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  • 2. Rundgang


    Architekten
    Eller + Eller Architekten, Düsseldorf (DE), Berlin (DE), Moskau (RU) Büroprofil

    Mitarbeit
    Christiane Flasche, Martin Schliefer, Achille Farese, Jörn Lammert, Karin Ocker

    Erläuterungstext
    Entwurfskonzept aus städtebaulicher und architektonischer Sicht

    Die Oper wird in der Gesamtfigur neu gefasst und als Kulturschwerpunkt übergeordnet in die Kölner Kulturdiagonale eingliedert.
    Dem Opernvorderhaus wird der Kopf des neuen Komplexes, das Schauspielhaus, als Pendant gegenüber gestellt. Beide komplettieren gemeinsam eine Platzeinfassung, die die Theaterhäuser als neues Ensemble stärker im städtischen Kontext erlebbar macht.
    Dierer Kopfbau setzt sich im Anschluß als horizontaler Komplex fort, dockt mit einem Querriegel an die Oper an und bildet schließlich als Turm das sichtbare Rückgrat hinter der Oper. Während das Schauspielhaus zum Platz hin auf dem Boden steht, lässt in Fortführung das Gebäude die Erdgeschosszone weitgehend offen und durchlässig - und ermöglicht so eine großzügige Durchwegung des Ensembles, was zur Wiederbelebung des umliegenden Quartiers beiträgt.
    Am Kopf bietet sich ein Spiel von transparenten und geschlossenen Volumen, die die Charakteristika des Theaterbaus widerspiegeln: Das öffentliche Ereignis, das sich nach Außen trägt, aber auch das künstlich inszenierte Ereignis, dass sich in seinem Innern verbirgt. Durch das Verspringen der jeweiligen Volumen wird das Innere noch stärker nach Außen, zum Platz hin getragen und bildet ein kraftvolles Gegenüber zu der architektonischen Sprache von Riphahn.

    Ein zum Platz vorgeschobener Glaskörper lädt ein das Haus zu betreten, tagsüber dort im Café zu verweilen. Abends gelangt der Besucher von dort in eine filternde Zwischenzone, die ihn aus dem lebendigen Stadtleben herauslöst und auf das Eintauchen in das Theatergeschehen vorbereitet. Eine große Freitreppe leitet den Weg nach oben zum Foyer und Zuschauerraum. Von dieser Ebene bietet sich ein großzügiger Blick über den Offenbachplatz, zur gegenüberliegenden Oper bis hin zum Dom der hinter der Stadtkulisse hervorragt. Der Zuschauerraum zeichnet sich frei als weithin nach Außen sichtbarer Holzkörper innerhalb des gläsernen Foyerkubus ab. Im weiteren Wechselspiel der Volumina bildet den oberen Abschluss des Kopfes ein geschlossener Körper mit der Studiobühne und ein Glasvolumen mit der Skybar - gleichzeitig Foyer für die Studiobühne sowie exklusive, auch extern zu nutzende Bar unter Kölner Himmel. Die Kulturdiagonale ist von hier aus bis zu ihrem Höhepunkt, dem Dom, erlebbar.

    Die horizontal lang gestreckte Fortführung des Kopfbaus beinhaltet den gesamten Bühnenbereich sowie die Produktionsstätten, bei denen vor allem die uneingeschränkte Funktionalität im Vordergrund steht. Ein frei schwebender Bügel legt sich mit großflächigen Produktionsgeschossen (Schlosser, Schreiner, Malersaal) über die neu gebildete Gasse und das bestehende Sockelgeschoss der Oper – von wo er in den anschließenden Turm überleitet. Dort sind die großen betrieblichen Volumen vertikal gestapelt: Montageräume und Probebühnen.

    Im Kontrast zu den vollständig transparenten Glasvolumen überzieht die geschlossenen Körper eine durchlaufende, filternde Haut mit einem Gewebe aus mäandrierenden Bändern. Sie bindet die dahinterliegenden großen geschlossenen Flächen (Bühnenbereiche) sowie die offenen Flächen (Belichtung der Arbeits- und Aufenthaltsräume) zusammen. Wo immer notwendig, drehen die Bänder sich und lassen unterschiedliche Öffnungsweiten zu, die an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden können. Die so entstehende wellenförmige Bewegung verleiht dem Bau ein feingliedriges Oberflächenspiel, das vor allem im Streiflicht große Plastizität entwickelt. Eingeschnitten in diese überwiegend geschlossenen Volumen sind dann erneut einige großformatige, vollständig transparente Öffnungen - auch hier wieder im Sinne der Ablesbarkeit nach Außen und der Erlebbarkeit von Sonderfunktionen: die Erdgeschosszone mit einem Buchshop, mit Restaurant und Kantine und eine große Öffnung im Bügel, die von weithin einen Blick auf die großen Transportwege zulässt und damit auch die wenig bekannten inneren Ablaufwege und Produktionsprozesse des Theaters dem Passanten erlebbar macht.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.