Reiz durch seine Hanglage.


    5. Individualität in der Gemeinschaft

    Das Wohngebiet liegt mitten in einem bestehenden und über lange Zeiträume gewachsenen Wohnumfeld. Innerhalb seines städtebaulichen Kontextes wird mit der klaren städtebaulichen Form eine individuelle Adresse gebildet. Gleichzeitig werden die Wohngebiete wie bereits dargestellt vernetzt, so dass das neue Gebiet Teil des gesamten Wohngebietes Steinberg wird.

    Innerhalb des neuen Gebietes wird unser Leitgedanke durch eine klare prägnante gemeinschaftsbildende Struktur abgebildet. Die Ausbildung von Quartieren, Gemeinschaftshöfen, gemeinschaftlichen Grünflächen aber auch von individuellen Gestaltungen im Architekturdetail geben dem Leitbild eine verständliche (städte-) bauliche Ausformung.

    In diesem Zusammenhang wirken die Stadthäuser als prägnantes Architekturkonzept, da die Häuser aufgereiht stehen, jedoch jedes seinen individuellen Charakter haben wird.

    Eine große Breite an Wohnformen soll eine Durchmischung unterschiedlicher Bewohner bewirken. Dabei sehen wir in der Lage des Gebietes eine besondere Chance, Menschen mit unterschiedlichen Lebensformen (Familien, Singles, Senioren, Lohas) anzusprechen und durch kommunikative Strukturen zu einer Gemeinschaft zu verknüpfen.


    6. Ökologie

    Ein nachhaltiges Gesamtkonzept für das Wohngebiet wird vorgesehen. Die kompakte städtebauliche Struktur lässt ein Blockheizkraftwerk sinnvoll erscheinen. Dadurch kann das Wohngebiet auch aus wirtschaftlichen Aspekten weitere Vorteile akquirieren.

    Die Realisierung in mehreren Bauabschnitten ist ohne Schwierigkeiten möglich.


    7. Architektur

    Das Ausgestalten individueller ‚Wohnideen’ resultiert oftmals in einem Zerfall des städtebaulichen und architektonischen Gesamtgefüges. Unsere Architektur soll diese individuell e Artikulation zwar ermöglichen, ja sogar fördern, sie sich jedoch unter Wahrung eines homogenen „gemeinschaftlichen“ Gesamterscheinungsbildes entfalten lassen.

    Die Ausformung der Gebäude basiert dabei auf einer Schichtung der architektonischen Membrane/Gerüst. Eine primäre Schicht, legt sich gleichmäßig über die Gebäude und verleiht ihnen ein gewisses Maß an Homogenität. Eine reduzierte Materialpalette und die Überformung der Öffnungen bilden eine flexible Basis.

    Die zweite Ebene reagiert auf die individuellen Wohnkonzepte. Öffnungen werden an die unterschiedlichen Wohnsituationen angepasst. Die beiden Ebenen treten in ein Spiel, das die Individualität der Bewohner ablesbar macht, jedoch in einem einheitlichen Rahmen gefasst bleibt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.